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Forum.

Es gibt 91 Beiträge von Olli

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

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Hochkomisch und tieftraurig...

13.02.2026

...so überschrieb die Rheinische Post ihren Artikel zum Film. Und tatsächlich trifft das zu. Neugierig hat mich neben dem Beitrag in der Zeitung auch das Goethezitat des Filmtitels.
Man kann im Film herzlich lachen und, wenn man will, einige Tränchen vergießen. Es wurde mir in dem über zwei Stunden langen Film keine Minute langweilig. Und er ist aus meiner Sicht trotz emotionalen Szenen nicht in Kitsch abgedriftet. Die Schauspieler waren toll. Allen voran ist hier Bruno Alexander zu nennen, der hervorragend alle seelischen Zustände des jungen Protagonisten Joachim widerspiegelt. Beim Spiel von Santa Berger kommt immer wieder die ehemalige Lehrerin an der Falckenberg-Schauspielschule durch: Herrlich!
In einer Nebenrolle habe ich einen meiner Lieblingsschauspieler, Tom Schilling entdeckt. Also rundum ein angenehmes Kinoerlebnis.

Amrum

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Der Mensch lebt nicht vom (Weiß-) Brot allein

06.02.2026

Der Film basiert auf den Lebenserinnerungen von Hark Bohm, verkörpert durch den kleinen Manning. Sein fast übermenschlicher Einsatz, für die Mutter ein Stück Weißbrot mit Butter und Honig zu organisieren, ist beeindruckend. Er zeigt aber auch, wie gut gemeinte Bemühungen ins Leere laufen können. Die Wirren des Krieges gehen an der abgelegenen Nordseeinsel nicht vorüber. Auch der scheinbar so idyllische Insel-Kosmos bleibt von den Zerwürfnissen in der Gesellschaft durch Nationalsozialismus und Krieg nicht verschont.

Hark Bohm am Ende noch einmal auf die Leinwand zu bringen, empfand ich als eine eindrucksvollen Rückblick auf sein Leben und gleichzeitig einen markanten letzten Gruß an sein Publikum.

22 Bahnen

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Bahnen ohne Überholspur

27.01.2026

Der Film läuft gefühlt schon ewig im Kino. Er zeigt das Leben von Ida und Tilda bei und mit ihrer alkoholkranken Mutter. Gut gemacht. Kein sensibles Auf-Die-Tränendrüsen-Drücken und keine heroischen Anwandlungen. Es wird eine Form des wirklichen Lebens gezeigt, die in unserer bunten Erfolgswelt gern ausgeblendet wird.

In die Sonne schauen

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Der Film war leider nicht mein Ding

31.08.2025

...sorry, das war zu viel für mich: Der Film war leider nicht mein Ding. Die Idee war natürlich gut. Es wurden vier Zeitphasen innerhalb von 100 Jahren auf einem altmärkischen Hof dargestellt. Es war für mich aber keine Geschichte dahinter. Teilweise surreale oder düstere Szenen. Was soll es bedeuten? Keine Ahnung. Die Schauspieler waren gut. Vor allem die Kinder waren hervorragend in ihren Rollen. Vielleicht reicht mein Verstand nicht aus, um das Wesen des Films zu erkennen?! Oder bin ich das kleine Mädchen, dass im Andersenmärchen ruft: "Er hat ja gar keine Kleider an!"

Da ich die Altmark etwas kenne, interessieren mich nur noch zwei Fragen:
- Wo befindet sich der Hof, auf dem der Film spielt?
- Um welches Gewässer handelt es sich, das in vielen Szenen eine Rolle gespielt hat?
Ich weiß, diese Fragen sind für den Film völlig uninteressant. Mich interessiert es trotzdem.

Das Licht

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Mystisch-okkultes Licht versus kommunistischer Bestrahlung

05.04.2025

Wie schon in Kritiken dargestellt, greift der Film nicht nur die Probleme der Familie Engels auf, sondern fast alle Probleme der Welt. Ein hoher Anspruch. Die surrealen Szenen, in die einzelne Personen ausbrechen, sind gut für das Empfinden der jeweiligen Situation. Das mystisch-okkulte Licht, dem die syrische Haushälterin Farrah die einzelnen Familienmitglieder aussetzt, erweist sich zwar gegen Ende des Films als durchaus interessanter künstlerischer Kniff. Es entsteht aber zeitweise der Eindruck, als ob sich dadurch die Schwierigkeiten im Leben und Zusammenleben lösen lassen. Das hat aber in der Vergangenheit auch eine Dauerrotlichbestrahlung der Menschen auf Grundlage der Thesen eines historischen Herrn Engels und seines Freundes Karl Marx nicht erreichen können. Auch ein Heer von Therapeuten, denen sich die Menschen im Film und in der Realität heute aussetzen (sollen), wird es meines Erachtens leider nicht schaffen, ein respektvolles und erfülltes Zusammenleben zu bewirken. Eigentlich schade, dass der normale Menschenverstand oft so verschüttet ist.

