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Der Meister an den Knöpfen: Karlheinz Stockhausen
Foto: Werner Scholz

Brücken zu den Sternen

16. April 2020

Das Festival Acht Brücken belauscht den Kosmos – Klassik am Rhein 04/20

Am Anfang der Schöpfungsgeschichte der Welt war eventuell doch kein Wort, wie die Bibel verrät, sondern ein Knall. Das besagt die Urknalltheorie, deren Verfechter schon länger ins All horchen, immer dem Echo auf der Spur, das vor etwa 14 Mrd. Jahren als vielleicht messbare Welle loslief. Unter dem Motto „Musik und Kosmos“ möchte in Köln das Festival „Acht Brücken. Musik für Köln“ den Sound des Universums erforschen, wie ihn lebende und vergangene Künstlerpersönlichkeiten reflektiert haben. Ganz vorn mit dabei: Karlheinz Stockhausen.

„Ich bin auf Sirius ausgebildet worden und will dort auch wieder hin, obwohl ich derzeit noch in Kürten bei Köln wohne.“ Das stellte der Meister Stockhausen 1988 klar. Als er 2007 das Zeitliche segnet, erklärt er kurz zuvor seiner Lebensgefährtin, dass an diesem Tag ein ganz neues Kapitel für ihn beginne – vielleicht kehrte er damals zurück auf Sirius im Sternbild Großer Hund, der so besonders funkelt im Sternenzelt.

Während das Festival Stockhausen als Alpha und Omega mit aufwendigen Werken zitiert – zur Eröffnung mit der Parkmusik „Sternklang“ unter freiem Himmel im RheinEnergieStadion, zum Abschluss mit dem Tanzstück „Inori“ in der Musikhochschule –, darbt der legendäre Arbeitsplatz des Komponisten in Köln vor sich hin. Das Studio für Elektronische Musik des WDR, in dem Stockhausen in den 60ern seinen Ruf als Bürgerschreck und den Kölns als „Welthauptstadt der Neuen Musik“ begründete, liegt seit 20 Jahren brach in Kellerräumen in Ossendorf. Dieser Schatz von ideellem und musikhistorischem Wert verdiente größere Beachtung.

 Über die Erde erheben sich seit Jahrhunderten die Künstler in ihren Gedanken und manchmal auch in den Werken. Frau Luna wurde von Peter und dem Maikäfer Herr Sumsemann in „Peterchens Mondfahrt“ besucht, sehr spannend und bildhaft von Jules Verne bereist, später von findigen Operettenkomponisten in Tönen porträtiert. Ende der 50er Jahre flogen tatsächlich erste Lebewesen in den Weltraum, das regte natürlich auch die Fantasien der Klangtüftler an. So machen die Veranstalter von „Musik und Kosmos“ reiche Beute auch bei George Crumb, John Cage oder Gérard Grisey, lassen mehr als ein Dutzend Werke uraufführen und beachten auch Jazz und Weltmusik – kein Urknall, aber ein Paukenschlag für die Zeitgenössische Musik.

Acht Brücken. Musik für Köln | 30.4. - 10.5. | www.achtbruecken.de

Olaf Weiden

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