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Warner konnte 2011 die meisten Tickets absetzen
Foto: M. Großmann/pixelio.de

Besser und doch enttäuschend

Rückschau auf das Kinojahr 2011 – Filmwirtschaft 02/12

1 Milliarde Umsatz lautete das Ziel noch im Januar 2011 für das gerade eben gestartete Kinojahr. Nach dem gegenüber 2009 schwachen 2010 lagen alle Hoffnungen auf der attraktiven Filmstaffel für ein Jahr ohne sportliches Großereignis. Zwar werden erst bei der Berlinale die amtlichen Gesamtzahlen von der FFA vorgelegt, doch der Branchendienst Rentrak weist in seinem Jahresvergleich ein Besucherplus von 1,6 % und ein Umsatzplus von 3,8 % nach, und damit ist die Milliarde mindestens um 5% verfehlt worden.

Das Wachstum wäre sicherlich auch noch etwas stärker ausgefallen, wären Heiligabend und Silvester nicht auf einen Samstag gefallen. Zwei der traditionell besucherstärksten Wochentage fehlten also 2011, und auch die jeweils folgenden Feiertage verlängerten kein Wochenende, sondern lagen exakt darauf.

Sehr erfreulich hat sich der deutsche Film im vergangenen Jahr entwickelt. Hatten 2010 18,4 Mio. Besucher deutsche (Ko)-Produktionen gesehen, waren es im vergangenen Jahr über 24 Mio., was einem Marktanteil von 20% entspricht. Besonders stark hat dazu erneut Til Schweiger mit seiner Komödie „Kokowääh“ beigetragen.

Verleih Anzahl Filme Marktanteil Umsatz Top-Film 2011

Warner 31 19,5 % Harry Potter 7.2

Paramount 21 12,7 % Transformers 3

Disney 15 11,5 % Fluch der Karibik 4

Sony 23 11,1 % Die Schlümpfe

Fox 25 10,5 % Black Swan

Universal 24 7,6 % Fast &Furios 5

Concorde 21 6,0 % Breaking Dawn 1

Constantin 18 5,9 % Wickie auf großer Fahrt

Wie bereits im Vorjahr belegte mit deutlichem Abstand der Verleih Warner den 1. Platz. Die erst seit 2010 durch die Abspaltung von UPI selbstständige Paramount konnte den 2. Platz einnehmen. Gemessen an der Anzahl der Filme konnte sich einmal mehr Disney als effizientester Verleih behaupten. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wurden die ersten sechs Plätze wieder von den amerikanischen Major-Töchtern belegt. In der Vergangenheit befand sich fast immer Constantin auf dem 5. oder 6. Platz und konnte sich somit gut gegen die amerikanische Konkurrenz behaupten. Und eigentlich hätte der Münchener Verleih es auch in diesem Jahr wieder schaffen können, wären die beiden Produktionen „Die drei Musketiere“ und „Wickie“ nicht weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Während der erste Teil von „Wickie“ über 5 Mio. Besucher anzog, erreichte das Sequel gerade mal 1,8 Mio.

Eine deutlich bessere Performance als der Gesamtmarkt konnten die Programmkinos dann verzeichnen, wenn sie denn die wichtigen Filme des Jahres auswerten konnten. Sieger der Arthouse-Hits waren „The King‘s Speech“ mit 2,4 Mio. Tickets, „Almanya“, „Midnight in Paris“ von Woody Allen, „Black Swan“ und Polanskis „Gott des Gemetzels“. Mit knapp einer halben Mio. konnte der für die Wuppertaler außerordentlich erfreuliche Film „Pina“ von Wim Wenders reüssieren. „Pina“ hat nicht nur zahlreiche deutsche und europäische Filmpreise bekommen, sondern vertritt Deutschland im Wettkampf um die begehrteste Statuette der Filmbranche, den Oscar.

KIM LUDOLF KOCH

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