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Bereits zwei Tage vor Sessionsbeginn im Kino: „Karneval! – Wir sind positiv bekloppt“ von Claus Wischmann
Foto: W-Film

Aus der Region

30. Oktober 2014

Am 9. November ist in ganz Nordrhein-Westfalen Kinotag – Festival 11/14

Nach dem Vorbild der Kölner Kino Nächte hat die Kino Gesellschaft Köln im letzten Jahr erstmals auch ein NRW-weites Pendant zu dem Kölner Vorzeigeprojekt der Kinoszene organisiert. Am 9. November geht der NRW-Kinotag in die zweite Runde. Dann werden in 24 Städten in Nordrhein-Westfalen Filme aus der Region gezeigt. Entscheidendes Kriterium für die Auswahl der Filme ist, dass sie entweder hier gedreht wurden, ihre Handlung hauptsächlich hier angesiedelt ist oder die Filmemacher aus der Region kommen.

Es ist nicht schwer, mit diesen Kriterien ein ordentliches Programm auf die Beine zu stellen. Schließlich ist NRW nicht nur das führende Bundesland bei Fernsehproduktionen, sondern auch bei Kinofilmen weit vorne. Nicht nur nationale Stars drehen hier Filme, auch internationale, wie zuletzt Anthony Hopkins oder Ben Kingsley. Beim NRW Kinotag stehen allerdings die aktuellen heimischen Produktionen im Vordergrund. Und ihre Macher, die bei zahlreichen Vorführungen als Gäste und Gesprächspartner anwesend sein werden. „Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“ mit Benno Führmann ist eine absurde Komödie über einen Killer ohne Auftrag. „Houston“ zeigt hingegen einen Headhunter aus der Wirtschaft (Ulrich Tukur), der permanent unter Starkstrom steht und seine Alkoholsucht längst nicht mehr im Griff hat. In „Stereo“ spielen Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu ein undurchsichtiges Spiel miteinander. Bleibtreu spielt auch die Hauptrolle in der Gangsterkomödie „Nicht mein Tag“, die sich im Lauf der Handlung ebenso zum Roadmovie entwickelt wie das Drama „Der letzte Mentsch“ mit Mario Adorf. Auch Jugendfilme wie „Pommes essen“ oder „Die Vampirschwestern 2“ stehen auf dem Programm. Neben Spielfilmen werden zahlreiche Dokumentarfilme gezeigt. So ist „Göttliche Lage“ eine spannende Langzeitbeobachtung über die Entstehung eines Sees mit luxuriöser Uferbebauung mitten im Ruhrgebiet. Die Doku „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ über den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi verspricht nicht nur einen interessanten Einblick in die Abgründe des Kunstmarkts, sondern Dank des unterhaltsamen Protagonisten auch viel Humor. „Karneval! – Wir sind positiv bekloppt“ ist hingegen ein eher ruhiger, sachlicher Blick auf die Vorbereitungen des kollektiven Frohsinns. Mit den beiden Ruhrgebiets-Klassikern „Die Abfahrer“ und „Jede Menge Kohle“ von Adolf Winkelmann wird auch ein Blick auf die Geschichte des NRW-Kinos geworfen. Die Anarchokomödien aus den späten 70er und frühen 80er Jahren verströmen immer noch ihren ganz eigenen Charme.

Der NRW Kinotag ist das große Finale einer Woche, die ganz im Zeichen der nordrhein-westfälischen Filmproduktion steht: Bereits ab dem 2. November zeigt die Reihe „Made in NRW“ ausgewählte Filmproduktionen aus NRW in Köln und lässt anschließend die Filmemacher zu Wort kommen. Das beeindruckende Showcase kommt gerade zur rechten Zeit, da finanzielle Kürzungen die Filmförderung in NRW in der bisherigen Form gefährden. Am 4. und 5. November findet außerdem der Film- und Kinokongress statt, ein Branchentreff für die Kinobetreiber in NRW. Anschließend werden die außergewöhnlichen Programme der NRW-Kinos mit den Kinoprogrammpreisen ausgezeichnet. Der NRW-Kinotag ist der krönende Abschluss dieser Kinowoche, der die Berechtigung des Kinoprogrammpreises eindrucksvoll bestätigt und allen Interessierten die Qualitäten der heimischen Filmszene noch einmal in geballter Form vor Augen führt.

NRW Kinotag | 9.11. | www.nrw-kinotag.de

CHRISTIAN MEYER

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