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Transamerica
USA 2004, Laufzeit: 103 Min., FSK 12
Regie: Duncan Tucker
Darsteller: Felicity Huffman, Kevin Zegers, Fionnula Flanagan, Elizabeth Pena, Graham Greene, Burt Young, Carrie Preston

Die transsexuelle Bree steht kurz vor der letzten Operation, die sie endgültig zur Frau macht. Der Anruf von dem jungen Toby stürzt sie in Verwirrungen, denn sie ist dessen Vater. Unkonventionelles Roadmovie Die Verleihung der diesjährigen Golden Globes sorgte gleich für zwei Überraschungen. Erstens wurden die Gewinner der Auszeichnungen von Independent-Filmen beherrscht und zweitens spielten Filme mit einem anderen als dem gewöhnlichen heterosexuellen Hintergrund eine besondere Rolle: Capote um den schwulen Schriftsteller war ebenso einer der Gewinner wie "Brokeback Mountain", unser Film des Monats um eine Liebe zwischen zwei Cowboys. Mit dem Preis für die beste Hauptdarstellerin in einem Drama konnte Felicity Huffman ("Desperate Housewives") auch für "Transamerica" einen Preis einheimsen. Das Spielfilmdebut von Duncan Tucker handelt von einer transsexuellen Frau und ihrem Sohn, einem drogensüchtigen Stricher. Toby (Kevin Zegers) scheint einem Film von Larry Clark entsprungen zu sein: Der smarte Teenager ist mit allen Wassern gewaschen, probiert sich in Sachen Drogen aus und ist es gewohnt, seinen Körper zu verkaufen. Nun sitzt er im Knast. Als Bree davon erfährt, interessiert sie das zunächst überhaupt nicht. Sie hat mit ihrem alten Leben abgeschlossen. Lange ist es her, dass sie als Stanley auf der High School bei einem 'Unfall' Vater von Toby wurde. Doch Brees Therapeutin besteht auf den Besuch bei Toby. Als der denkt, sie sei eine christliche Fürsorgerin, interveniert Bree nicht. Nun will Toby aber mit Brees Hilfe nach L.A., um Pornostar zu werden und seinen Vater finden. Die Verwicklungen in Duncans Debut haben es in sich. Die Gegensätze ? hier die konservative Fast-Frau, die ganz normal leben will, da der Stricher-Sohn, für den Bree der biologische Vater ist ? könnten kaum problematischer sein. Aber hier handelt es sich nicht um eine Verkleidungsklamotte à la "Charlies Tante", hier kollidieren Lebensentwürfe, die man nicht wie Kleidungsstücke an und ausziehen kann und die man somit auch ernst nehmen muss. Auch wenn es einige komische Momente in dem Film gibt, die Tragik spielt immer mit. Der große Verdienst von Duncan und seinen beiden Hauptdarstellern ist es, ein feines Gespür für die Protagonisten zu haben und sie nicht an Hand von Klischees zu definieren. Und vor allem: den Figuren ihr ganz eigenes Glück zuzugestehen.

(Christian Meyer)

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