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Forum.

Es gibt 387 Beiträge von Raspa

Sterben

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family business

05.05.2024

Man fühlt sich erinnert an die großen, teilweise auch autobiografischen Filme von Ingmar Bergman, "Szenen einer Ehe", "Fanny und Alexander" und einige andere mehr. Sicher gibt es große Unterschiede im Hinblick auf Zeit und Gesellschaft, aber was beide Regisseure verbindet, ist der unerbittliche Blick auf die Verwundungen, die das Familienleben schlägt. Und ähnlich wie Bergman damals stehen Glasner hervorragende Schauspieler und Schauspielerinnen zur Verfügung, die seine Intentionen umzusetzen verstehen. Dies gilt für alle Hauptrollen, da möchte ich niemanden hervorheben. Es ist schwere Kost gewiss, aber das Ansehen lohnt sich.

Morgen ist auch noch ein Tag

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Zeitbild

11.04.2024

Dass dieser Film in Italien mehr Zuschauer hatte als die beiden großen Blockbuster des Jahres 2023, ist schon verblüffend. Noch dazu in altmodischem Schwarz-Weiß und in einem eher ruhigen Erzähltempo gedreht. Ich vermute, dass die Darstellung für viele Italienerinnen und Italiener einen aufschlussreichen Blick auf die Welt ihrer Eltern und Großeltern geboten hat. Für das Verhalten des Ehemanns ist das Wort "Machismo" fast noch verharmlosend, und doch muss man leider annehmen, dass es für diese Jahre unmittelbar nach em 2. Weltkrieg keine seltene Ausnahme widerspiegelt, und dies gewiss nicht nur in Südeuropa. Sehr schön auch, wie die brutale Realität immer wieder durch meist schmalzige Lieder aus der damaligen Zeit ironisch gebrochen wird.
Insgesamt also ein wirklich schöner Film, dem ich auch in Deutschland viele Besucher wünsche.

Die Herrlichkeit des Lebens

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Kongeniale Verfilmung

04.04.2024

Mir hat schon der Roman von Kumpfmüller über Kafkas letztes Lebensjahr überaus gut gedallen, und die Verfilmung finde ich sehr gelungen. Die ganz großen Kafka . Experten wie R. Stach, der jeden Winkel im Leben des Autors ausgeleuchtet hat, werden sicherlich den einen oder anderen Einwand haben, aber die beiden Protagonisten werden so überzeugend dargestellt, dass dies nicht allzu sehr ins Gewicht fallen dürfte. Man leidet mit dem tuberkulosekranken Dichter mit und freut sich doch, dass ihm im letzten Jahr seines allzu kurzen Lebens eine große Liebe zuteil wurde. Dies wird sehr sensibel und ohne Kitsch vermittelt. Also sehenswert!

The Zone of Interest

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"Auschwitz nicht nicht zeigen"

07.03.2024

Diese quasi paradoxe Formulierung habe ich irgendwo gelesen, und sie trifft das Spezifische dieses Films sehr gut, finde ich. Denn Auschwitz wirklich zeigen - das kann nicht gehen, und so ist die hier gefundene Lösung, ohne Bilder AUS dem Lager auszukommen und dem Zuschauer dennoch ein Bewusstsein davon zu vermitteln, wie es möglich ist, dass "normale" Menschen an dieser Todesfabrik mitwirken und unmittelbar daneben leben konnten, die vielleicht einzig mögliche Weise, Auschwitz in einem Nicht - Dokumentarfilm zu zeigen.
Möglicherweise denkt der eine oder die andere: Soll ich mir das unbedingt ansehen? Meine Antwort: Ja, tu es!

Eine Million Minuten

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Family Business

15.02.2024

Ich bin etwas erstaunt, wie negativ der Film von einigen Zeitungskritikern, z.B. in der "Welt", beurteilt wird. Da ist von einer "Schmonzette" die Rede, welche die Luxusprobleme wohlhabender junger Großstädter zeige. Nun, ich jedenfalls kenne eine Reihe von Paaren der so etwa zwischen 1980 und 1990 geborenen Generation, die ganz ähnliche Probleme hat. Die Frauen dieser Altersgruppe sind mindestens genauso gut ausgebildet wie ihre Partner und sind nicht bereit, so wie die früherer Jahrgänge, ihren Männern "den Rücken freizuhalten" und die Last der Kinderbetreuung fast alleine zu tragen. Insofern sind die Konflikte, die dieser Film sehr authentisch vorführt, keineswegs reine Luxusprobleme und auch mit guten Gehältern alleine nicht zu lösen. Tom Schilling spielt den innerlich zerrissenen Ehemann sehr überzeugend, K. Herfurth ist als Ehefrau ebenso gut besetzt, und die kleine Pola ist, wie schon richtig gesagt wurde, einfach prachtvoll.
Mag sein, dass der Schluss ein wenig zu harmonisierend ist, dennoch wieder einmal ein deutscher Film, der den Kinobesuch durchaus lohnt.

