Wer mit dem Auto schon einmal bis zum Rhein gefahren ist, wird ihn kennen, den Universitätstunnel zu Düsseldorf. Aber vielleicht wissen nicht alle unsere Leser, dass dieser Doppeltunnel paraphysikalische Fähigkeiten besitzt. Er taucht nämlich immer dann auf, wenn im Radio hochwichtige Informationen verbreitet werden und er diese dann durch seine massigen Betonwände in Rauschen und Zischen verwandeln kann. An normalen Tagen begnügt sich der Schacht mit den Verkehrsnachrichten. „A 46, 15 km Stau zwischen schschsch!“ Am Tag, als Ägyptens Präsident Mubarak zurücktrat, hörte ich fast die gesamten Nachrichten. Nur die erste wichtige Meldung zensierte der Tunnel. Ich wunderte mich nicht mehr, hatte ich am 11. September 2001 und am 9. November 1989 ähnliche Erfahrungen gemacht. Vielleicht sollte ich mein Schicksal als Chance begreifen? Steht mal wieder der Rücktritt eines Despoten an, muss ich einfach nur noch zur vollen Stunde durch die Röhre und schon verpasse ich die erlösende Botschaft. Schon immer wollte ich Weltverbesserer sein.
Bei den Tagen des Zorns in Kairo musste ich an meinen letzten Aufenthalt in Israel denken. In dem Beduinenstädtchen Be’er Scheva fand ich eine Toilette, die hier zu beschreiben sich nicht ziemen würde. An der Innenseite der Tür stand mit Filzstift geschrieben „After 3 Month Egypt – this is heaven!“ Vielleicht wäre Mubarak noch an der Macht, wenn er für bessere sanitäre Verhältnisse in seinem Land gesorgt hätte. Be’er Scheva ist übrigens eine von insgesamt acht PARTNERSTÄDTEN von Wuppertal. Unser ENGELS-THEMA im März beschäftigt sich mit allen acht Partnern. Besonderes Augenmerk richten wir auch auf JOCHEN RAUSCH. Der Programmchef von 1LIVE kommt aus Wuppertal und schreibt Bücher. Bei der Vertonung seines neuesten Werkes TRIEB/13STORYS sagten manche Sprecherinnen ab, weil der Text zu arg und grausam sei. Nun liest der Autor selbst, und zwar im FORUM MAXIMUM im BARMER BAHNHOF. Bezüglich Bildender Kunst empfehlen wir einen Besuch des NEUEN KUNSTVEREINS WUPPERTAL. Dort stellt ULRIKE MÖSCHEL aus. Auch hohe Kunst ist die Darstellung von Körpern und Bewegungen bei dem Tanztheater der PINA BAUSCH. WIM WENDERS wollte eigentlich mit ihr zusammen einen Film drehen. Leider musste Bausch vor knapp zwei Jahren überraschend die Bühne wechseln und so blieb Wenders allein mit seinem Projekt. TANZT, TANZT, SONST SIND WIR VERLOREN heißt der Film vieldeutig.
Unsere Filmempfehlungen in diesem Monat sind dänisch geprägt. EINE FAMILIE handelt von der Zerrissenheit einer jungen Frau, die sich zwischen Karriere, Mutterglück und väterlichem Bäckereibetrieb entscheiden muss. IN EINER BESSEREN WELT pendelt ein junger Arzt zwischen zwei Welten, zwischen afrikanischem Bürgerkrieg und heimisch-skandinavischem vermeintlichem Idyll. Unser Film des Monats ist im März WER WENN NICHT WIR? Die Geschichte der Gudrun Ensslin und ihres Gatten Bernward Vesper wird sensibel bis zu dem Zeitpunkt erzählt, wo sonst die Westernstreifen über die RAF beginnen.
Einen frühlinghaften März wünscht
Somalia ist überall
Intro zum Monat Mai – 05/12
Who is Alice?
Intro zum Monat April 04/12
Buggys in der Schwebebahn
Intro zum Monat März 03/12
Rote Punkte
Intro zum Monat Februar 02/12
Tötet Kitty!
Intro zum Monat Januar 01/12
Wo ist die Wupper?
Intro zum Monat Dezember – 12/11
Schilderwald
Intro zum Monat November – 11/11
Gibt es konservative Komik?
Intro zum Monat Oktober 10/11
Flüsterasphalt
Intro zum Monat September 09/11
Bier statt Wackelpudding
Intro für den Monat August 08/11
Der wandernde Kontrabass
Intro zum Monat Juli - 07/11
Nicht Botox und nicht Laser
Intro zum Magazin 06/11
Ein Denkmal für uns
Intro zum Magazin 05/11
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!
Intro zum Magazin 04/11
Anti-Anti-Anti
Intro zum Magazin 02/11
Die Ursuppe auslöffeln
Intro zum Magazin 01/11
Das Potemkinsche Dorf
Intro zum Magazin 12/10
engels hat es gewusst
Intro zum Magazin 11/10