Typisch britisches Understatement war nie sein Ding. Derlei hat der gebürtige Londoner Gary Oldman nicht erst mit seinem Umzug in die USA 1990 abgeschüttelt wie seinen Cockney-Dialekt. Er schrie, wütete und tobte schon zu Beginn seiner Karriere mit einem Mut zum Exzess, als gäbe es kein Morgen mehr. Nach einer klassischen Schauspielausbildung und Theaterengagements sowie einigen TV-Filmen gab er in „Sid und Nancy“ sein Leinwanddebüt. Abgemagert auf die Idealmaße des Heroinchics, tanzte er 1986 saufend und fixend als Inkarnation der Sex Pistols-Front-Mann Sid Vicious den Dance macabre der No Future-Generation. Wenig später erntete er in Stephen Frears Biopic „Prick up your ears“ erneut Lob für seine Interpretation des Dramaturgen Joe Orton, der Ende der 1960er Jahre von seinem langjährigen Lebensgefährten erschlagen wurde. Biographische Portraits polarisierender Persönlichkeiten gehören wie die exaltierten Bösewichte und die perfekte Aneignung jeglicher Akzente seither zu seinem Oeuvre. Dadurch wurde er zum Primus der in den 1980ern als Brit Pack gehandelten Gruppe vielversprechender Jungschauspieler.
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