Promised Land
USA 2013, Laufzeit: 106 Min., FSK 12
Regie: Gus Van Sant
Darsteller: Matt Damon, Rosemarie DeWitt, Frances McDormand
>> upig.de/micro/promised-land
Luft 'raus
Matt513 (276), 25.06.2013
Ähnlich wie Aaron Eckhart in Thank You for Smoking ist Matt Damon in Promised Land ein Überzeugungstäter ganz im Dienste seines berüchtigten Arbeitgebers. Zwar kennt er die ökologischen Risiken des Geschäfts, übergeht diese jedoch konsequent, weil er meint, daß dem verarmten Landvolk mit seiner aussichtslosen Perspektive schon aus rein existenziellen Gründen gar nichts anderes übrig bleibt, als auf den Deal einzugehen. Er muß sich dabei Vorbehalten unterschiedlichster Art stellen. Der Film hat hier eine starke Szenenfolge; Steve als Verfechter des umstrittenen Angebots vor den Stars and Stripes, das Symbol einer grundsätzlich als 'gut' empfundenen Instanz pervertierend, im öffentlichen Schlagabtausch mit einem Bewohner und Wissenschaftler im Ruhestand.
Der Film deckt etliche relevante Facetten ab und bezieht daraus eine gewisse Authenzität. Im weiteren Verlauf verflacht er plötzlich ohne Not. Steves Kampagne kommt unversehens vor Hindernisse und muß sich bewähren, zudem wird angedeutet, wie erlebtes ihn beschäftigt; aber hier fehlt die sorgfältigere Umsetzung, um dies glaubhaft `rüberzubringen.
Der Twist des Films ist dann –leider- mit seine schwächste Szene. Von der Sache her durchaus gewitzt, aber ach, derart schwach inszeniert, man hört förmlich die Luft entweichen. Die Kernaussage, daß milliardenschweren Konzernen im Zweifel jedes noch so perfide Mittel recht ist, kommt zwar schon rüber. Mit Blick auf das kontroverse Thema hätte man sich hier aber einen viel schärferen Akzent vorstellen können.
Auf der Habenseite hat der Film immerhin ansprechende Leistungen von McDormand, Damon, John Krasinski als Umweltaktivist, Titus Welliver als Ladenbesitzer, ferner Scoot McNeary als aufgebrachter Farmer zu bieten, außerdem das lauschige Idyll Pennsylvanias (`fehlten nur noch ein paar Amish people im Hintergrund) sowie den Soundtrack, der liedweise ein wenig an Simon and Garfunkel erinnert.
Kann man sich durchaus anschauen, wenn man seine übrigen Favoriten im laufenden Programm schon durch hat.

„Es geht vor allem um Selbstermächtigung“
Regisseur Markus Schleinzer über „Rose“ – Gespräch zum Film 05/26
Die Hose als Freiheit
NRW-Premiere von „Rose“ im Düsseldorfer Cinema – Foyer 04/26
Spielzimmer für neue Impulse
20-jähriges Jubiläum des Kölner Filmforums – Foyer 04/26
„Kein großes Spektrum an Geschlechtsvielfalt“
Schauspielerin Caro Braun über „Rose“ – Roter Teppich 04/26
„Stromberg hat Relevanz für die heutige Zeit“
Ralf Husmann über „Stromberg – Wieder alles wie immer“ – Gespräch zum Film 12/25
Grenzenlos
10. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/25
„Ich wollte mich auf eine Suche nach Kafka begeben“
Regisseurin Agnieszka Holland über „Franz K.“ – Gespräch zum Film 10/25
The North
Start: 21.5.2026
Mother Mary
Start: 21.5.2026
Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes
Start: 4.6.2026
Dao
Start: 4.6.2026
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Start: 11.6.2026
The Death of Robin Hood
Start: 18.6.2026
Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war
Start: 25.6.2026
Die Odyssee
Start: 16.7.2026
Bitteres Fest
Start: 30.7.2026
The End Of Oak Street
Start: 13.8.2026
A Sad & Beautiful World
Start: 20.8.2026
Im Spiegel meiner Mutter
Start: 20.8.2026
Frühstück bei Audrey
Start: 10.9.2026
„Es ist vertraut, aber dennoch spannend“
Schauspielerin Barbara Auer über „Miroirs No. 3“ – Roter Teppich 09/25
„Das Leben ist absurd, nicht der Film“
Regisseur Elmar Imanov über „Der Kuss des Grashüpfers“ – Gespräch zum Film 08/25
Hagener Bühne für den Filmnachwuchs
„Eat My Shorts“ in der Stadthalle Hagen – Foyer 11/24
Zermürbte Gesellschaft
choices preview zu „Critical Zone“ im Odeon – Foyer 11/24
Die ganze Palette Kino
9. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/24