Die Kölner Oper hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Auf der Suche nach einem aktuellen Stoff, der Jugendliche für die Oper begeistern soll, greift man auf die Tragödie „Die Kinder des Herakles“ von Euripides zurück und überträgt das Stück, das von politischer Vertreibung und Asylsuche handelt, ins Heute.
Für Susannah beginnt der Albtraum aus heiterem Himmel. Sie ist jung, unbeschwert, glücklich. Niemandem hat sie je ein Leid angetan.
Verdis „Rigoletto“ aus dem Jahr 1851 ist der Anfang einer Trilogie der Ausgestoßenen und Missbrauchten, die den Weltruhm des Komponisten begründet: 1853 folgen innerhalb nur eines Jahres die Repertoireschlager „Il Trovatore“ und „La Traviata“.
Es ist reichlich leer auf der Bühne. So, als sei man versehentlich in eine Probe geraten. Und der, der am Rand wie ein Regisseur an seinem Tischchen sitzt und schreibt, scheint auch mit keinem Publikum gerechnet zu haben.
Eugen Onegin, das ist kein romantischer Opernheld des 19. Jahrhunderts, sondern ein resignierter Dandy, der alle Genüsse des dekadenten Großstadtlebens ausgekostet hat.
15 Jahre war sie auf der Bühne des Gelsenkirchener Musiktheaters nicht mehr zu erleben, dabei soll sie laut einer Fernsehumfrage „die beliebteste Oper aller Zeiten“ der Deutschen sein: Giuseppe Verdis „La Traviata“.
Über allen schwebt die ewige Callas. Noch heute gilt sie manchem Opernfreund in der Rolle der Norma als unerreicht. Dabei ist die Reihe großer Sopranistinnen in ihrer Nachfolge durchaus ebenso beeindruckend:
Zerbrechlich ist das Leben, der Mensch ein Spielball des Schicksals, heißt es zu Beginn von Monteverdis 1640 in Venedig uraufgeführter Oper, einem in grellen Farben gezeichneten Lehrstück ganz im Sinne des barocken Welttheaters.
Seit Rolando Villazon und Anna Netrebko bei den Salzburger Festspielen 2005 als Traumpaar auf der Bühne standen, hat Verdis „La Traviata“ einen medialen Boom erfahren, der seinesgleichen sucht.
Es war eine kleine Randnotiz im großen Wirbel um das Bahnhofprojekt „Stuttgart 21“: Eine Gruppe von Künstlern, die jahrelang in alten Eisenbahnwaggons auf dem stillgelegten Stuttgarter Nordbahnhof gelebt und gearbeitet hatte, musste im Mai der Riesenbaustelle Platz machen.
Seit einem Jahr gibt es die Kolumne Opernzeit, und anlässlich dieses Jubiläums möchte ich in eigener Sache berichten. Soeben wurde die Oper „Die Stadt der Blinden“ am Opernhaus Zürich mit großem Erfolg uraufgeführt...
Wenn mitten im Nirgendwo der Motor plötzlich streikt, hilft auch der faulste Zauber nichts mehr. Das muss selbst der alte Merlin erkennen, den Regisseur Roland Schwab auf der Bühne des Gelsenkirchener Musiktheaters zwar nicht in die Wüste, wohl aber in die Ödnis der Highlands schickt.
Ein großer romantischer Dichter mit seinen Fantasie- und Nachtstücken steht im Mittelpunkt dieser letzten, unvollendet gebliebenen Oper Jacques Offenbachs: E.T.A. Hoffmann.
Mit herausragender Dekadenz und Exzentrik hat sich gleich eine ganze Reihe altrömischer Kaiser ihren Platz in der Weltgeschichte gesichert. Marcus Aurelius Antoninus, der später den Beinamen „Elagabal“ bekam, aber sticht selbst aus diesem illustren Kreis noch hervor.
Die neuen Spielregeln hat der alte Eisenstein noch nicht so recht verstanden. Der Krieg ist verloren, und nun will niemand mehr dabei gewesen sein bei der einst so glühenden großdeutschen Hitler-Gefolgschaft.
