Auf dem bedeutendsten deutschen Comicfestival – dem Internationalen Comicsalon Erlangen – wurden im Juni wieder allerlei Neuerscheinungen prämiert. Unter den nominierten Titeln war auch Stephen Collins' „Der gigantische Bart, der böse war“. Es ist eine Allegorie, die man schnell durchschaut: Dave lebt auf der Insel „Hier“. Dort ist alles wohlgeordnet und perfekt. Alleine die Angst vor der Unordnung und dem Chaos, dass man auf dem Festland, dem „Dort“ wähnt, sorgt für eine unterschwellige Grundangst in der Bevölkerung. Der Grund, warum Collins' Geschichte trägt, ist die dramaturgische wie zeichnerische Erzählweise: In zarten Bleistiftzeichnungen entfaltet er auf faszinierende Art eine vermeintlich heile Welt, die langsam aus den Fugen gerät – und das nicht zu ihrem Nachteil. Ein poetisches Kleinod (Atrium). Mit einem Sonderpreis wurde auch eine Übersetzungsarbeit prämiert. Eine viel zu selten gewürdigte Arbeit, weil man nicht nur sprachlich passend, sondern auch räumlich passend übersetzen muss. Der in der Regel längere deutsche Text muss schließlich in die Sprechblase passen. Bei einem Meilenstein wie Chris Wares „Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt“, einer wunderschön gezeichneten Tragödie um einen alleinstehenden Mann und seine Beziehung zu seinem lange verschollenen Vater, standen die Übersetzer der kleinteiligen Textpassagen vor besonderen Herausforderungen, die Heinrich Anders und Tina Hohl großartig gemeistert haben (Reprodukt).

Monster in der Stadt
Die Filmstarts der Woche
Wie viel Wut ist genug?
„Honey“ von Imani Thompson – Literatur 10/26
Entlastung ist nur ein Anfang
Teil 1: Lokale Initiativen – Kindertal-Vorsitzende Susanne Bossy über Kinderarmut in Wuppertal
Tödlicher Strudel der Politik
„Tosca“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen – Oper in NRW 10/26
Ist die Welt erst ruiniert …
Gut erzählt ist auch Ungerechtigkeit eine spannende Geschichte – Glosse
Orgel reloaded
Orgelmixturen 2026 in der Kunst-Station Sankt Peter – Klassik am Rhein 10/26
„Deutschland ist ungleicher geworden“
Teil 1: Interview – Soziologin Bettina Kohlrausch über Armut, Existenzängste und Sozialstaat
Neues Vertrauen
Digitale Bürgerbeteiligung – Europa-Vorbild Spanien
Anfassen statt digitalisieren
Das Festival Urbäng 2026 am Orangerie Theater – Tanz in NRW 10/26
Drama im Goldrausch
„Mädchen aus dem goldenen Westen“ am Opernhaus Bonn – Oper in NRW 10/26
„Wir treiben das Spektakel noch etwas weiter“
Regisseurin Jenke Nordalm über „Was ihr wollt“ an der Oper Wuppertal – Premiere 10/26
Wir bauen ein Balkonkraftwerk
Holgers letzte Worte – 10/26
Die Demokratie endet mit einem Wimmern
Teil 1: Leitartikel – Politik muss begreifen: Die Bevölkerung ist systemrelevant
Eine Komödie um die Zeit
Oper Köln kehrt an den Offenbachplatz zurück – Oper in NRW 09/26
Dieser Train war nie zu stoppen
Die Jazzikone John Coltrane wurde vor 100 Jahren geboren – Improvisierte Musik in NRW 09/26
Eine Außenseiterin und zwei Klassiker
Erstes städtisches Sinfoniekonzert in der Historischen Stadthalle – Musik 09/26
Töne aus tiefer Seele
Dortmunds Eröffnungsprogramm folgt dem depressiven Zeitgeist – Klassik an der Ruhr 09/26
Alles Blau
Neue Intendanz am Musiktheater im Revier – Oper in NRW 09/26
Orgasmus in der Küche
„Auf den Bildern“ von Annie Ernaux und Marc Marie – Textwelten 09/26
Was Karten verraten
Teil 1: Lokale Initiativen – Bildungsforscher Michael Morawski über Gaming und Geographiedidaktik
„Wir sind stolz, dass wir auch Heidi in der Ausstellung haben“
Kuratorin Nana Tazuke-Steiniger über die Ausstellung „Asia Pop“ im NRW-Forum Düsseldorf – Sammlung 09/26
Mauer des Schweigens
„Eine einfache Wahrheit“ von Corinna Krenzer – Literatur 09/26
Tagebuch eines Kellerkinds
Wie Physik-Engines und NPCs einem das Leben vermiesen können – Glosse
„Es gibt aufklärerische Spiele“
Teil 1: Interview – Historiker Nico Nolden über Politik und Geschichte in Videospielen
Genau diese Freiheit braucht die Kunst
Das großartige Barnes Crossing feiert 20-Jähriges – Tanz in NRW 09/26