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Hundstage

Hundstage
Österreich 2001, Laufzeit: 121 Min.
Regie: Ulrich Seidl
Darsteller: Maria Hofstätter, Christine Jirku, Viktor Hennemann, Georg Friedrich, Alfred Mrva, Erich Finsches, Gerti Lehner, Franziska Weiß, Rene Wanko

Meine Meinung zu diesem Film

Ein moderner Horrorfilm
Grazina (4), 18.12.2002

Nicht Aliens, die Blair-Witch oder mutierte Riesenspinnen sind es, die einem im Kino Angst einjagen, sondern Monstren der österreichischen Vororte. Trotz Albträumen schaut man hin, ist so schön gruselig. Für Voyeure. Auffällig ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Frauen im Film sich demütigen lassen ohne je zu hinterfragen (der Striptease der Haushälterin, das Geschenke suchen im Kleid der verstorbenen Ehefrau). Wie kann es passieren, dass zwei Männer, die eine Frau vergewaltigen, am nächsten Tag wieder bei ihr in der Wohnung sitzen? Verhaltensmuster, die man immer wieder bei Frauen beobachten kann. Ein Film, der zu denken gibt. Vergewaltiger Nr. 1, der debile Lucky, zwingt die Vergewaltigte mit Waffengewalt, von Vergewaltiger Nr. 2, dem schmierigen Vicky, eine Entschuldigung für das Geschehene zu fordern, nachdem er zuvor bei der Betoffenen auf die Tränendrüsen gedrückt hat (...ich bin sonst gar nicht so... hatte immer Pech bei Frauen...). Oh, welche Abgründe, tun sich da auf. Nach so viel österreichischem Provinzcharme in diesem Film mit Dogma-Charakter bin ich froh, wieder in mein, wenn auch neurotisches, urbanes Singleleben zurückzukehren. Sehr empfehlenswert

Harter Tobak
Marylou (161), 13.10.2002

derber film, meine damen und herren. das volle ekelpaket.
bei der szene im swingerclub ist mir die sprache verschlagen. ich wußte nicht, das man das überhaupt im kino zeigen darf ( eregierte schwänze...)? das desolate dasein in allen seinen facetten. derweil und danach hat man das dringende bedürfnis, seinem alltag mehr würze zu verleihen, um nicht irgendwan die bilanz zu ziehen, das das leben eine ansammlung von hundstagen war.

Nicht in die Leinwand,
strike (30), 21.08.2002

sondern in die Hölle schaut man, und das gute 2 Stunden lang. An diesem Film ist alles häßlich. Durch die Bank weg, alles ! Sogar die T-Shirts der Nebendarstellerinen (Die Mutter auf der Badewanne) sind sowas von schlecht ausgewählt das es schon eine Kunst ist diesen schlechten Geschmack einen ganzen Film duchzuziehen. Ich mag Kunst, auch , oder gerade dann, wenn sie so krank ist wie dieser Film ! Empfehlenswert.

schwer verdaulich, an- und aufregend
AlanSmithee (15), 12.08.2002

Seit langem mal wieder ein Film, der mich überrollt hat.
es fällt schwer, sich einen Film vorzustellen, der weiter von Hollywood entfernt ist als HUNDSTAGE:
Während es hier Sex und Nacktheit im Überfluß (und auch Überdruß) gibt, geizt Ulrich Seidl sehr mit Attraktivität.
Statt dessen zeigt er das pralle Leben: Häßlich und peinlich wie es eben ist!
Ein Film der sich nicht konsumieren läßt, dazu ist er zu unverdaulich.
Trotz (oder gerade wegen??) vieler wirklich abstoßender Szenen (ja, man freut sich wirklich, wenn der Abspann kommt) hat der Film etwas geschafft, was mir ganz selten passiert:
Ich verließ das Gefühl mit dem Wunsch, ein besserer (und auch ein schönerer) Mensch zu sein.


Mein Respekt gilt den Darstellern, die keine Scheu vor Häßlichkeit zeigen!

Höchst problematisch
Dr. Tom (57), 08.08.2002

Österreich findet bei Seidl quasi in Umsetzung der Bilder von Manfred Deix eine filmische apokalyptische Entsprechung. Schon seit Haneke und Thomas Bernhardt wird uns von der alpenländischen Paranoia erzählt, und deshalb ist man gewissermaßen vorbereitet. Das Problem: Seidl kann nur in der immensen karikaturalen Überzeichnung agieren, Andeutungen sind ihm fremd, der Tabubruch wird als solcher, nicht als aufklärerischer Impetus, gesetzt, alles ist zu dick aufgetragen, und bei der zunehmenden, sich selbst überlassenen Gewalt wird's arg problematisch; hier sei an das Wort von Wim Wenders erinnert, wonach die Darstellung von Gewalt zugleich immer auch eine Verherrlichung derselben ist. Seidls Film gerät in eine entsprechend Spirale, aus der er nicht mehr herauskommt, am Ende überwiegt der Widerwille und man ist erlöst, wenn endlich der Abspann kommt.

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