Viele fragen sich, warum ich immer eine Mütze trage. Dabei ist der Grund eigentlich leicht zu erraten. Ich habe einfach Sorge, dass mir ein Gleitschirmpilot auf den Kopf kackt. Warum das jemand machen sollte? Ich vermute, es sind sexuelle Gründe, ein lange unterdrückter Großstadttauben-Fetisch oder so.
Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht abwegig, aber wer schon mal im Internet war, der weiß, dass das durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. Man kann sich auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln, es wird der Fantasie der Gegenwärtigen keine Perversion mehr entspringen, die nicht schon ausgelebt wurde.
Ich bin kein Moralapostel, diese Aufgabe überlasse ich den katholischen Priestern – im Gegensatz zu meinen zukünftigen Söhnen.
Verhungern wegen Gendereien
Mit der rhetorischen Streitaxt auf die Pauke der Ethik zu prügeln, ist hingegen wahrlich nicht so mein Ding. Aber ich muss mich auch nicht mit jeder dahergelaufenen Körperflüssigkeit einreiben oder als Teletubby verkleidet eine amouröse Beziehung zu einem Paarhufer eingehen.
Aber wirklich, echt jetzt, akku tiptop mit Spucke drauf, ich bin jederzeit für die freie Bestimmung von Sexualität – und erst recht von Gender. Jeder soll sich aussuchen dürfen, ob er Fußball oder Putzen gut findet. Weg mit diesem Gender-Käse, allein schon, weil es die Lebensgrundlage von Mario Barth ist.
Dass die Piratenpartei so weit geht, die Abschaffung von geschlechtsspezifischen Vornamen zu fordern, halte ich für eine fantastische Idee. Dann kann mein neuer Kumpel Bushido endlich einfach Uschi heißen, wann immer er möchte. Ich gehe noch weiter und fordere, dass alle Männer und Frauen fortan Klaus Klausewitz heißen sollen. Das kann ich mir dann wenigstens merken.
Klaus Klausewitz fragt nicht nach dem Namen
Es wäre eine bessere Welt, eine gerechtere Welt. Jeder Verbreitung von Gerüchten wäre im Voraus Einhalt geboten. Jedem wäre schon klar, dass Klaus mit Klaus was hatte, obwohl diese ja noch mit Klaus Klausewitz zusammen war.
Zudem könnte ich viel mehr Quizfragen beantworten, wenn der Innenminister, der in der Adenauer-Ära zurücktreten musste, der Komponist der „Moldau“ und der dritte römische Kaiser nach Augustus allesamt Klaus Klausewitz heißen würden. Aber in welchem Jahr erfand Klaus Klausewitz die Glühbirne?
Keine Ahnung, da müsste ich den Telefonjoker einsetzen. Wen ich anrufen würde? Na, raten Sie mal.
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