Der Disney-Konzern war nicht nur in den letzten Jahren der größte Unterhaltungskonzern weltweit, sondern ist mit seinen Ikonen des amerikanischen Comics auch eine der bekanntesten Marken der Film- und Unterhaltungsindustrie überhaupt. Der Erfinder dieser Figuren, der freundliche ältere Herr, der häufig mit Schnauzbart und einer Pfeife im Mund als der Freund aller Kinder dargestellt wird, war der 1901 in Chicago geborene Walt Disney. Zusammen mit seinem Bruder Roy und dem Künstler Ub Iwerks entwickelte er die ersten Figuren, gab aber bereits als junger Mann von 25 Jahren die eigene Zeichnertätigkeit auf. Ende der 1920er Jahre wurden die ersten Zeichentrickfilme produziert, und sie wurden rasch sehr erfolgreich. Der erste kommerzielle Höhepunkt war der Film „Schneewittchen“ von 1937, gefolgt von dem künstlerisch bis heute beeindruckenden Film „Fantasia“, in dem Zeichentrick und Klassische Musik in kurzen Episoden zusammengeführt sind.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Filmprogramm um Abenteuerfilme („Die Schatzinsel“ oder Romanverfilmungen von Jules Verne) sowie erfolgreiche Dokumentarfilme („Die Wüste lebt“) erweitert. Mit dem Aufkommen des Fernsehens wurde die Produktion ausgeweitet, und Walt Disney avancierte zum Märchenonkel der Nation. Die umfassende Vermarktung seines Imperiums wurde durch die systematische horizontale wie vertikale Diversifikation vorangetrieben. Fernsehanstalten (u.a. ABC und in Deutschland Super RTL), Produktionsgesellschaften, Verleihe, Vergnügungsparks sowie die Herstellung von Figuren, Spielen usw. markieren die Geschäftsstrategie. Der größte filmische Geschäftserfolg der letzten Jahre war das Abenteuer-Franchise „Fluch der Karibik“. Weltweit haben die bisher vier Teile über 3 Milliarden $ eingespielt. Wie alle anderen amerikanischen Majors engagiert sich Disney auch bei deutschen Produktionen, ein besonders glückliches Händchen bewiesen sie beim Oscar-Gewinner „Das Leben der Anderen“.
Der Tod des Apple-Boss und Pixar-Großaktionärs Steve Jobs wird auch seine Spuren bei Disney hinterlassen, gehörte doch das Trickfilmstudio seit 2006 zur Disney Company. Mit „Findet Nemo“ und „Monster AG“ wurde ein völlig neuer Zeichentrickstil für den Erfolg verantwortlich, der sich mehr an den neuen Sehgewohnheiten orientiert und klassische Produktionen wie es zuletzt „Rapunzel“ war, vom Umsatz her hinter sich lässt. Bis zum Jahr 2010 gehörte auch noch MiraMax der Weinstein-Brüder zur Gruppe, ein unabhängiges Studio mit künstlerisch wie kommerziell sehr erfolgreichen Produktionen. Der Verkaufserlös wurde im selben Jahr in die Übernahme der Marvel-Studios gesteckt, womit eine deutlich robustere amerikanische Comic-Ikone in das Unternehmen integriert werden konnte. So stehen die amerikanischen Helden Micky Maus, Goofy, Schneewittchen und das Dschungelbuch für den Beginn des Disneyimperiums und sind heute bei Hulk, Iron Man, Captain America und Thor angekommen.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

„Stromberg hat Relevanz für die heutige Zeit“
Ralf Husmann über „Stromberg – Wieder alles wie immer“ – Gespräch zum Film 12/25
Grenzenlos
10. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/25
Hamnet
Start: 15.1.2026
Extrawurst
Start: 15.1.2026
Silent Friend
Start: 22.1.2026
Father Mother Sister Brother
Start: 26.2.2026
Marty Supreme
Start: 26.2.2026
The Bride! – Es lebe die Braut
Start: 5.3.2026
Nouvelle Vague
Start: 12.3.2026
La Grazia
Start: 19.3.2026
„Ich wollte mich auf eine Suche nach Kafka begeben“
Regisseurin Agnieszka Holland über „Franz K.“ – Gespräch zum Film 10/25
A Useful Ghost
Start: 26.3.2026
Alpha
Start: 2.4.2026
The Odyssey
Start: 16.7.2026
„Es ist vertraut, aber dennoch spannend“
Schauspielerin Barbara Auer über „Miroirs No. 3“ – Roter Teppich 09/25
„Das Leben ist absurd, nicht der Film“
Regisseur Elmar Imanov über „Der Kuss des Grashüpfers“ – Gespräch zum Film 08/25
Hagener Bühne für den Filmnachwuchs
„Eat My Shorts“ in der Stadthalle Hagen – Foyer 11/24
Zermürbte Gesellschaft
choices preview zu „Critical Zone“ im Odeon – Foyer 11/24
Die ganze Palette Kino
9. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/24
Kunst des Nicht-Wegschneidens
„Anna Zeit Land“ im Filmforum – Foyer 10/24
Liebe und Macht
choices preview zu „Power of Love“ in der Filmpalette – Foyer 10/24
Restitution von Kolonialraubkunst
„Dahomey“ und „The Story of Ne Kuko“ im Filmforum – Foyer 10/24
„Die Geschichte ist jetzt unfassbar aktuell“
Regisseur Andreas Dresen über „In Liebe, Eure Hilde“ – Gespräch zum Film 10/24
Der Sieg des Glaubens
„Führer und Verführer“ im Kölner Odeon mit Regisseur Joachim Lang – Foyer 07/24
„Es geht um Geld, Gerechtigkeit und Gemeinschaft“
Regisseurin Natja Brunckhorst über „Zwei zu eins“ – Gespräch zum Film 07/24