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Monster's Ball
USA 2001, Laufzeit: 111 Min., FSK 16
Regie: Marc Forster
Darsteller: Billy Bob Thornton, Heath Ledger, Halle Berry, Peter Boyle, Sean "Puffy" Combs, Mos Def, Will Rokos, Milo Addica

Schon auf der diesjährigen Berlinale war der US-amerikanische Independent Film MONSTERS BALL ein Publikumsrenner. Ex-Bond Girl Halle Berry bekam den Silbernen Bären und wurde wenige Wochen darauf in Los Angeles mit den Oscar als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Hank Grotowski (Billy Bob Thornton) ist ein harter Knochen, genau wie sein Vater. Wie schon sein Vater es war, so ist auch Hank Aufseher im Todestrakt eines Gefängnisses in Georgia. Wie sein Vater, ist er ein überzeugter Rassist. Und wie vor langer Zeit seine Mutter, so hat auch Hanks Frau vor einigen Jahren Selbstmord begangen. Sein sensibler Sohn Sonny ist ihm in den Beruf gefolgt. Jedoch kann dieser es Hank nie recht machen. Nachdem Sonny bei der Hinrichtung eines Farbigen die Nerven verliert, kommt es zur Katastrophe, die zum Weckruf für Hank werden soll: Sonny erschießt sich vor seinen Augen. Hank ist tief erschüttert und beschließt am darauffolgenden Tag sein Leben von Grund auf zu ändern. Er quittiert den Job, macht einen eigenen Laden auf und lernt die farbige Kellnerin Leticia (Halle Berry) kennen. Die hat gerade ihren Mann und kurz darauf auch noch ihren Sohn verloren. Zwischen den beiden einsamen Menschen entwickelt sich bald eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Doch neben den Schwierigkeiten die jedes frische Paar lösen muss, ist da noch Hanks Vater (großartig: Peter Boyle), der von seinem Rollstuhl aus nichts unversucht lassen wird, sowohl Hanks Emanzipation als auch dessen Affäre mit einer Farbigen zu verhindern. Vor allem aber ist da noch ein dunkles Geheimnis, das Hank vor Leticia hat: Er war der Scharfrichter ihres Mannes... Es fällt nicht leicht mit anzusehen, wieviel Katastrophen und Schicksalsschläge die Drehbuchautoren Addica und Rokos und der Regisseur Marc Foster in den ersten 20 Minuten des Films ihren beiden Hauptfiguren zumuten, um ihre Liebesgeschichte in Gang zu bringen. Dafür gelingt es ihnen und ihren hervorragenden Schauspielern aber, uns zwei Menschen zu zeigen, die zuerst kalt und unsympathisch scheinen, die sich und uns aber in ihrer Suche nach Liebe und Vergebung schließlich sehr nahe kommen. Mit erzählerischer Kraft, Humor und dem ständigen Einsatz des Unvorhersehbaren bleibt Monster`s Ball dicht bei den Figuren. Er lullt uns nicht ein und läßt uns nicht wegdämmern. In bemerkenswerter Weise umschifft er jeden Sozialkitsch und vermeidet den erhobenen Zeigefinger. Er predigt Antirassismus, Liebe und Tolleranz nicht, er verleitet uns. Während Marc Foster sich nicht darum drückt, zwischen den Bildern Stellung zu beziehen, spüren wir, daß er sie alle liebt, die Guten wie die Bösen, die Harten und die Weichen, die Richtigen und die Falschen. Und mit großartiger Verführungskunst gelingt es ihm, daß auch wir uns verlieben.

(Raymond Boy)

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