
Get Up
Deutschland 2023, Laufzeit: 90 Min., FSK 6
Regie: Lea Becker
Darsteller: Lisa Mantler, Lena Mantler, Sinje Irslinger
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Authentisch-peppiger Skate-Film
SKATE OR DIE
„Get Up“ von Lea Becker
Skating ist nicht nur ein beliebter Sport, der sich spätestens seit den 1980er Jahren auch hierzulande großer Popularität erfreut. Skating ist auch eine Philosophie, spiegelt eine Lebenseinstellung wieder, ist Lifestyle und Identifikationsstiftung. Deswegen blieb es auch nicht aus, dass Skateboarding auch in einigen Spielfilmen thematisiert wurde, die ebenfalls weiter zu dieser Wirkung beigetragen haben. Die meisten dieser Filme kamen aus den USA und hatten in erster Linie männliche Protagonisten. „Gleaming the Cube“ ist ein populäres Beispiel (mit Christian Slater in einer seiner frühesten Rollen), viele Filme von Larry Clark („Kids“, „Ken Park“) sind ebenfalls in der Skaterszene angesiedelt. Nun hat sich mit Lea Becker („Flügel aus Beton“) eine deutsche Regisseurin der Thematik angenommen, und die Tatsache, dass in ihrem dritten Langfilm vier weibliche Skaterinnen im Mittelunkt stehen, macht das Projekt zusätzlich ungewöhnlich und interessant.
Die eineiigen Zwillinge Juli (Lisa Mantler) und Alex (Lena Mantler) haben ihre Begeisterung für das Skaten offensichtlich von ihrem Vater geerbt, der vor einiger Zeit bei einem Unfall ums Leben kam. Die Schwestern könnten trotz ihrer zahlreichen Gemeinsamkeiten trotzdem kaum unterschiedlicher sein. Juli hat das Abitur mit Bravur gemeistert und könnte schon in wenigen Wochen ein Archäologie-Praktikum in London beginnen, Alex hingegen ist durch ihre Abschlussprüfungen gerasselt. Den vermutlich letzten gemeinsamen Sommer, bevor der Ernst des Lebens beginnt, wollen die beiden mit ihrer besten Freundin Ewa (Sinje Irslinger) mit den Vorbereitungen auf einen Girlskate-Wettbewerb verbringen, dessen Finale in Köln stattfinden soll. Da ihr Team aus mindestens vier Teilnehmerinnen bestehen muss, überreden sie ihre neue Bekannte Nia (Jobel Mokonzi) dazu, mit in die Bresche zu springen. Nia stammt aus wohlhabendem Elternhaus und muss sich eigentlich auf ein Vorspiel als Saxophonistin vorbereiten, worauf sie von Kindesbeinen an hingearbeitet hat. Da sie sich aber schon bei ihrer ersten Begegnung in Ewa verliebt, ist sie nun hin- und hergerissen, wo sie ihre Prioritäten setzen soll und was sie vom Leben eigentlich will. Es ist Lea Becker ganz gut gelungen, den Alltag, die Träume und Wünsche von heranwachsenden Skaterinnen authentisch und unterhaltsam einzufangen.
„Get Up“ hat Pepp, ist rasant gefilmt und effektvoll montiert, so dass er stellenweise ästhetisch die Elemente aufgreift, die auch Sport- oder Imagefilme auszeichnen, und die durch ihr Tempo und ihre ungewöhnlichen und dynamischen Kameraperspektiven die Lust des Publikums am Gezeigten wecken sollen. Darüber hinaus ist das Figurenensemble von „Get Up“ ethnisch und sexuell äußerst divers aufgestellt, ohne dass diese Tatsache aufgesetzt oder künstlich wirken würde. Die zentralen Charaktere sind auch mit einer ganzen Reihe sehr talentierter und sympathischer Schauspielerinnen besetzt, die man unbedingt im Auge behalten sollte.
(Frank Brenner)

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