Überall auf unserem Planeten gibt es Menschen, die etwas gegen Fremde haben, gegen Ausländer, Juden, Zigeuner, Schwule, Linke. Diese Menschen nennt man mitunter und zu Recht Faschisten. Gegen diese Menschen haben andere Menschen etwas, und diese nennen sich dann oft Antifaschisten. An dem Wochenende, an dem diese Ausgabe erscheint, demonstrieren in Wuppertal Menschen gegen Antifaschisten. Gegen diese Anti-Antifaschisten wiederum demonstrieren zu gleicher Zeit Anti-Anti-Antifaschisten, also Antifaschisten. Sogar unser NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider hat sein Kommen zugesagt. Hm! Manchmal wünsche ich mir mehr Positives in unserer Welt. In Köln präsentierten sich vor knapp drei Jahren Tausende von Menschen parallel zu einer europaweiten rechtsradikalen Versammlung als Bauchtänzerinnen und -tänzer. Noch eher könnte die Spirale der Ablehnung und des Hasses überwunden werden, wenn Faschisten ihre blonden Mitmenschen und Schäferhunde, ihr Sauerkraut und ihr Eisbein aufrichtiger und intensiver lieben würden, dann bräuchten diese armen Seelen nicht auf alles Fremde einzudreschen.
Nicht fremd, aber doch neu zeigt sich die Bühnenlandschaft im Tal im noch jungen Jahr 2011. Deshalb heißt das ENGELS-THEMA im Februar BEWEGENDE BRETTER. Aber nicht nur die Spielstätten ändern ihr Gesicht. Die WUPPERTALER BÜHNEN haben gleich drei Premieren im Programm. KASPER HÄUSER MEER erzählt von ausgebrannten Sozialarbeiterinnen. Ähnlichkeiten zu Verhältnissen im örtlichen Jugendamt sind wahrscheinlich zufällig. DER DRACHE VON DÖNBERG handelt von ebendiesem und dem dazugehörigen singenden Drachentöter. Schließlich treten Lindwurm und Wurmentferner in einer Kammeroper auf. Große Oper bringt DAS GOLDENE VLIES auf die Bühne. Den Anti-Antis und Sarrazins wird das mehrsprachige Stück mit deutscher und türkischer Übertitelung nicht gefallen. Ebenso wenig wie die Oper UNVERHOFFT IN KAIRO, bei der die Häscher des Paschas mit automatischen Gewehren um ein grell beleuchtetes Kamel tanzen. Das VON-DER-HEYDT-MUSEUM zeigt seine archivierten Schätze der letzten 500 Jahre. In Remscheid im ROTATIONSTHEATER tritt die Kabarettistin TINA TEUBNER auf, die weder Kalorien zählt noch joggt, wenn sie doch sitzen kann. Zur Bewegung anregen hingegen möchte das Projekt 180 GRAD DREHUNG, das Hip Hop-gestützten Streetdance und Musicals, aber auch Ausdruckstanz im Supermarkt in den Schulen im Land etablieren möchte.
Im Kino laufen viele sehenswerte Filme an. Endlich mal wieder ein Western, jubiliert Hollywood anlässlich des neuen Coen-Brüder-Epos TRUE GRIT. Statt eines schießwütigen Kerls steht dem Cowboy hier ein kleines freches Mädchen zur Seite. ANOTHER YEAR von Mike Leigh, der engels-Film des Monats, ist ein britisches, sensibel erzähltes, aber recht undramatisches Drama über ein glückliches älteres Ehepaar und deren unglückliches Umfeld. Aber auch eine deutsche Produktion kann unser Herz erobern. POLL erzählt von der Endzeitstimmung 1914 im Baltikum. Und zum Filmstart von DSCHUNGELKIND sprach engels mit der Darstellerin der Mutter des Dschungelkinds NADJA UHL.
Somalia ist überall
Intro zum Monat Mai – 05/12
Who is Alice?
Intro zum Monat April 04/12
Buggys in der Schwebebahn
Intro zum Monat März 03/12
Rote Punkte
Intro zum Monat Februar 02/12
Tötet Kitty!
Intro zum Monat Januar 01/12
Wo ist die Wupper?
Intro zum Monat Dezember – 12/11
Schilderwald
Intro zum Monat November – 11/11
Gibt es konservative Komik?
Intro zum Monat Oktober 10/11
Flüsterasphalt
Intro zum Monat September 09/11
Bier statt Wackelpudding
Intro für den Monat August 08/11
Der wandernde Kontrabass
Intro zum Monat Juli - 07/11
Nicht Botox und nicht Laser
Intro zum Magazin 06/11
Ein Denkmal für uns
Intro zum Magazin 05/11
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!
Intro zum Magazin 04/11
Der diabolische Doppeltunnel
Intro zum Magazin 03/11
Die Ursuppe auslöffeln
Intro zum Magazin 01/11
Das Potemkinsche Dorf
Intro zum Magazin 12/10
engels hat es gewusst
Intro zum Magazin 11/10