„Jazz goes to Kur“ im Herbst in Bad Wörishofen, „Swing goes to the opera“ zu Weihnachten in Nürnberg, in Köln hieß es im vergangenen Monat „Jazz goes Pascha“ – das ist der Nightclub im Ensemble mit dem „Größten Laufhaus in Europa, Bordellerlebnis auf sieben Etagen“ - so wirbt die Internet-Seite.
Kein anderes Melodie-Instrument wird in der populären Musik so multistilistisch eingesetzt wie die Gitarre. Rock- und Popsounds scheinen ohne kreischende Gitarrenriffs undenkbar, die Zeit des Fusionjazz wäre ohne markante Gitarristen wesentlich kraftloser ausgefallen, und im Jazz reagiert der gesamte Bandklang auf den Einsatz einer Gitarre bis heute grundlegend.
Für manchen frommen Kirchenmusiker steigt hier der Leibhaftige persönlich über die Königin der Instrumente. Cameron Carpenter heißt das erschreckende Wesen. Zum Konzert an der Orgel erscheint er im weißen hautengen Trikot wie ein Olympionike der Eisbahn.
Zurück in die Gegenwart: Die aktuelle Düsseldorfer Quadriennale widmet sich vor allem den Pionieren der Gegenwartskunst seit 1960, mit Bezug zu Düsseldorf. Die Quadriennale ist eine mit viel Werbeaufwand und zusätzlichen städtischen Geldern betriebene konzertierte Veranstaltung der Düsseldorfer Ausstellungsinstitute, die demonstriert, wie weitreichend die Impulse dieser Kunstszene sind und wie viele Museen sich hier der zeitgenössischen Kunst verschrieben haben.
Joseph Beuys, geboren 1921 in Krefeld, aufgewachsen in Kleve, gestorben 1986 in seinem Atelier in Düsseldorf, ist derzeit in aller Munde. Natürlich, mit seinen Arbeiten in den Museumssammlungen und als legendärer Protagonist der Avantgarde war er stets präsent. Schließlich gibt es kaum einen Künstler, der so in die Gesellschaft hineinstrahlt.
Im Vergleich zu den Kapriolen der letzten Monate war es über 40 Jahre lang richtig ruhig und gemütlich rund um das Freizeitzentrum West. Der Laden, von Freunden und Anwohnern im Dortmunder Westen liebevoll FZW abgekürzt, war ein klassisch-sozialdemokratisches Stadtteilzentrum mit Jugend- und Kulturveranstaltungen verschiedener Art und, als besonderem Fokus, Pop-Konzerten.
In kultureller Hinsicht litt Wuppertal in den vergangenen Jahren unter ähnlicher Tristesse und Verfallserscheinungen wie viele Orte im Ruhrgebiet. Hier wie dort ist das einzig probate Mittel, selbst Initiativen im Kleinen auf die Beine zu stellen. Bastian Küllenberg macht es mit seiner Konzertreihe „Endstation Sehnsucht“ im Bahnhof Vohwinkel vor.
Die Rockford Kabine versteckt sich hinter dicken Mauern. Mitten im Bochumer Westen zwischen Jahrhunderthalle und Marienkirche haben Stefan Zweers und Jochen Berndt einen ehemaligen Hochbunker zu ihrem Arbeitsplatz gemacht.
Von „Es ist ein großes Privileg, den Menschen zuschauen zu dürfen, die sich diesem Leben (als Tänzer) geweiht haben, und die diesen Kampf gegen den Verschleiß und den Tod nicht gewinnen können, oder nur für eine sehr kurze Zeit“. Das sagt Frederick Wiseman, der große alte Mann des britischen Dokumentarfilms, der in seinem neuen Werk „La Danse“ die Tänzer, Ballettmeister und Choreographen im Palais Garnier in Paris bei der Arbeit beobachtete.
Die junge Elcim hat die acht Jugendlichen der Aerobic-Truppe fest im Griff. „Du kannst uns so rumkommandieren wie deinen Freund“, frotzelt jemand. Die 16jährige Schülerin quittiert das mit einem hellen Lachen – und zieht ihr Programm durch.

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