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19.09.2026
Einmal mehr zeigt uns das amerikanische Kino von innen heraus, wie der Amerikaner, eigentlich der westlich Zivilisierte, aber am besten jeder einzelne Mensch im Kapitalismus zu leben hat: Obwohl feststeht, dass sich die Realität verschoben hat, halten Figuren weiterhin an eigener Persönlichkeit und emotionalen Erinnerungen fest. Anthropologische Untersuchungen belegen, dass bereits ein leichtes Rütteln an der Zivilisation sofort den Überlebensmodus jedes Menschen aktiviert und man dadurch jede Etikette, jede Maske verliert.
Des Weiteren ist allen Lebewesen phylogenetische Verhaltensmechanismen eingewoben, die salient machen, dass ihr Überleben in fast allen lebensbedrohlichen Situationen – insbesondere bei einer Versetzung ins Jura – in Kooperation mit anderen am wahrscheinlichsten ist. Dennoch nehmen unsere Protagonisten keinen Kontakt zu ihren Nachbarn auf. Zweite Botschaft an den Zuschauer ist, du musst dich alleine durchs Leben schlagen. Der Markt regelt es auch, wenn "dumme Leute" wie die koreanische Nachbarin (natürlich muss es ein Ausländer sein, denn die bringen aus ihrer rückständigen Kultur etwas mit, das der Amerikaner als "Klotz am Bein" bewertet: Hilfe aus Mitgefühl) in letzter Sekunde die Tür ihres sicheren Zimmers öffnet und andere rettet, und dabei selbst umkommt: Wenn du sicher bist, verlasse deinen Ort nicht; begebe dich nicht in Gefahr für irgendjemand anderes! Aber wir wissen alle, dass der Mensch auch in extremen Situationen unberechenbar handeln kann, wenn das durch die Kultur immer weiter ausgebaute Ego plötzlich verschwindet.
Und am Ende rettet unsere Familie telefonisch sogar noch die Leute, die diese obige Ellenbodenmentalität nicht wie sie anwenden wollten oder konnten. Dabei ist deren Rettung nur eine Nebenbeschäftigung, da man in dieser Zeit ohnehin auf den Vater warten musste. Hätte die Mutter nicht angerufen, keine Telefonkette gestartet, wäre sie als Unmensch abgestempelt worden. Also ist der Schrei der Menschlichkeit in Augen des Amerikaners etwas, dem man erst ganz am Ende hören darf, nicht während eines Prozesses, denn dieser wird durch andere nur gestört – andere Menschen sind nur Hindernisse beim Erreichen meiner Ziele!

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