Die Wuppertaler Uni stellte schon vor 10 Jahren fest, dass Dieselmotoren nicht so harmlos sind, wie bis zum Dieselskandal von Vielen geglaubt. Die Wissenschaft war Politik und Gesellschaft voraus – wie so oft: Die Vermutung, CO2 erwärme das Klima, ist über 100 Jahre alt; in Aufruhr angesichts der Folgen sind wir erst seit Kurzem. Anfang der 70er Jahre warnte die Studie „Grenzen des Wachstums“ vor unserem dramatischen Raubbau an den natürlichen Ressourcen des Planeten; eine prominente Studie durchaus, doch bis heute kein Leitbild unseres Handelns. Der in Wien lehrende Soziologe Thomas Druyen sagt von uns Deutschen, wir seien überdurchschnittlich anpassungsfähig, nennt uns in einem Zeit-Interview sogar „Weltmeister der Resilienz“, grob also darin, an Problemen nicht zu verzweifeln. Sehr viel schlechter seien wir dagegen darin, Probleme zu lösen – wir passten uns ihnen halt eher an. Verdrängung nennen wir es wohl im Alltag. Eine plausible Diagnose, angesichts der Kluft zwischen Wissen und Handeln. Und fatal in einer Epoche umfassenden Wandels, vom beschleunigten Artensterben über die Digitalisierung bis zum Konflikt zwischen Arm und Reich. Bloß, trifft die Diagnose tatsächlich so besonders auf die Deutschen zu? Vielleicht ist der Soziologe ja eher einer sehr allgemeinen Eigenart auf der Spur: der Mensch, das verdrängende Lebewesen.
Gerne drücken wir uns auch vor Fragen, die unser Monatsthema EWIG JUNG umtreiben. Wie sollen unsere Städte aussehen, damit wir auch in unseren späten Lebensjahren ein gutes Leben führen können? Der Psychologe FRANK LUSCHEI spricht im Interview über öffentliche Räume, in denen Generationen zwanglos einander begegnen und helfen können und über bürgernahe Stadtplanung.
Martin Kindervater inszeniert Tennessee Williams‘ DIE GLASMENAGERIE im Theater am Engelsgarten. Hier hilft so manche Hollywood-Ikone, das Familiendrama um die in ihre Traumwelt zurückgezogene Laura zu ordnen. Peter Ortmann hält fest: große Gefühle, großer Beifall.
In unserer „Nahaufnahme“ stellt sich der Fotograf BENNY TRAPP selbst vor. Der Neue Kunstverein im Kolkmannhaus widmet sich einem einzelnen Werk MARTIN SCHWENKs. Die Installation des Düsseldorfer Bildhauers erlebt Thomas Hirsch als unabschliessbare Herausforderung für die Fantasie sowie als konkrete als Anspielung auf Phänomene der Natur.
Film des Monats ist Samuel Maoz’ tragikomischer Antikriegsfilm FOXTROT. Die Geschichte um eine Familie, deren Sohn beim israelischen Militär dient, begeistert die Filmkritik, wurde politisch jedoch kontrovers diskutiert. Die Schauspielerin MALA EMDE spielt die weibliche Hauptrolle in Hans Weingartners Roadmovie „303“. Vor dem Kinostart spricht sie mit uns über gelernte und improvisierte Dialoge und darüber, was sie an historischen und an aktuellen Stoffen gleichermaßen fasziniert.
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In Österreich wählen bereits 16-Jährige – Europa-Vorbild: Österreich