Ein Bündel grundsätzlicher Fragen steht am Anfang dieser Ausstellung in Solingen: Ist das Pferd heute noch als Motiv und Thema für die Kunst „tauglich“, oder ist es als bildnerischer Gegenstand nicht überholt und Relikt der Vergangenheit? Findet es sich im öffentlichen Raum nur noch in Form althergebrachter Reiterstandbilder in dienender Funktion, und welche Rolle spielt das Pferd überhaupt in unserer modernen Gesellschaft? Die Wuppertaler Kunstwissenschaftlerin Marlene Baum hatte solche Überlegungen an den Anfang ihrer Recherchen für die von ihr kuratierten Ausstellung gestellt. Und sie kann nun anhand ausgewählter Werke belegen, dass das Pferd auch in der zeitgenössischen Kunst „funktioniert“, wobei es freilich bevorzugt ohne Reiter bleibt, also gewissermaßen auf sich gestellt ist. Damit sind dem Pferd eigene Bedeutungsebenen eigen, es bleibt kreatürlich oder wird zum Stellvertreter für den Menschen, es tritt symbolisch oder zeichenhaft auf, mit Bezügen zur Urzeit und zur Mythologie.

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