Die Schweiz ist ohne Vereine nicht vorstellbar. Sie bilden das Rückgrat des urdemokratischen Landes. Nicht umsonst sind auch die helvetischen Parteien als Vereine organisiert. Es ist also nicht nur Ironie, wenn sich die Theater- und Performancegruppe Mass & Fieber aus Zürich als „Verein zur Förderung von anonymen Fiktionen, Kunstspielereien und Vernetzungen aller Art“ bezeichnet.
Der sexuelle Missbrauch in pädagogischen Einrichtungen wie dem Canisius-Kolleg oder der Odenwaldschule hat die Gemüter bewegt. Nach Jahrzehnten des Totschweigens kam die Wahrheit endlich ans Licht: Pädagogen und Priester haben sich an ihnen anvertrauten Kindern vergangen und deren weiteren Lebensweg gezeichnet.
Riccardo hat es bis an die Spitze geschafft: Er ist der Gouverneur, er hat die Macht. Aber das Geschäft ist ein nüchternes. Was ihm fehlt in seiner ausgeprägten Selbstverliebtheit, ist der Glanz, der Glamour, den er nur auf der Leinwand findet. So hängt er am liebsten seiner Traumwelt im privaten Kinosaal nach, während seine Gegner schon die Messer wetzen.
Eine Ausstellung mit Malereien von David Lynch ... gab’s hierzulande noch nie. Hingegen ist der in Los Angeles lebende Lynch als Regisseur berühmt: mit Serien und Filmen wie „Twin Peaks“, „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“, die Fragen aufwerfen und kaum Antworten geben.
Blasmusik, och ja, dicke Backenmusik, och nee, muss nicht sein. Bayerische Blechbläser in Krachledernen, die können gut sein, müssen aber nicht. Trompetende Volksmusikstars oder als Kölner Spezialität karnevalistische Trompetenvirtuosen, die sich im Studio von jungen Studierten die Titel aufblasen lassen – nee, darf eigentlich nicht sein.
Dass es selbst der Tochter von Emmerich Kálmán gefallen hat, wer hätte es erwartet. Objektiv gesehen zieht die aktuelle Kölner Inszenierung der Csárdás-Fürstin die heitere Operette in einen Sumpf von Tuntenball und Schwuchtelklitsche. Und hebt damit ganz bewusst die seichte Soße auf eine Ebene prickelnder Gefühle und seelischer Konflikte – auch für den Hetero-Normalo.
Im Herbst 2009 wurde in Hagen das Kunstquartier mit zwei Museen unter einem Glaskubus eröffnet: dem nun erweiterten Karl Ernst Osthaus Museum und dem neuen Emil Schumacher Museum, welches den expressiv abstrakten Maler vorstellt.
Eltern und Großeltern bekommen noch heute leuchtende Augen, wenn sie von dem Ufa-Klassiker „Die Drei von der Tankstelle“ mit Lilian Harvey, Willy Fritsch, Heinz Rühmann und Oskar Karlweis in den Hauptrollen (1930) erzählen.
Unter den Überzeugungsträgern von engen Jeans geht seit ein paar Monaten ein neues Gespenst um. Der Welt ist es als Witch House bekannt, wieder andere nennen es Drag. Der innere Kreis bevorzugt angeblich den Begriff Ghost Drone, aber das hat sich bis zum Erscheinen dieser Kolumne vermutlich auch schon wieder geändert. Nur eins ist sicher – seine Heimat ist das Internet, und zwar genau der Teil, wo sich Musiknerds am liebsten aufhalten.
„Am Anfang habe ich gedacht, Tanzen ist blöd. Doch jetzt merke ich, dass Tanzen cool ist.“ Das sagt ein Jugendlicher aus Krefeld, und wer hätte nicht schon wie er den Kopf über jene Hupfdohlen geschüttelt, die da unverständliches Zeug auf der Bühne produzieren? Tanz ist keineswegs immer so einfach zu verstehen, wie unter der Hand behauptet wird.

Anfassen statt digitalisieren
Das Festival Urbäng 2026 am Orangerie Theater – Tanz in NRW 10/26
Tödlicher Strudel der Politik
„Tosca“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen – Oper in NRW 10/26
Drama im Goldrausch
„Mädchen aus dem goldenen Westen“ am Opernhaus Bonn – Oper in NRW 10/26
Kehrseite der Fröhlichkeit
Niki de Saint Phalle im Kunstpalast in Düsseldorf – Kunst in NRW 10/26
Die magische Zehn
Gustav Mahler Sinfonie Nr. 10 im Konzerthaus Dortmund – Klassik an der Ruhr 10/26
Orgel reloaded
Orgelmixturen 2026 in der Kunst-Station Sankt Peter – Klassik am Rhein 10/26
Grenzenlose Klangkultur
Das Festival Multiphonics in Köln – Improvisierte Musik in NRW 10/26
Große Romantik
Köln feiert vier Jahrzehnte Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 09/26
Töne aus tiefer Seele
Dortmunds Eröffnungsprogramm folgt dem depressiven Zeitgeist – Klassik an der Ruhr 09/26
Dieser Train war nie zu stoppen
Die Jazzikone John Coltrane wurde vor 100 Jahren geboren – Improvisierte Musik in NRW 09/26
Kunst der Gegenwart
Jon Rafman im K21 in Düsseldorf – Kunst in NRW 09/26
Genau diese Freiheit braucht die Kunst
Das großartige Barnes Crossing feiert 20-Jähriges – Tanz in NRW 09/26
Eine Komödie um die Zeit
Oper Köln kehrt an den Offenbachplatz zurück – Oper in NRW 09/26
Alles Blau
Neue Intendanz am Musiktheater im Revier – Oper in NRW 09/26
Die Erotik des Tanzes
Rafaële Giovanola erhält den Deutschen Tanzpreis – Tanz in NRW 08/26
Konstruktionen der Natur
Bernhard Fuchs in Haus Esters in Krefeld – Kunst in NRW 07/26
Jazz aus Südafrika
Pianist Nduduzo Makhathini mit der WDR Big Band in Köln – Improvisierte Musik in NRW 07/26
Von Hexen und Psychiatern
Sinfoniekonzert „Dämonen“ an drei Orten im Ruhrgebiet – Klassik an der Ruhr 07/26
Von Tod und Teufel
„Walpurgisnacht“ in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 07/26
Giftige Hirngespinste
„The blind Owl / Die blinde Eule“ am Theater der Keller – Tanz in NRW 07/26
Die Skyline im Blick
Benjamin Schmid in Düsseldorf – Klassik am Rhein 06/26
Liebe ohne Chancen
„Tancredi“ als queeres Drama an der Kölner Oper – Oper in NRW 06/26
Emotionaler Kraftakt
„Il Trovatore“ an der Düsseldorfer Rheinoper – Oper in NRW 06/26
Klangschlacht
„Verdi Requiem“ an der Essener Philharmonie – Klassik an der Ruhr 06/26
Zäher Überlebenswille
Silke Z über mögliche Fördermittel für Kölns Tanzszene – Tanz in NRW 06/26