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Leichenwagen der Kuscheltiere
Foto: Mareike Wahle

Tötet Kitty!

Intro zum Monat Januar 01/12

Eigentlich ist er ein netter Kerl, der Gatte einer unserer Fotografinnen. Aber wie so oft verbergen sich unter dem äußeren Schein Abgründe. Für seine dreijährige Tochter ist er wohl gewillt, alles zu machen, auch wenn er sich mit seinem Handeln weit außerhalb menschlicher Moralvorstellungen wiederfindet. Die Kleine mag, wie fast alle Mädchen dieses Alters, die für debil-infantile Seelen geschaffene Kunstfigur „Hello Kitty“. Und der Vater mag seine Carrera-Bahn. Um der Tochter sein Hobby näherzubringen, verwandelte er sich in einen grausamen Grafen Frankenstein. Dem Modell des amerikanischen Traums aus Lack und Chrom, der die 1950er Jahre in den USA überhaupt nur überlebbar machte, flexte er das Dach weg. Dann zersägte er Kitty in zwei Teile und klebte das Oberteil der Katze ohne Unterleib auf den Fahrersitz seines Amischlittens. Nachdem das Dach wieder anmodelliert war, spritzte er ekelerregendes Pink auf das weinrote Blech und garnierte seine Tat mit Glitzerstaub. Mein Urteil: ein klarer Fall für den Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Aber nicht nur abstruse Weihnachtsgeschenke beschäftigen die Menschen im Januar. Jahreszeitlich bedingt ist das Heizen von Wohnräumen gerade sehr verbreitet. Das engels-Thema lautet deshalb HOLZ ALS BRENNSTOFF. In unserer waldreichen Region erfährt der regenerative Rohstoff gerade eine Renaissance. Eher der Aufklärung verpflichtet ist das Frühwerk von Wolfgang Amadeus Mozart. Die WUPPERTALER BÜHNEN inszenieren seine Oper GÄRTNERIN AUS LIEBE mit viel technischer Raffinesse, mit Live-Mitschnitten und Videoprojektionen. Nicht ganz so harmonisch wie bei Loriots Weihnachtsfest geht es bei Alan Ayckbourns SCHÖNE BESCHERUNG zu, ebenfalls in der Oper zu sehen. Weihnachten entscheidet sich dort – wie in der Elektrodiscounter-Werbung – unterm Baum, allerdings nur mit Hilfe einer Handfeuerwaffe. Im VON-DER-HEYDT-MUSEUM ist eine besondere Art Bildender Kunst zu sehen, und zwar stilübergreifend. Die Ausstellung ICH – KÜNSTLERPORTRAITS ist quasi eine Sammlung von Autobiographien von Malern, und zwar von Rembrandt über Kokoschka bis Beuys. Sogar das Gesicht eines noch lebenden Künstlers ist ausgestellt. Peter Schmersal lebt zwar inzwischen in Berlin, ist aber in Wuppertal geboren.

Ebenfalls Wurzeln in Wuppertal hat der Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent TOM BOHN. engels sprach mit ihm über seinen neuen Film REALITY XL, über die Risiken und Nebenwirkungen des Produzentenjobs und über Heiner Lauterbach, dessen Zusage ihn bewegte, sich auf das Wagnis, seinen neuen Film selbst zu produzieren, einzulassen. Die französische Liebeskomödie BEZAUBERNDE LÜGEN ist im entfernten Sinne eine Neuinterpretation des Cyrano de Bergerac in Zeiten des Internets, hochromantisch und komisch. Spannung hingegen erzeugt der Agententhriller DAME, KÖNIG, AS, SPION des schwedischen Regisseurs TOMAS ALFREDSON, und zwar ganz ohne Tempo. In Zeiten von unmöglichen Missionen erscheint dies wie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk.

LUTZ DEBUS

Intro.

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Schilderwald
Intro zum Monat November – 11/11

Gibt es konservative Komik?
Intro zum Monat Oktober 10/11

Flüsterasphalt
Intro zum Monat September 09/11

Bier statt Wackelpudding
Intro für den Monat August 08/11

Der wandernde Kontrabass
Intro zum Monat Juli - 07/11

Nicht Botox und nicht Laser
Intro zum Magazin 06/11

Ein Denkmal für uns
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Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!
Intro zum Magazin 04/11

Der diabolische Doppeltunnel
Intro zum Magazin 03/11

Anti-Anti-Anti
Intro zum Magazin 02/11

Die Ursuppe auslöffeln
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Das Potemkinsche Dorf
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engels hat es gewusst
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