Elfriede Jelinek hat diesmal frei. Mit fünfzehn Teilnahmen am „Stücke“-Festival zählt sie zu den dramatischen Dauergästen in Mülheim.
„Im Osten was Neues“ lautet das Motto der diesjährigen Ruhrfestspiele. Das ist eine ziemlich gewagte Spekulation.
Der Komponist, Regisseur und Theaterwissenschaftler Heiner Goebbels wurde in Norwegen mit dem Ibsen-Preis geehrt, obwohl noch keines seiner Werke dort aufgeführt wurde.
Sie heißen Roland, Chiemgauer, Justus oder Sterntaler. Sie sind aus Papier, besitzen einen Wert, und man kann mit ihnen einkaufen. Die Rede ist von Komplementärwährungen, die neben dem Euro als Zahlungsmittel existieren und nur in einer Region oder Kommune gültig sind.
Zwischen Pointen, Predigten und Moralpranger: Der Mann mit dem Pferdeschwanz spielt gerne mit seinem Publikum. Aber er kann es sich leisten: Rether polarisiert, mischt die deutsch Kabarett-Szene wohltuend auf. Eine ausverkaufte Stadthalle gab ihm Recht.
Ein kleines Kind mit kahlem Kopf rast auf dem Fahrrad den Krankenhausflur entlang, während seine Mutter mit dem Infusionsständer mühsam Schritt zu halten versucht. Es ist ein symbolisches Bild, das der Regisseurin Barbara Wachendorff immer wieder begegnet ist.
Es zirpt, es brummt, es zwitschert, wenn die experimentelle SoundArt-Szene ihre Maschinen zusammenstöpselt. Zum zweiten Mal treffen sich ausgewählte Akteure im Forum Freies Theater in Düsseldorf, um in einer einwöchigen Werkstatt ihre Ideen umzusetzen.
Im September gab die von NRW-Kulturministerin Ute Schäfer einberufene Theaterkonferenz die Ergebnisse bekannt, wie die vom Land bereitgestellten 4,5 Millionen Euro für Stadttheater und Orchester besonders finanzschwacher Städte verteilt werden sollten.
Es gibt viele Visionen, wie Kulturinstitutionen der Rheinschiene kooperieren sollen. Die Leitmaxime lautet allerdings meist „Geld sparen“. Das im vergangenen Jahr gegründete Theaternetzwerk west off, das die drei Off-Bühnen Theater im Ballsaal in Bonn, Studiobühne in Köln und Forum Freies Theater (FFT) in Düsseldorf verbindet, bildet da eine willkommene Ausnahme.
Syrien ist im Kommen, Libyen schon am Abklingen, keine Rolle mehr spielen dagegen Tunesien und Ägypten. Die mediale Berichterstattung im Westen über die sogenannte Arabellion, die Aufstände im arabischen Raum, folgt so zynisch wie gnadenlos den Ausschlägen auf der Richterskala des Novitätenwerts.
„The Democratic Set“ nennt das australische Back to Back Theatre sein Theaterprojekt, mit dem es derzeit in Europa unterwegs ist. Düsseldorfs neuer Intendant Staffan Valdemar Holm hat die Theatergruppe eingeladen, ihr Projekt auch am Rhein zu zeigen, denn dieses Set, das nach Werkzeugtasche klingt, funktioniert wie ein Schraubenzieher für das Gemeinwesen.
Wie bei ihrem letzten Programm „Durchstarten“ eröffneten Fritz und Hermann auch bei „Oberwasser“ den Abend mit einer Version von „The Final Countdown“, begleitet von hämmernden Klavierklängen. An der Scheußlichkeit dieses 80er-Jahre-Bombastrock-Hits hat sich nichts geändert...
Am Ende herrscht grausiges Schweigen, wenn der Kannibale von Rotenburg in völliger Dunkelheit mit seinem Opfer diskutiert. Hermann Schmidt-Rahmers Inszenierung ließ den Schluss von Elfriede Jelineks „Rechnitz (Ein Würgeengel)“ unangetastet und sorgte so in Düsseldorf für einen Skandal.
Kennen Sie das auch? Man sitzt in einer Gastwirtschaft und bekommt bei seiner Bestellung den Überdruss und die Ungeduld der Kellnerin mit voller Breitseite zu spüren. Die Gäste scheinen der Bedienung nur noch auf den Senkel zu gehen. Das ist der emotionale Horizont, auf dem die Rabtaldirndl ihrem Publikum begegnen.
„Die Synergieeffekte können nur kleinere Beiträge zu den Sparauflagen leisten.“ Schlecht geht es den Kommunen in NRW, ob Wuppertal, Hagen, Oberhausen, Essen, Gelsenkirchen oder Bonn.
Family reloaded
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