Auf der Flucht erschossen
Uraufführung der Jugendoper „Border“ an der Kölner Oper - Opernzeit in NRW 05/12
Sündenbock im Bible-Belt
Carlisle Floyds „Susannah“ in Hagen - Oper in NRW 05/12
Der Verlust der Unschuld
Verdis „Rigoletto“ an der Oper Köln - Oper in NRW 04/12
Mord in düsterer Spelunke
Dietrich Hilsdorf inszeniert „Hoffmanns Erzählungen“ in Essen - Oper in NRW 04/12
Suche nach dem verlorenen Selbst
Tschaikowskys „Eugen Onegin“ am Aalto Theater Essen – Opernzeit 03/12
Ohrenschmaus mit Kasperletheater
Verdis „La Traviata“ im Gelsenkirchener Musiktheater - Oper in NRW 03/12
So gut wie konzertant
Vincenzo Bellinis Norma in Dortmund – Oper in NRW 02/12
Irrfahrt der Herrschenden
„Il ritorno d’Ulisse in patria“ von Claudio Monteverdi – Opernzeit 02/12
Liebe im Angesicht des Todes
„La Traviata“ in Gelsenkirchen – Opernzeit 01/12
Arm, aber sexy im Waggon
Giacomo Puccinis „La Bohème” in Hagen – Oper in NRW 01/12
Die Blindheit des Menschen
Uraufführung der Oper „Die Stadt der Blinden“ – Opernzeit 12/11
Unfreiwillig komisch
Der mythische „Merlin“ als Oper in Gelsenkirchen – Oper in NRW 12/11
Erzählen, um zu überleben
Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach am Aalto-Theater Essen – Opernzeit 11/11
Der Kaiser lässt’s ordentlich krachen
Francesco Cavallis Barock-Oper „L’Eliogabalo” in Dortmund – Oper in NRW 11/11
Abrechnung mit braunem Nachkriegs-Wien
Die Fledermaus von Johann Strauss in Hagen - Oper in NRW 10/11
Das Leben als Traum
„Hanjo“ von Toshio Hosokawa bei der Ruhrtriennale - Opernzeit 09/11
Zähes Buhlen um die Chefin
Donizettis Liebestrank an der Essener Aalto-Oper - Oper in NRW 09/11
Eine Nase voll Lachgas
Der Barbier von Sevilla in Hagen - Oper in NRW 08/11
Das Schlachtfeld im Wohnzimmer
Brittens War Requiem als Handlungsoper im MIR Gelsenkirchen - Oper in NRW 07/11
Der Tod und die Liebe
Richard Wagners Tristan und Isolde - Opernzeit 07/11
Verfettet unterm Sternenbanner
Madama Butterfly an der Essener Aalto-Oper - Oper in NRW 06/11
Gesellschaft ohne Gnade
Das Unrecht der Stärkeren in Alban Bergs Oper Wozzeck - Opernzeit 06/11
Schottischer Krieger mit Hornbrille
Donizettis Lucia di Lammermoor an der Dortmunder Oper - Oper in NRW 05/11
Beim Therapeuten für Selbstmord-Kandidaten
Eine Oper in straffer Szenenfolge. Fatih Akıns „Gegen die Wand“ in Hagen - Oper in NRW 04/11
Geld darf alles!
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - Opernzeit 03/11
Kurzweilig, farbenfroh und mäßig witzig
Eine Märchenoper: „Die Liebe zu den drei Orangen“ am MIR - Oper in NRW 03/11
Großer Grusel auf der Opernbühne
Ein cineastischer Verdi in Hagen - Oper in NRW 02/11
Die Zerstörung kindlicher Unschuld
Brittens Kammeroper „The turn of the screw“ - Opernzeit 02/11
Frau und Mann passt nicht, oder doch?
Mozarts großes Welttheater „Die Zauberflöte“ - Opernzeit 01/11
Demontiertes Weihnachtsmärchen
Antonin Dvořáks Zauberwelt-Oper Rusalka in Dortmund - Oper in NRW 01/11