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Witzige Weiber

Beim Sommerblut-Festival sitzen Sie in der ersten Reihe - Komikzentrum 05/10

Männer mögen keine witzigen Frauen. Zu diesem auf den ersten Blick selt samen Befund kommen so großartige Komödiantinnen wie Gerburg Jahn ke (Ex- Missfits) und Sissi Perlinger. Und Horst Schroth, der kleine Gift zwerg aus Hamburg, geht sogar noch ein wenig weiter und behauptet allen Ernstes, dass es überhaupt keine komischen Weibsbilder gäbe, also keine Frauen, die mit lustigen Darbietungen ihre Brötchen verdienen. Alles Quatsch? Natürlich nicht. Des Pudels Kern besteht in der Tatsache, dass Humor immer auch Dis - tanz zu dem Objekt der Betrachtung beinhaltet. Kurz: Wenn eine Frau sich über etwas lustig macht, zeigt sie ihre Überlegenheit. Und genau das hat Mann überhaupt nicht gerne.
Dass es eine ganze Reihe von Künstlerinnen gibt, die ihr Publikum zum Lachen bringen, beweist nicht zuletzt ein Blick auf die Comedy-Veran staltungen des Sommerblut-Festivals, das vom 1. bis 23. Mai stattfindet. Wenn ich mich nicht verzählt habe: 16 Frauen und 34 Männer (ausgenommen die vielen schönen Mannsbilder vom Kulturschock) treten hier an, um uns glücklich zu machen – womit die Frauenquote aus rund einem Drittel be steht. Nicht schlecht. Noch besser: Die Künstlerinnen können sich nicht nur sehen lassen, sie können auch was! Susanne Pätzold zum Beispiel: „Bis dass der Tanz uns scheidet“ heißt das Programm, in dem sie mit ihrem Partner Alex Burgos Arme und Beine schwingt, bis die Fetzen fliegen.
Gleich fünf Vertreterinnen des komischen Gewerbes sind unter dem verheißungsvollen Titel „Sekt and the City“ zu bestaunen: Maike Gottschalk, Sia Korthaus, Betty LaMinga, Vanessa Maurischat und Helena Marion Scholz nehmen in der Comedy-Revue ihr Schicksal selbst in die Hand und kei ne Rücksicht auf zart besaitete Dreibeiner. Sie haben sich dazu ent schieden, nur noch grundlos zu jammern – ihnen dabei zuzuhören, ist das reinste Ver - gnügen! Das Duo Queens of Spleens kann richtig schön spinnen, und Sarah Hakenberg erzählt pfiffige Geschichten von „Knut, Heinz, Schorsch und die anderen“, alle samt absurde Ex-Freunde und Ex-Lieb haber. In einer Männer - zeitschrift hat sie übrigens gelesen, dass sich bei Frau en Witz und Attraktivität grundsätzlich ausschließen. Seitdem schreibe sie nur noch traurige Gedichte. Auch eine Maßnahme.
Dem „Honolulu-Prinzip“ geht Christiane Weber auf den Grund, mit dem sie gleich die ganze Welt retten will, wobei den Zuschauern schon geholfen wäre, wenn der Abend gerettet ist. Nur „das Beste“ präsentiert Nessi Tau sendschön zum 20-jährigen Bühnenjubiläum, in Begleitung des kanadischen Allround- Musikers William Mackenzie. Wer das temperamentvolle Stimmwunder kennt, weiß auch, dass kein Auge trocken bleibt, sobald sie die Bühne betritt und mit dem Publikum spielt. Das kann sie nämlich wie kaum eine Andere! Und last, but not least sind mit Cora Frost und Tina Teubner zwei auratische Künstlerinnen vertreten, die dem Festival die notwendige Prise Glamour verleihen. Sämtliche Termine inklusive Spielstätten stehen unter www.sommerblut. net und liegen als Broschüre in Kölner Theatern und Vor verkaufs-Stellen aus. Und ja: Es gibt auch viele lustige Männer, die wissen, wo der Frosch die Locken hat. Für die ist an dieser Stelle allerdings kein Platz – bedauert mit einem Kniep-Auge die Ihnen stets ergebene

Anne Nüme

Bühne.

