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Nicht der natürliche Lebensraum des Apfels
Foto Jan Schliecker

Obst fällt vom Baum, nicht aus dem Regal

22. Dezember 2016

Heimisches Obst kann man selbst anpflanzen, Fisch sogar auch – Thema 01/17 Biokost

Gerade in einer Großstadt wie Wuppertal bleibt immer noch genug Platz, um Pflanzen und Bäume zu setzen und sich die Ernte schmecken zu lassen. Denn Wuppertal gehört zu den grünsten Großstädten Deutschlands und bietet nicht nur in etlichen Nischen rund um die Talachse Möglichkeiten, den inneren Gärtner auszuleben. Auch in den Randgebieten kann man Natur erleben und mit einem kleinen Garten schon die Selbstversorgung voranbringen. Dazu zählen mit den Streuobstwiesen ein eher traditionelles, und mit der Farmbox des Vereins „Aufbruch am Arrenberg“ ein modernes Modell.

Im Frühjahr geht die Arbeit auf den zahlreichen Streuobstwiesen wieder los. Der Arbeitskreis Obstwiesen Bergisches Städtedreieck kümmert sich übergreifend für Solingen, Remscheid und Wuppertal um die Flächen. In dem Arbeitskreis sitzen Experten für die Arbeit mit den Obstbäumen, zum Beispiel vom Bergischen Naturschutzverein (RBN), dem Naturschutzbund Wuppertal (NABU) oder der Unteren Landschaftsbehörden der Städte. Die Biologische Station Mittlere Wupper hält für das Gesamtprojekt die Fäden in der Hand.

Etliche Veranstaltungen rund um den natürlichen Kreislauf der Obsternte bringen den Menschen die Natur näher. Dazu gehören Exkursionen zur Blüte, Fragestunden zu den Bäumen oder auch ein Obstwiesenstammtisch und gemeinsame Herbstfeste. Wer gesammeltes Obst zu Saft machen will, kann sich sogar eine mobile Obstpresse ausleihen. Und die Wiesen haben noch weitere Vorteile für die Natur. Denn in den grünen Ebenen nisten sich zahlreiche Tiere ein. Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge holen sich Nektar und sorgen für die Bestäubung. Vögel bauen sich ihre Nester im Geäst oder im Gebüsch von Hecken. Und sogar Fledermäuse kann man erspähen.

In eine Box gepackt hat die Selbstversorgung der Verein „Aufbruch am Arrenberg“ aus dem gleichnamigen Stadtquartier. Der Verein wollte „zeigen, wie Energiegewinnung, Mobilität und Nahrungsmittelproduktion nachhaltig und klimaneutral machbar sind.“ Die Farmbox ist im Grunde ein mobiler Schiffscontainer, nur mit einigen „Gimmicks“ ausgestattet. Auf dem Dach sorgen Solar- und Windkraft für Energie, im Inneren wird Gemüse angebaut – und mit einer sogenannten Aquaponicfarm Fischzucht betrieben. Jugendliche und Vereinsmitglieder kümmern sich um den Betrieb. Die Fische werden durch eine Pumpe laut Aussage des Vereins „nach Tierschutzkonformen Regeln“ versorgt. Die Anlage wurde vom Veterinäramt genehmigt.

Ende Oktober gab es sogar ein Erntedankfest. Fisch und Gemüse wurden in einer Fischsuppe verköstigt. Die Farmbox lief seit Mitte des Jahres im Rahmen des Projekts „Essbarer Arrenberg“, darin ruft der Verein unter anderem zu Foodsharing und nachhaltigem Umgang mit Lebensmitteln auf. In den nächsten fünf bis zehn Jahren möchten die engagierten Arrenberger ihre eigene Farm im Quartier entstehen lassen.


Lesen Sie weitere Artikel 
zum Thema auch unter: trailer-ruhr.de/thema und choices.de/thema

Aktiv im Thema

wuppertals-gruene-beete.de | Übersichtsseite über Stadtgärten in Wuppertal
bsmw.de | Biologische Station Mittlere Wupper u.a. mit Projekten wie der Arbeitskreis Obstwiesenschutz
aufbruch-am-arrenberg.de | Seite des gleichnamigen Vereins, u.a. mit Infos zur Farmbox
experimentselbstversorgung.net | umfangreiches Blogprojekt von zwei Selbstversorgern aus Österreich
prinzessinnengarten.net | Webseite der Berliner Prinzessinnengärten Berlin
selbstversorger.de | Infoseite rund um das Thema Selbstversorgung

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