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Foxtrot

Auf verlorenem Posten

09. Juli 2018

Die Filmstarts der Woche

Wie bereits in Samuel Maoz‘ letztem Film „Lebanon“ geht es in „Foxtrot“ um Krieg und die israelische Armee. Das hat wie auf Knopfdruck den Skandal ausgelöst. Aber in „Foxtrot“ geht es um mehr. Der Film ist auch ein Familiendrama und vor allem ein Blick auf die gesamte israelische Gesellschaft – in der Gegenwart und der Vergangenheit. Als Abgesandte der Armee bei dem Ehepaar Feldmann klingeln, weiß Dafna sofort, warum sie gekommen sind und bricht zusammen, noch bevor sie etwas sagen können. Erst ihr Mann Michael erfährt von den Soldaten, dass der gemeinsame Sohn Jonathan an einem Sicherheitsposten umgekommen ist. Was folgt, ist eine filmische Übersetzung des Schocks, der Trauer, der Wut, wie man sie in dieser Intensität im Kino nicht allzu häufig zu sehen bekommt. Dies ist das erste von drei Kapiteln, die in ihrer Gesamtheit einer griechischen Tragödie gleichen. Das zweite Kapitel, das an Jonathans Checkpoint angesiedelt ist, lässt mit seiner surrealen Ödnis auch den Kameramann und Szenenbildner in Samuel Maoz erkennen. Das dritte und letzte Kapitel des Films ist wieder in der Wohnung der Eltern angesiedelt. Samuel Maoz wirft in seinen Filmen einen ungewöhnlichen Blick auf den Krieg. Der 1962 in Tel Aviv geborene Regisseur und Drehbuchautor hat Ende der 1980er Jahre an der Kunsthochschule Beit Tzvi seinen Abschluss als Kameramann gemacht und fortan auch als Szenenbildner gearbeitet – realisierte Dokumentarfilme, Serien und Theaterinszenierungen. Mit „Foxtrot“ wagt Maoz einen Blick in die Befindlichkeit einer Gesellschaft, die gezeichnet ist vom Trauma eines jahrzehntelangen latenten Kriegszustands. Er entfaltet vor dem Auge des Zuschauers eine Ahnenreihe, die von Jonathan über dessen Vater Michael bis hin zu dessen Mutter und damit bis zur Shoah reicht. Es ist ein Kreis aus Schmerz und Schuld, für den Samuel Maoz faszinierende Bilder findet, und trotz allem auch ein Fünkchen Humor übrig hat.

Ohne ihn wäre „My Fair Lady“ nicht, was sie ist! Der Brite Cecil Beaton (1904-1980) steuerte für den Musical-Klassiker das Production- und Kostümdesign bei: ein Mann, der vernarrt war in die Schönheit und in glamouröse Gegenentwürfe zur Wirklichkeit. Als Künstler war er vielseitig: Er schrieb, zeichnete, stattete aus. Und er war einer der prägenden Mode- und Celebrityfotografen des 20. Jahrhunderts, lichtete u.a. die Queen, Mick Jagger und Marilyn Monroe ab – und Greta Garbo, eine der großen Lieben des eigentlich homosexuellen Multitalents. Der Dokumentarfilm „Love, Cecil“ von Lisa Immordino Vreeland hält sich formal zurück, vermittelt dank Archivaufnahmen und Off-Texten aus Beatons Tagebüchern (im Original gelesen von Rupert Everett) aber trotzdem einen fesselnden Eindruck der schillernden Künstler-Vita.

Außerdem neu in den Wuppertaler und Solinger Kinos: Margarethe von Trottas Doku „Auf der Suche nach Ingmar Bergman“, Baltasar Kormákurs wahres Seenot-Drama „Die Farbe des Horizonts“, Rawson Marshall Thurbers Actioner „Skyscraper“ und Jay Chandrasekhars Cop-Klamauk „Super Troopers 2“.

Redaktion engels-kultur.de

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