Das Vokalensemble Vox Vallis besteht seit 2017. Dessen junge Männer singen seit ihrer Kindheit und erhielten eine umfassende Gesangsausbildung. Hervorgegangen ist es aus der Wuppertaler Kurrende. Das Pendant zu dem Knabenchor ist die Elberfelder Mädchenkurrende. Ihre künstlerische Leiterin Angelika Küpper gründete Anfang des Jahres ebenfalls einen Kammerchor, zu dem unter anderem erfahrene Kurrendanerinnen gehören und der auf den Namen „Junger Frauenchor der Elberfelder Mädchenkurrende“ getauft wurde. Nach zwei intensiven Arbeitsphasen und der musikalischen Gestaltung eines Gottesdienstes hatte er nun in der Erlöserkirche seinen ersten öffentlichen Auftritt. „Nordische Klänge“ lautete der Titel der Konzertpremiere, mit dem sich 16 Sängerinnen auf eine musikalische Reise nach Estland, Finnland, Norwegen und Schweden begaben.
Von der ersten Note bei „Mu süda, ärka üles“ („Wach auf, mein Herz, und singe“) aus der Feder des estnischen Komponisten Dyrillus Kreek (1889-1962) bis zum letzten Ton von Charles Gounods „Da pacem Domine“ als Zugabe bietet der Chor ebenmäßige, differenzierte, stets intonationsreine Gesänge. Hier wie bei den beiden anderen Kompositionen a cappella – „Ubi Caritas“ des in New York lebenden Norwegers Ola Gjeilo (geboren 1978) und „Sommarpsalm“ von Waldemar Åhlén (1894-1982) aus Schweden – singen die jungen Frauen ausdrucksstark und fein nuanciert. Diese drei- und vierstimmigen Sätze, darunter auch die von Leif Lundberg arrangierte schwedische Volksmelodie „Bred Dion Vida Vingar“ („Breite deine weiten Flügel aus“) mit Klavierbegleitung, intonieren sie ausdrucksvoll vom tragfähigen Pianissimo bis hin zum Fortissimo und zeichnen die Klangbilder stimmungsvoll nach, während sie diese Oberstimmen-Werke klar und hell vortragen.
Zu der „Missa Popularis“ in der Fassung mit reiner Streicherbegleitung von Mårten Jansson (geboren 1965) gesellt sich als Hauptwerk des Abends die Sinfonietta Wuppertal. Sie begleitet die Choristinnen, die die fünf Teile ebenfalls ausdrucksstark vortragen, intensiv und zuverlässig. Bei diesen Programmpunkten lotst Küpper den Chor, das Streichorchester und den Klavierspieler aus den Reihen der Sinfonietta bei „Bred Dion Vida Vingar“ selbst bei vertrackten Passagen stets umsichtig und mit deutlichen Anweisungen durch die Partituren.
Am Anfang und zwischendurch präsentiert das Streichorchester das „Andante Festivo“ des Finnen Jean Sibelius (1865-1957) und die Serenade op. 11 von Dag Wirén (1905-1986) aus Schweden. Hoch engagiert spielen die Amateurmusiker und Instrumentalpädagogen unter der genauen Leitung von Didier Jacquin, Dirigent des Collegium Musicum Ratingen, diese beiden Stücke mit großen musikalischen Spannungsbögen. So fällt es nicht sonderlich ins Gewicht, dass sich hin und wieder ein paar Tonunsauberkeiten einschleichen.
Das Publikum zeigt sich zu Recht begeistert. Der ausgiebige Schlussapplaus mündet in die bereits erwähnte Zugabe.
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