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A Woman Captured – Eine gefangene Frau

Sklavin – bis jetzt

08. Oktober 2018

Die Filmstarts der Woche

Ende April gewann Bernadett Tuza-Ritters „A Woman Captured – Eine gefangene Frau“ beim Internationalen Frauenfilmfestival den choices-Publikumspreis. Nun kommt die unglaubliche, aber wahre Geschichte in die Kinos: Die 52-jährige Marish lebt in Ungarn seit zehn Jahren ohne Familie und Freundschaften wie eine Sklavin bei einer Familie und deren Vorstand Eta, für die sie ohne Lohn den Haushalt macht. Daneben arbeitet sie in einer Fabrik. Das Geld, das sie dort verdient, muss sie der Familie abgeben. Die Regisseurin hat von Eta die Erlaubnis, zu drehen, weil sie ihr Geld dafür bezahlt. Moralische Bedenken hat Eta nicht. So ist der Film immer nah dran an seiner Protagonistin. Mit ihr hat die Regisseurin zunehmend konspirative Gespräche, die schließlich dazu führen, dass Marish ihre Lage reflektiert und endlich handelt. Der Film löst sich buchstäblich von seiner Rolle als Beobachter und erreicht so die Befreiung einer gefangenen Frau. 

Ein Hotel an der Grenzlinie von Kalifornien und Nevada in den späten 60ern. Eine Handvoll Gäste (Jeff Bridges, Jon Hamm, Cynthia Erivo, Dakota Johnson) trudelt ein, der junge Concierge (Lewis Pullman) verteilt die Gäste in ihre Zimmer. Doch nicht jeder ist der, der er vorgibt zu sein. Und schon bald fließt nicht nur Whiskey, sondern Blut. Elegisches Tempo, elegante Kamera, stilvolles Zeitcolorit, cooler Soundtrack, großer Cast – Regisseur Drew Goddard liefert mit „Bad Times at the El Royale“ Famoses und verwebt Abgründe, Dialogthrill, Twist, Witz und Schreck, dass es einem den Atem verschlägt. Das Erlebnis erinnert daran, als man zum ersten mal „Pulp Fiction“ gesehen hat – nur, dass es Tarantino jetzt schon gibt. Goddard („The Cabin in the Woods“) leistet einen ehrwürdigen Kniefall – und mit seiner Verortung ins amerikanische Hinterland der 60er Jahre zwischen Sekte, Crime und Blood nimmt er die Hommage an Tarantinos nächsten Streifen direkt schon vorweg.

Außerdem neu in den Wuppertaler und Solinger Kinos: Daniel Auteuils Altherrenkomödie „Verliebt in meine Frau“. Dazu starten Christian Alvarts Krimiadaption „Abgeschnitten“, Brian Hensons nicht jugendfreier Puppen-Ulk „The Happytime Murders“ und Karey Kirkpatricks und Jason A. Reisigs Anomationsspaß „Smallfoot - Ein eisigartiges Abenteuer“.

Redaktion engels-kultur.de

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