Mehr als nur Wohlklang
Bis August findet in Tony Craggs Skulpturenpark das renommierte Musikereignis Klangart statt - Bühne 05/12

Das Gerücht von Liebe
Sybille Fabian inszeniert genialen „Liliom“ in Wuppertal - Theater an der Wupper 05/12

Bilderreigen für Kinder
Flötist Matthias Nahmmacher erfand vor drei Jahren das sogenannte Schnipselkino - Bühne 04/12

Frohlocken im Klassengeiste
„Aufstand“ an den Wuppertaler Bühnen - Theater an der Wupper 04/12

Osama fährt mal Schwebebahn
Mark Ravenhills „Das Produkt“ in Wuppertal - Theater an der Wupper 03/12

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Lars Emrich inszeniert „Momo“ am Kinder- und Jugendtheater als märchenhaftes Spiel mit philosophischem Tiefgang – Bühne 03/12

Kommando Maria Böhmer
„Das Ministerium“ in Wuppertal – Theater an der Wupper 02/12

Im Wirrwarr der Lebenslinien
Am Schauspiel Wuppertal inszeniert Claudia Bauer „Endstation Sehnsucht“ – Bühne 02/12

Wo der Wahn wohnt
Mozarts „Die Gärtnerin aus Liebe“ als vielschichtiges, alle Sinne erfassendes Ereignis – Bühne 01/12

Die traurige Komödie
Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“ in der Wuppertaler Oper – Theater an der Wupper 01/12

Koreanische Weihnachten
Das National Theatre of Korea gastiert mit „Mr. Rabbit and the Dragon King“ am Opernhaus – Bühne 12/11

Eskalation im Stillstand
Iwona Jera inszeniert im Kleinen Schauspielhaus die Groteske „Tango“ – Theater an der Wupper 12/11

Der freiwillige Griff ins Klo
Christian von Treskow inszeniert „Die Kontrakte des Kaufmanns“ in der Wuppertaler Oper – Theater an der Wupper 11/11

Am Anfang war der Klang
Johannes Weigand, Chef des Wuppertaler Opernhauses, inszeniert Giuseppe Verdis „Falstaff“ – Bühne 11/11

Der ewig junger Räuber
Das Kinder- und Jugendtheater bringt Otfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz“ auf die Bühne - Bühne 10/11

Fette Beute im Opernhaus
Regisseur Jakob Peters-Messer setzt in seiner Inszenierung von Wagners „Der fliegende Holländer“ auf die Suggestivkraft - Bühne 09/11

Schönes Strandgut im Sommerloch
Bildung macht reich, das ist bekannt. Nur, weil die großen Häuser Ferien machen, muss keiner geistig verarmen - Bühne 08/11

Freundschaft trotz Kollateralschadens
Lars Emrich inszeniert am Kinder- und Jugendtheater „Geheime Freunde“ von Rudolf Herfurtner - Bühne 07/11

See Androids fighting
Eine szenische Collage: Eike Heinemanns „Die Seele der Maschinen” - Theater an der Wupper 07/11

Fleisch, Benzin und Nikotin
Der freie Schauspieler und Regisseur Olaf Reitz ist ein großer Unterhalter. Und ein ebenso großer Kämpfer für die Kunst - Portrait 07/11

Mit wenigen Worten viel zum Ausdruck bringen
Die Ernst Busch-Absolventin Juliane Pempelfort gibt in „Lulu“ ihre erste Hauptrolle an den Wuppertaler Bühnen - Portrait 06/11

Symphonie der unüberwindbaren Gier
Sybille Fabian inszeniert eine extrem-choreografierte „Lulu“ - Theater an der Wupper 06/11

Der Nabel der Theaterwelt
Unter dem Titel „westwärts“ gastieren die besten Stücke des Landes vom 20.- 26.6. in Wuppertal - Bühne 06/11

Ab in die Wüste
Christian v. Treskow inszeniert R. Spregelburds „Die Dummheit“ - Theater an der Wupper 05/11

Unverwechselbarer Ton mit vielen Nuancen
Der „Da Vinci Code“ ist bekannt, jetzt kommt „Der Richling Code“. Der Kabarettist Mathias Richling gastiert damit im Opernhaus - Portrait 05/11