Alle drei Jahre wird die PKW-Flotte der Wuppertaler Polizei ausgetauscht – Verschleiß und so. Karl Malden und Michael Douglas in den Straßen von Oberbarmen. Den Zuschlag hat diesmal BMW bekommen. Ich fahre selbst auch einen BMW, der hat einen Charakter, als wäre HAL 9000 in KIT gefahren. Quasi Wahnsinn in low-tech.
Aufzuschließen ist mein kleiner Dreier, Baujahr 1995, nur von der Beifahrerseite, die Temperaturanzeige behauptet beharrlich -37 Grad und manchmal hat er keine Lust, überhaupt anzuspringen. Dafür war er letztens vor lauter Motivation gar nicht mehr zu stoppen: Während der Fahrt konnte ich den Schlüssel aus der Zündung ziehen und lässig weiter cruisen.Trotzdem möchte ich meinen flotten Irren nicht missen und freue mich jetzt schon auf unsere nächsten 300.000 Kilometer.
Die positiven Seiten versuchen wir der Welt auch mit unserem Thema GUTE ZEIT abzugewinnen. Wir zeigen euch gelungene Crowdfunding-Kampagnen für soziales Engagement und fragen Helwig Fenner von Mein Grundeinkommen e.V., warum der Verein bedingungslose Grundeinkommen verlost und wie überraschend sinnvoll die Gewinner das geschenkte Geld nutzen. Außerdem berichten wir über das Crowdfunding-Portal „Gut für Wuppertal“ und stellen euch das Konzept von Oxfords jüngstem Professor William MacAskill (28) vor, der Pragmatismus mit Altruismus vereint.
Alles kann man mit Geld aber nicht kaufen, z.B. die Unsterblichkeit. Mit dem modernen Sterben, das für viele Menschen einsam und anonym verläuft, beschäftigt sich das Kölner Theater-Kollektiv FUTUR3 in der Trilogie „Der unbekannte Nachbar“.
Wir sprechen mit Regisseur André Erlen über das Projekt. Das pralle, dreckige Leben inszeniert Stef Lernous mit LULU. EINE MÖDERDERBALLADE am Theater Oberhausen, wo Laura Angelina Palacios als Lulu frontalnackt in der Bühnenvariante einer blutigen Dauererektion brilliert. Grunge und Goethe bzw. Werther und Kurt Cobain verbindet Mirja Biels Inszenierung der Leiden des jungen WERTHER am Theater Bonn.
Düstere Schwermut durchzieht auch die Gemälde des Wuppertaler Malers LARS HENNING, den wir in unserer Nahaufnahme vorstellen.
Ordentlich Blut pumpt die Ausstellung HERZKLOPFEN im Von-der-Heydt-Museum dann wieder durch unsere Adern. Rund 60 bedeutende Werke, u.a. von Monet, Munch, Bacon, Picasso oder Neo Rauch sind dort zu sehen. Die Double-Feature-Ausstellung 1 IN 3, mit der das Bonner Frauenmuseum Gewalt an Frauen thematisiert, ist nicht nur aktuell, sondern macht auch richtig wütend.
Mit Rachegelüsten beschäftigt sich Quentin Tarantino ausnahmsweise nicht, dafür aber mit Hass. Dank dialogischem und physischem Gemetzel im Ultra Panavision 70mm-Breitbildformat ist THE HATEFUL EIGHT unser Film des Monats.
Drastisch ist auch „Colonia Dignidad“, in dem es um die gleichnamige, christliche Sekte aus Deutschland geht, die im Chile der Pinochet-Ära gewütet hat. Wir treffen „Zimmermädchen Lynn“ VICKY KRIEPS, die hier die Ursel spielt und schon mit Philipp Seymour Hoffman drehte, zum Interview.
Die Kurve zurück zu meinem eingangs erwähnten Auto kriege ich jetzt ohnehin nicht mehr elegant, daher schlicht: Gute Fahrt durch den Februar.
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