The Holdovers

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Ganz was Feines

28.01.2024

Ich habe lange keinen Film im Kino von Anfang bis Ende so genossen wie diesen. Woran lag das?
1. An dem wunderbar gemächlichen, aber nie einschläfernden Tempo, in dem Payne seine Geschichte erzählt und das im heutigen Kino so selten geworden ist.
2. An der Atmosphäre des Jahres 1970, die überaus gut eingefangen ist, ohne dass die Ausstattung allzu aufdringlich darauf hinweisen will.
3. An einer Story, die sowohl glaubwürdig als auch wirklich berührend ist. Ich winke gewöhnlich gleich ab, wenn ein Film als "warmherzig" angepriesen wird, doch hier trifft das Klischeeadjektiv einmal wirklich zu.
4. Und zuletzt natürlich an den drei hervorragenden Darstellern, von denen Giamatti und Randolph völlig zurecht Oscar - Nominierungen erhielten, aber auch der junge D. Sessa, ein absoluter Neuling, eine tolle Leistung abliefert.
Da kann man nur empfehlen: So bald wie möglich reingehen!

Poor Things

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Bizarr

25.01.2024

"Ein extrem politischer Film", meint die Kritik, die ich beim BR lese. Na, ick weeß nich. Klar fallen im Laufe der Handlung auch alle möglichen politischen Begriffe, aber wirklich politisch habe ich den Film nicht gesehen. Es ist eine extrem bizarre Mischung aus Elementen wie Frankenstein, Kaspar Hauser, Viktorianismus, Reisefilm, Surrealismus, Kulissen ähnlich wie bei Wes Andersen und manches andere mehr. Klar, Emma Stone ist brilliant, ihr furchtbarer "Gott-Vater" ( Godwin mit Vornamen ) Willem Dafoe ebenfalls, und doch fehlte mir ein wenig der rote Faden, der das alles zusammenhält. Vielleicht liegt das auch an mir, möge sich also jede(r) sein oder ihr eigenes Urteil bilden.

Napoleon

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Tote, Tote, Tote

06.12.2023

Viele Historiker rümpfen also die Nase über Scotts Versuch, Napoleons Leben in etwa 160 Minuten auf die Leinwand zu bringen. Gut, mag sein, dass Napoleon bei Marie Antoinettes Hinrichtung nicht in Paris weilte, das ist mir aber relativ gleichgültig. Wichtiger ist mir, ob ich den Menschen hinter dem berühmten Namen erschließen kann. Und da lässt J. Phoenix, der sicher ein grandioser Schauspieler ist, doch viele Wünsche offen. Sein Napoleon zeigt wenige Facetten und bleibt recht farblos. Besser gefiel mir Vanessa Kirby, deren Josephine deutlich mehr Nuancen aufweist.
Ansonsten: Viele, viele Schlachtszenen, die den Zuschauer zunächst durchaus beeindrucken, am Ende aber eher abstumpfen lassen. Alles in allem bei großem Aufwand ein Film, den man nicht gesehen haben muss.
Schade schade, dass Stanley Kubricks Film über Napoleon, den er jahrelang vorbereitete, nie zustande gekommen ist. Vielleicht wäre das der große Wurf gewesen, den Scott leider verfehlt hat.

Anatomie eines Falls

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Szenen einer Ehe - 2023

08.11.2023

Tatsächlich erinnert v.a. die Szene, die Samuel, der Ehemann, aufgenommen hat und die dann im Gericht vorgeführt wird, an die schrecklichen Auseinandersetzungen in Ingmar Bergmans Meisterwerk. Ansonsten spielt Samuel naturgemäß eine eher untergeordnete Rolle, da er ja gleich zu Beginn des Films ums Leben kommt. Ich schrieb zuletzt über "Killers of the Flower Moon" und bemerkte dort, dass einem der lange Film nie langweilig wird. Dies gilt auch für die 150 Minuten dieses Films, was natürlich in erster Linie dem facettenreichen Spiel der großartigen Sandra Hüller zu verdanken ist. Kleines Schmankerl am Rand: Ich las eben, dass auch der Hund Snoop ( im echten Leben "Messi" ) einen Preis als bester Hundedarsteller gewonnen hat. Sehr verdient!
Klarer Ratschlag also: Ansehen!

Killers of the Flower Moon

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Scorsese kann es noch

30.10.2023

Warum sind es fast immer die italienisch-stämmigen Regisseure, die diese überlangen Epen drehen, also Leone, Coppola und Scorsese? Von denen ist letzgenannter der, nun ja, letzte Mohikaner ( immerhin geht es ja hier um Native Americans ), und man muss sagen: Ja, er kann immer noch 200 Minuten so füllen, dass man sich nie wünscht, jetzt möge er aber bitte mal zum Ende kommen. Natürlich hat er auch ein fabelhaftes Trio in den tragenden Rollen: De Niro als angeblicher Indianerfreund, der mit Bibelsprüchen auf den Lippen eiskalt über Leichen geht, um an das Ölgeld des Osage - Stammes zu gelangen. DiCaprio als sein willensschwacher Neffe Earnest, dem es nie gelingt, sich der furchtbaren Umarmung seines habgierigen Onkels zu entziehen. Und Lily Gladstone als Molly, die sich mit ihrer Stammesfamilie eng verbunden fühlt, zugleich aber Earnest, ihren weißen Mann, lange aufrichtig liebt, die daher in einer schrecklichen Zwickmühle lebt und zugleich sehr kontrolliert und doch leidenschaftlich wirkt. Sehr gut hat mir zuletzt auch der Epilog gefallen, der das, was nach der eigentlichen Handlung geschieht, nicht, wie sonst üblich, als Texteinblendung nachreicht, sondern in Form eines für die 40er und frühen 50er Jahre typischen Hörspiels, in denen den Hörern an den Rundfunkgeräten "true crime stories" mit allerlei Effekten präsentiert wurden, darbietet.
Insgesamt also endlich mal wieder ein Film, den man wirklich nicht verpassen sollte. Dringende Empfehlung!

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