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Synonymes

Ein neues Leben

15. September 2019

Die Filmstarts der Woche

Ganz auf der Idee, ein Wort durch ein anderes zu vertauschen, basiert Nadav Lapids furioser „Synonymes“, der auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Der junge Yoav kommt aus Israel nach Paris, um ein neues Leben zu beginnen. Vor allem das Hebräische, seine Muttersprache, will er hinter sich lassen. Französisch hat er aus den Büchern gelernt, das macht ihn gleichermaßen theatralisch und pathetisch. Ein Paar, das wie die Protagonisten aus Bertoluccis „Dreamers“ in einer Altbauwohnung Bohème-Träumen nachhängt, zieht ihn in ein libidinöses Dreieck, in dem das größte Begehren noch den Geschichten gilt. Mit entfesselter Innerer-Monolog-Kamera entwickelt Lapid eine sehnsuchtsvolle Tour de Force von einem, der nicht in die Dimensionen der vorgegebenen Welt passen will. 

Eine junge Mutter wird von der DDR-Regierung 1952 aus einem russischen Gulag befreit, wo sie schuldlos eingesessen hatte. Über ihre Vergangenheit muss sie allerdings ein Schweigegelübde ablegen. Bernd Böhlich („Du bist nicht allein“) greift in seinem neuen Kinofilm „Und der Zukunft zugewandt” ein spannendes Kapitel deutsch-deutscher Vergangenheit auf, das aus gegebenem Anlass noch nicht sehr bekannt ist. Alexandra Maria Lara spielt die Hauptrolle mit minimalistischem Einsatz und kann damit die Zerrissenheit ihrer Figur überzeugend zum Ausdruck bringen. In kurzen Zeitsprüngen wird auch das Ende der DDR thematisiert, und in diesen Szenen wird eindringlich deutlich, dass mit dem Ende dieser Epoche auch für die Heldin des Films ein Traum endgültig zu Ende gegangen ist. 

Außerdem neu in den Kinos in Wuppertal, Solingen und Remscheid: Asif Kapadias Doku „Diego Maradona“, Annabel Jankels Romanverfilmung „Der Honiggarten - Das Geheimnis der Bienen“ und Andy Muschiettis Stephen-King-Fortsetzung „Es: Kapitel 2“.

Redaktion engels-kultur.de

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