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Foto: Marina Wudy

Spielzimmer für neue Impulse

17. April 2026

20-jähriges Jubiläum des Kölner Filmforums – Foyer 04/26

Trotz des schönen Frühlingswetters versammeln sich über 200 Menschen im Foyer des Filmforums im Museum Ludwig, um gemeinsam das 20-jährige Bestehen dieser besonderen Institution der Kölner Kinolandschaft zu feiern. Das Filmforum NRW ist kein klassisches, kommerzielles Kino, sondern ein Ort der kulturellen Gemeinschaft und Innovation. Filmangebote und -reihen organisiert hier ein Zusammenschluss von sieben Fördermitgliedern: die Film- und Medienstiftung NRW, der Westdeutsche Rundfunk, die Internationale Filmschule Köln, die Kunsthochschule für Medien, die KölnMusik GmbH, die Filmszene Köln und das Museum Ludwig.


Bürgermeisterin Derya Karadag, Foto: Frank Brenner

Beitrag zur filmischen Vielfalt

Um 18.50 Uhr öffnen sich die Türen zum Kinosaal. Das Programm eröffnet die Bürgermeisterin Derya Karadag, die auch dem städtischen Ausschuss für Kunst und Kultur angehört. Sie betont die Rolle Kölns als Kultur- und Medienstadt. Das Filmforum NRW leiste einen „zentralen Beitrag“ zur kulturellen Infrastruktur der Stadt. „Die Programmarbeit des Filmforums macht seit zwanzig Jahren filmische Vielfalt sichtbar“, sagt sie. Karadag erinnert sich an viele Abende zurück, an denen sie sich im Filmforum etwa vom Frauen Film Fest oder der Filmreihe Tüpisch Türkisch habe inspirieren lassen.

Im Anschluss richtet Barbara Engelbach, erste Vorstandsvorsitzende des Filmforums, ein paar Grußworte an das Publikum. Sie gibt einen kurzen Überblick über die Struktur des Filmforums und über die Festivals und Kooperationen, die dort bisher zu sehen waren – wie etwa das jährlich gastierende Afrika Film Festival oder eine Kooperation mit dem Film- und Serienkanal Cinema Strikes Back. „Unsere Events geben neue Impulse, wecken Synergien, und blicken sowohl in die Zukunft als auch zurück auf Filmgeschichte“, so Engelbach.


Barbara Engelbach vom Muesum Ludwig, Foto: Frank Brenner

2025 als erfolgreichstes Jahr bisher

Auch Projektkkoordinator Robert Birkl zieht ein Fazit zu seiner Zeit beim Filmforum. Birkl schaut zunächst auf seinen Start in das Projekt zurück, der im November 2020 mitten in die Zeit der Corona-Lockdowns fiel – eine riesige Herausforderung für alle Kinos. „Das war ein echter Tiefpunkt“, sagte Birkl. Umso mehr freue es ihn zu verkünden, dass 2025 das beste Jahr des Filmforums bisher gewesen sei und sich das Kino endlich von den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie erholt habe.

Abgerundet wird die Jubiläumsveranstaltung von einem Vortrag von Lisa Gotto, Professorin für Filmtheorie an der Universität Wien. Sie bezeichnet das Kino als „Ort des kollektiven Staunens“ und zieht Parallelen zwischen dem Film des Abends, „Die Schwester der Braut“ (1938), und der Jubiläumsfeier. So spiele in der Screwball-Komödie des Regisseurs George Cukor das sogenannte „Spielzimmer“ eine große Rolle, in dem die beiden Hauptcharaktere des Films gesellschaftliche Normen bewusst hinterfragten und brächen. Genau ein solcher Ort sei auch das Filmforum NRW, das ein Raum des gemeinsamen Reflektierens sei und immer wieder Impulse gebe, kulturelle und gesellschaftliche Fragen neu zu denken. „Gerade in Zeiten, in denen sich Bilder und Bildschirme im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung immer weiter verkleinern, bleibt das Kino als geteilter Raum etwas Besonderes“, schloss Gotto. Wie passend, dass in der anschließenden Vorführung von „Die Schwester der Braut“ mehrfach kollektives Lachen durch den Kinosaal schwappte.


Filmforum-Projektkoordinator Robert Birkel, Foto: Frank Brenner
Marina Wudy

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