engels: Herr Vorsteher, was hat sich für die Grünen in Wuppertal durch die Katastrophe von Fukushima verändert?
Peter Vorsteher: Unsere Positionen haben sich nicht geändert. Wir waren schon immer dafür, die Nutzung erneuerbarer Energien auszubauen. Wir benötigen ergänzend moderne gasbetriebene Blockheizkraftwerke und müssen mehr Energie sparen. Geändert hat sich, dass wir mit diesen Positionen nun mehr Rückhalt in der Bevölkerung haben.
Alle anderen Parteien in Wuppertal sind inzwischen auch knallgrün?
Es wäre schön, wenn dies so wäre. Es bleibt abzuwarten, was die CDU und die SPD, die als große Fraktionen mit im Aufsichtsrat der Wuppertaler Stadtwerke sitzen, machen werden. Die WSW gehört zu einem Teil dem belgischen Unternehmen Electrabel, einem Tochterunternehmen des französischen Energiekonzerns GDF Suez, das nah an der Grenze zu Deutschland ein Atomkraftwerk betreibt. Bei den WSW haben wir einen Anteil an Atomstrom von acht Prozent. Nun wird es spannend, ob und wie die Stadtwerke einen Ausstieg aus der Atomkraft mit tragen.

Was können Sie noch tun?
Die rot-grüne Landesregierung von NRW will die Blockadepolitik der abgewählten schwarz-gelben Regierung bezüglich des Ausbaus von Windenergie beenden. Wir werden prüfen, ob hier auch Flächen für Windparks ausgewiesen werden können. Beim Ausbau der Solarenergie sind besonders große Fabrikdächer interessant. Hier wäre es wichtig, die IHK mit ins Boot zu bekommen.
Wie wollen Sie Industriebetriebe überzeugen, in regenerative Energien zu investieren?
Da gibt es ein einfaches Argument. Im weiten Umkreis von Fukushima wird man mindestens 1000 Jahre keine Geschäfte mehr machen können. Dies müssen auch wirtschaftliche Entscheidungsträger begreifen. Man kann mit regenerativen Energien übrigens eine Menge Geld verdienen und viele Arbeitsplätze schaffen. Nach der Autoindustrie ist die Windkraftbranche der zweitgrößte Stahlabnehmer im Land. Die Schaeffler Gruppe in Wuppertal produziert Getriebe für Windräder und bietet ihren Mitarbeitern eine Arbeitsplatzgarantie bis 2016, weil sie so ausgebucht ist.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

70 Reihenhäuser – nur eine Heizung
Auf dem „Bergischen Plateau“ kommen Strom und Wärme aus einer Quelle - Thema 05/11 Energiewende
Strom in Spitzenqualität
Die Wuppertaler Stadtwerke möchten mehr regenerative Energie anbieten - Thema 05/11 Energiewende
„Frau Merkel hat noch nicht angerufen“
Manfred Fischedick über Atomausstieg und Klimaschutz - Thema 05/11 Energiewende
Energiewende: Bitte umsteigen!
Der Schlüssel für eine ökologische Energiewende ist die Stärkung regionaler Strukturen - THEMA 05/11 ENERGIEWENDE
Mehr, mehr, mehr!
Intro – Eine eigene Geschichte
Unser gemeinsames Einwanderungsland
Teil 1: Leitartikel – Wie wir eine freiere Zukunft gestalten können
„Das politische Handlungsbewusstsein fehlt“
Teil 1: Interview – Amadeu-Antonio-Stiftung: Lorenz Blumenthaler über Fremdsein und Diskriminierung
Integration unter Druck
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Jugendmigrationsdienst Wuppertal begleitet Menschen durch ein widersprüchliches System
Mehr als einem lieb sein kann
Teil 2: Leitartikel – NS-Erbe: Das Arbeitsrecht unterdrückt politischen Widerstand von Beschäftigten
„Im Augenblick sehe ich keine kritische Masse für eine breite Bewegung“
Teil 2: Interview – Politologe Alexander Gallas über Protest, Streik und Generalstreik
Bildung für die diverse Gesellschaft
Teil 2: Lokale Initiativen – Der Kölner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Zweifel der Gesellschaft
Teil 3: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
„Verhindern, dass Wissen durch Geschichtspolitik ersetzt wird“
Teil 3: Interview – Historiker Jörn Leonhard über Angriffe auf die Erinnerungskultur
Gegen die Menschenverachtung
Teil 3: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Deckmantel Gefühl
Intro – Guter Umgang
Alles Lüge!
Teil 1: Leitartikel – Duz-Kultur und falsches Wir-Gefühl verschleiern Interessenkonflikte auf der Arbeit
„Das Gefühl, dass hier Nähe entsteht“
Teil 1: Interview – Psychologin Lara Luisa Eder über persönlichen Umgang auf der Arbeit
Nicht sprachlos in den Ruhestand
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fachgebiet Arbeitswissenschaft an der Uni Wuppertal
Benimm dich!
Teil 2: Leitartikel – Eine Gesellschaft kann nur frei sein, wenn sich ihre Mitglieder an Regeln halten
„Heute sind die Menschen eher bei sich“
Teil 2: Interview – Kommunikationspsychologin Christine Flaßbeck über Sprache im Wandel
Entspannt unterwegs
Teil 2: Lokale Initiativen – Köln: KVB-Kampagne für mehr Freundlichkeit
Dubidu
Teil 3: Leitartikel – Reiz und Risiken niederschwelliger Verständigung
„Ein Stammtisch hat nicht nur negative Seiten“
Teil 3: Interview – Medienwissenschaftlerin Paula Nitschke über politische Influencer:innen