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Snowpiercer

Snowpiercer
Südkorea 2013, Laufzeit: 125 Min., FSK 16
Regie: Bong Joon-Ho
Darsteller: Chris Evans, Jamie Bell, Tilda Swinton, Ed Harris, John Hurt
>> www.snowpiercer.de

Meine Meinung zu diesem Film

Brutaler Unsinn
Das Auge (274), 27.09.2015

Ein Zug fährt jahrelang immer weiter durch Schnee und Eis. Die Schienen gehen nie kaputt, die Räder auch nicht.. Wer diesem Unsinn keine Aufmerksamkeit schenkt und darob abschaltet wird durch eine ziemlich brutale Revolte bis an die Zugspitze geführt. Das Naturereignis am Ende des Films hätte man sich am Anfang gewünscht, denn dann wäre der Film nach fünf Minuten beendet gewesen.
Mein Vorschlag: Beim nächsten mal das ganze mit einem Ozeanriesen probieren, denn das hätte zumindest etwas mehr Hand und Fuß, wenn die nicht immer sofort abgehackt.. aber was verschwende ich hier Zeit..

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo
Matt513 (231), 09.04.2014

Inmitten spektakulärer Winterlandschaften präsentiert Bong Joon-Ho ein Kammerspiel. Durch ewiges Eis rast unablässig der Schnellzug Snowpiercer, an Bord die Überreste der Menschheit, nun nicht mehr von oben nach unten, sondern von vorne nach hinten sedimentiert. Buchvorlage bzw. Film ist die Gesellschaftskritik schon anzumerken, indem im kleinen Maßstab des Zuginneren die sozialen bzw. demographisch erfassbaren Unzulänglichkeiten unserer Welt porträtiert werden. Ab Mitte der 80er entstanden, ist das heute fast schon keine Dystopie mehr, denn die gezeigten Zustände, die sich aus der waggonweisen Abschottung der ersten Welt gegen jene dahinter ergeben, sind heute schmerzlich präsent. Migration aus materieller Not, wenn’s sein muß mit Gewalt; Konflikte sind vorprogrammiert und werden mit brutaler Repression im Zaum gehalten, der große Knall zeichnet sich ab.

Blinden Passagieren gleich reisen leider auch etliche Ungereimtheiten mit. Wenn z.B. man das Gesindel am Ende des Zugs nun doch gar nicht mag, warum hat man es dann überhaupt in den Zug reingelassen? Wegen der Erklärung, die kurz vor Schluß noch reingereicht wird? Nee, also fand ich etwas zu dünne geraten. Und welchen Sinn macht es, die Kontrolle über die Antriebsmaschine erlangen zu wollen, die eines Zuges wohlbemerkt, der eh auf Schienen fährt und auch nicht anhalten kann, nicht zuletzt weil sonst alle drinnen sterben/erfrieren müssen?

Die Figuren einer Graphic Novel (früher hätte sowas schlicht Comic geheißen) im Film überzeugend mit Leben zu erfüllen, ist immer eine Herausforderung; hier in Teilen bei manch hölzernem Dialog gelungen. Dennoch – mit Blick darauf, was das Genre „Comicverfilmungen“ teilweise sonst so an monumentalem Mumpitz hervorbringt, darf dies‘ ambitionierte Werk sicherlich als gut gelungen gelten; auch wegen Bongs Bildersprache, dazu zählen die erwähnten, wohl nicht komplett analogen Außenaufnahmen. Aus einem gut aufgelegten Ensemble ragt einmal mehr Tilda Swinton heraus, die eine Art Karikatur von Maggy Thatcher gibt. Ich muß mich langsam fragen, ob ich wirklich weiß, wie Swinton in natura aussieht, so wie sie hier schon wieder auftritt. Tipp: Wer ihn anschauen mag, der entscheide sich für das OmU.

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