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Gesamtkunstwerk? Gesamtdesign? Fabian Freese in der Luisenstraße
Foto: Martin Hagemeyer

Werke, Ideen, Techniken

08. November 2016

Wuppertaler offene Galerien und Ateliers am 5./6.11. – Kunst 11/16

Längst Tradition ist dieser Herbsttermin für Wuppertals Freunde der bildenden Kunst: An zwei Wochenenden öffnen Galerien und Ateliers ihre Pforten – gern an die zweihundert und stets einmal im Osten der Stadt, einmal im Westen.  Dass die Künstler ihre Werke dabei nicht nur zur Schau stellen, sondern auch zum Kauf, tut der Chance zum zwanglosen Bummel keinen Abbruch: Mit und ohne Erwerbswunsch ist die WOGA immer auch Gelegenheit, einfach nur zu gucken und Kunstort an Kunstort zu reihen.

Wobei diese vage Bezeichnung schon andeutet: Die Orte sind sehr verschieden, die Ambitionen auch. Wer Kunst-Hopping mag und vielleicht von Aktionen wie den „Museumsnächten“ kennt, merkt schnell: Von den dort vertretenen Galerien nimmt heute nicht jede teil. Zu breit mag manch Etabliertem bei der WOGA das Spektrum scheinen, in dem sich auch Hobbygruppen ebenso tummeln wie Cafés mit Ausstellungswand oder auch eher schicke als tiefgründige Designer. Nur eines vielleicht eint sie alle, und wenig ist das ja nicht: Sie wollen zeigen – Werke, Ideen, Techniken.

Viel zum Schmecken und Entdecken: „Quermalerei“ am Platz der Republik, Foto: Martin Hagemeyer

Bei Gemeinschaften wie den „Bunten Füchsen Vohwinkel“ finden sich Naturmalerei, Filzarbeiten, auch liebevolle Puppenhäuser – und ihre Akteure haben kein Problem zu sagen: „Bei uns wird auch gebastelt.“ Auch die „KünstlerKolonie Dönberg“ ist ein loser Zusammenschluss aus Kreativen eines Stadtteils, präsentiert sich allerdings zentraler: im Café Ada an der Wiesenstraße. Getreu dem Atelier-, sprich: Werkstattcharakter kann man hier auch Handwerkliches erfahren, wo es Richtung Kunsthandwerk geht. Holzkünstler Manfred Mestel erklärt, wie man drechselt, Malerin Ingrid Fach, wie man lasiert: Tröpfchenweise gibt sie Rot in eine Schale, tunkt ein, tupft. Man lernt: Beim Lasieren mischen sich die Farben nicht.

Marie Fenske arbeitet nach dem Grundsatz „Alles überlagert sich“ mit Schichtungen und stellt intensive Panoramen in der harmoniesatten Praxis „Klang und Schwingung“ aus. Das mag nicht jedem liegen, wirkt als Ort-Kunst-Kombi aber sehr stimmig. Bei alteingesessenen Künstlern wie André Kern oder Bernd Bähner in der Luisenstraße genügt, wenn es drinnen gerade zu eng ist, schon ein Blick von außen, um Spuren des Werkelns, etwa Dosen und Joghurtbecher voller Farbe, zu erspähen.

In den Mirker Ateliers, gegenüber der jungen „Utopiastadt“ schon über zehn Jahre hier angesiedelt, liegt nicht nur Werkzeug auf den Tischen, sondern auch schon mal Material auf Halde, das anderenorts vielleicht selbst zum Kunstobjekt taugen könnte: Bei Barbara Brost, Schöpferin filigraner Zeichnungen und Fabelwesen, ist in Kästchen eine Sammlung Hühnerknochen zu entdecken, bei der Kollegin nebenan Mini-Lettern aus der Buchstabensuppe – säuberlich geordnet von A bis Z. Wer weiß, was draus wird.

Was ist Kunst? Kann das weg? Und wenn ja, wie viele? Auch zu derlei Gegrübel gibt es am WOGA-Tag beim Schlendern genug Gelegenheit, gerade wenn am Weg die Antworten so unterschiedlich sind. Dann mag man auch schon mal die knalligen Foto-Großformate beim internationalen Crack arg forciert finden oder nicht einsehen, warum eigentlich Produktdesign so oft ums Verrecken Kunst sein will. Ein Ort wiederum wie die „Quermalerei“ am Platz der Republik mag als Nähschule, Café, Atelier, Bühne etwas viel der Kombi bieten – dafür aber doch hochwillkommen sein zur Pause bei köstlichem Kuchen. Eine WOGA ist ja doch auch ein Gesamterlebnis.

Martin Hagemeyer

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