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The Square

The Square
Schweden, Deutschland, Frankreich, Dänemark 2017, Laufzeit: 142 Min., FSK 12
Regie: Ruben Östlund
Darsteller: Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West
>> thesquare-film.de

Meine Meinung zu diesem Film

Böse
mobile (131), 28.10.2017

Dank Matt513 muss ich nichts mehr zum Inhalt oder zur "künstlerischen" Leistung des Films schreiben. Ja, der Film gibt so einige gesellschaftliche Denkanstöße und mahnt, sich über die möglichen Folgen seines Handelns im Vorfeld Gedanken zu machen. Dabei geht er aber teilweise sehr böse und angsteinflößend vor. Einige Szenen sind nur schwer zu ertragen.
Eine Gesellschaftskritik, die bewusst unangenehm herüber kommt.

Das große, wunderbare – Nichts
Matt513 (181), 23.10.2017

Im Intro schneidet eine Steinsäge ein Karree in das Pflaster des Museumsvorplatzes; ein Metallrahmen markiert die Grenze bei Tage, ein Leuchtband bei Nacht. So einfach geht moderne Kunst. Stell Dich hinein und Dich küßt das Glück. Hast Du einen Wunsch, so soll er Dir erfüllt werden, so der Künstler. Mit diesem dreisten Coup –Rahmen drum, Kunst!- eröffnet Östlund seinen amüsanten Reigen, der dem Kunstbetrieb, daneben aber auch dem gesellschaftlichen Habitus der Gegenwart, gut zu sein, Gutes zu tun, seine moralischen Hausaufgaben erledigt zu haben, genüßlich ans Bein pinkelt. Kurator Christian steckt in Nöten: Nicht nur, daß eine Journalistin ihn im Interview mit seinen eigenen Ausführungen zum Kunstverständnis belästigt hat. Eine Zufallsbegegnung –wir sind couragierte Bürger. Wenn wer Hilfe schreit, sind wir da!- schickt ihn auf eine Odyssee, während welcher das sorgsam gepflegte Gebäude seiner Wertansprüche durchgeschüttelt wird. Obendrein will The Square (so der Name des Kleinods, welches da in den Vorplatz gesägt wurde) nun Spendern & Kunstpublikum verkauft sein. Dies gerät zum Ritt auf der Rasierklinge, gewetzt an der Political Correctness. Merke: Warum Inhalte, wenn Kontroverse doch viel besser funktioniert?

Jene im Kunst-Establishment, die verbal manch furchtbar Triviales als wunderbar Ästhetisches einkleiden (ein Germanistik-Studium schadet da nicht, `gilt übrigens auch für die Verfasser von Speisekarten) - Östlund weiß sie zu entlarven, überdies das ganze Getragene, Weihevolle in ihrem Vortrag akustisch zu konterkarieren (*klingel, klingel*, "Zeig uns Deine Titten!"), dadurch auf Normalmaß zu schrumpfen. Daß der Kunstbetrieb vornehmlich die Domäne des betagten Bildungsbürgertums ist, welches allem elitären Anspruch zum Trotz doch eher menschlich reagiert –der Koch, der die Meute kaum vom Sturm auf das Buffet zurückhalten kann, nochmal dieselbe Meute, welche abends auf dem Eröffnungsempfang herrlich uncool zu Techno-Klängen abhottet- all dies zeigt der Film weiterhin. Daß dasselbe Publikum sich anmaßt, der Kunst Grenzen zu bestimmen (und bei Überschreiten derselben ungeschmeidig bis gewalttätig zu werden), auch das.

Keine Haha-Komödie, vielmehr ein Film, der seine Komik eher beiläufig aus trefflichen Einzelabbildungen zieht; durchaus (& warum nicht) zur Selbsterkenntnis geeignet.

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