Bonhoeffer

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Bonhoeffer = Film + Buch

16.03.2025

Den Film wollte ich unbedingt wegen der Person Bonhoeffer ansehen, um mein rudimentäres Wissen über die Person zu erweitern. Im Vorfeld hatte ich die "durchwachsene" Kritik zum Film gelesen und kann diese gut nachvollziehen. So waren einige Szenen amerikanisch-theatralische überhöht, teilweise ist die Handlung in Kitsch abgedriftet. Dennoch erfährt man im Film einiges über das Leben von Bonhoeffer und die Zeit, in der er lebte und aktiv war. Beeindruckend war zum Beispiel die Szene, in der die Familie Bonhoeffer nach der Rückkehr von Dietrich aus den USA über die politische Situation in Deutschland diskutiert. Hier tun sich erschreckende Parallelen zur gegenwärtigen Situation in vielen mehr oder weniger angeschlagenen Demokratien in der Welt auf.
Soll man den Film nun anschauen oder nicht? Ich schließe mich hier der Meinung von Florian Höhne von der Bonhoeffer-Gesellschaft an: Er empfiehlt beides, den Film angucken und dann auch ein ordentliches Buch dazu lesen. Letzteres habe ich noch vor mir....

Like A Complete Unknown

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Dylan hervorragend dargestellt....

05.03.2025

Zur Nachmittagsvorführung innerhalb der Woche kamen nur wenige Besucher. Meist waren es Ältere, die wohl nicht mehr arbeiten mussten oder, wie ich, flexibel mit ihrer Arbeitszeit umgehen konnten. Ich wollte den Film unbedingt sehen. Es war wohl auch wie bei den meisten anderen Kinobesuchern an diesem Nachmittag eine Reise in die eigene Vergangenheit. Mit Bob Dylan, Joan Baez und Pete Seeger ist meine Generation "groß geworden". Unabhängig von diesem leicht melancholische Rückblick in die eigene Jugend war der Film tatsächlich gut. Timothy Chalamet spielte Dylan hervorragend. Es ist nicht unbedingt etwas ungewöhnliches passiert in dem Film. Ab und zu drohte der Spannungsfaden sogar zu reißen. Aber der leicht verrückte und introvertierte junge Bob Dylan hat immer wieder Interesse geweckt. Ich weiß nicht, ob Menschen, die mit Bob Dylan nichts am Hut haben, mit dem Film etwas anfangen können? Für Leute mit einer gewissen Dylan-Affinität ist der Film natürlich Pflicht....

Konklave

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Kardinäle sind auch nur Menschen...

15.02.2025

Ja, auch die Kardinäle sind nur Menschen. Das wussten wir schon. Allerdings wurde auf die 108 (?) während des Konklaves eingeschlossenen Kardinäle (fast) alle aktuellen Probleme dieser Welt projiziert. Gut, es ist ein Film, eine erfundene Geschichte, aber die Situation der zeitlich begrenzt im Vatikan Eingeschlossenen ist auch irgendwie wieder amerikanisch gigantisch. Zum Schluss hat das Gute wieder gesiegt: ein bisschen wie bei den Gebrüdern Grimm. Hoffen wir, dass in der Realität in Amerika auch das Gute auf wunderbare Weise noch siegt...!

September 5 - The Day Terror Went Live

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Information versus Sensation

31.01.2025

An die Geiselnahme während der olympischen Spiele 1972 kann ich mich noch erinnern. Ich war damals elf Jahre alt. Die Aufregung in den Medien und auch in der Familie war so groß, dass Sie mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Schon deswegen hat mich der Film interessiert. Er hat meine Neugier aber nur zum Teil erfüllt. Neben der Umsetzung der historischen Fakten aus Sicht der Journalisten im Film habe ich mit dem für mich recht amerikanischen Sensationseifer der Protagonisten gefremdelt. Geht es darum, Menschen zu informieren oder eine Story zu verkaufen?
Ich war als Kind von den olympischen Spielen in München begeistert und habe fleißig Zeitungsbeiträge ausgeschnitten und gesammelt. Heute nutze ich natürlich das Internet, um an Informationen zu gelangen. Aber, ehrlich gesagt, schneide ich auch heute noch interessante Artikel aus der Zeitung aus: Qualitätsjournalismus ist heute wichtiger denn je....

Führer und Verführer

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Weltliche Heilsbotschaften und deren Ende

24.07.2024

Ich war pünktlich im kleinen Kino. Aber alle Plätze waren besetzt! Auf einem Klappstuhl am Rand des Saals konnte ich dann den Film verfolgen. Etwas zynisch gesagt, hinterließ der Abspann die größte Betroffenheit bei mir. Ich saß im völlig stillen Kino, während die Filmdaten auf der Leinwand vorüber rauschten: Kann man die Schrecken in der Welt mit so einem Film erklären und irgendwie für sich in sein Weltbild einsortieren?
Die Geschichte um Goebbels, Hitler und die Nazigrößen waren weitestgehend bekannt. Wirklich beindruckt haben mich die O-Töne der Holocaustüberlebenden und die Originalfilmdokumente. Ich weiß natürlich nicht, wie sich alles tatsächlich real abgespielt hat, aber die Spielszenen wirkten für mich etwas aufgesetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Realität etwas komplexer war. Gab es nur die Führer, die Verführten? Gab es nicht auch Menschen, die durch die weltliche Heilsbotschaft des "Führers" das Paradies ersehnten? Ein Großteil der Verführten war wohl nur einem zunächst bequemen Opportunismus verfallen. Kommt uns das in unserer gegenwärtigen Zeit nicht irgendwie bekannt vor?

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