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Elegy oder die Kunst zu lieben
USA 2008, Laufzeit: 108 Min.
Regie: Isabel Coixet
Darsteller: Penélope Cruz, Sir Ben Kingsley, Dennis Hopper, Peter Sarsgaard, Patricia Clarkson, Deborah Harry, Michelle Harrison, Chelah Horsdal, Sonja Bennett, Laura Mennell

Eine bildhübsche Studentin entfacht in einem alten College-Professor noch einmal die große Liebe. Der sträubt sich vergeblich gegen die Beziehung, da sie seine geschätzte Freiheit gefährdet.

Der New Yorker College-Professor David Kepesh (Ben Kingsley) hat schon so einige Jahre auf dem Buckel. Die Konstanten im Leben des Junggesellen sind sein bester Freund, der Dichter George O’Hearn (Dennis Hopper) und seine Daueraffäre Carolyn (Patricia Clarkson). Ansonsten genießt David seine Freiheit. Seinem Sohn (Peter Sarsgaard) hat er sich entfremdet, das weibliche Geschlecht zollt ihm nach wie vor die Aufmerksamkeit. So wirft sich David wie eh und je ungebunden in Amouren mit seinen Studentinnen. Bis eines Tages die attraktive Consuela Castillo (Penélope Cruz) im Hörsaal sitzt. Seine intellektuellen Schmeicheleien öffnen ihm auch hier bald Tür und Tor. Nur will es David diesmal ungern beim One-Night-Stand belassen. Fühlte er sich bisher durch die Amouren verjüngt, wird für ihn aber nun zunehmend der Altersunterschied allgegenwärtig. “Denk nicht so viel übers Altwerden nach“, rät ihm George, „Werd erst mal erwachsen.“ Und genau dort liegt das Problem des ansonsten so weltbewanderten und gelehrten Akademikers: Mit der keimenden Liebe kommen Verantwortung und Zugeständnisse. Dinge, denen sich David sein Leben lang erfolgreich entzogen hatte.

Mit „Elegy oder die Kunst zu lieben“ kann Isabel Coixet zwar nicht an ihr beeindruckendes Debüt „Mein Leben ohne mich“ von 2003 anknüpfen, ihr gelingt jedoch ein berührendes Drama, das im Prinzip ganz trivial vom Altern, von der Liebe und von Verantwortung erzählt. Neu ist hier vor allem das Setting, sprich die Ansiedelung im Umfeld der Intellektuellen. Dass ein Doktortitel nicht vor Unreife schützt und auch Akademiker bloß vögeln wollen, vermittelt Coixet mit bewährter Hand fürs Melodram. Zur Seite steht der Regisseurin ein starbesetztes Darstellerensemble, das der Vorlage („Das sterbende Tier“) des Literaten und Pulitzer-Preisträgers Philip Roth Leben einhaucht. Spaß macht dabei vor allem Dennis Hopper in der Rolle von Davids Kumpel George, der die ansonsten dramatischen Geschehnisse rund um den gelehrten Kindskopf zynisch kommentiert. „Die Zeit vergeht, wenn man nicht hinschaut.“ Auch diese Weisheit nimmt man mit auf den Weg. Und die gilt natürlich überall, nur nicht im Kino.

(Hartmut Ernst)

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