Wuppertal ist nicht Mexiko. Angesichts des facettenreichen Programms des diesjährigen Viertelklangfestivals möchte man aber doch ein Zitat aus Robert Rodriguez Filmklassiker „From Dusk Till Dawn“ bemühen und mit Seth Gecko ausrufen: „Rumtreiber, treiben wir uns rum!“ Fluktuation an den Konzertorten und Mobilität seitens des Publikums ist auch 2014 wieder erwünscht.
Seit 2013 ist das Viertelklang-Festival aber auch keine alleinige Wuppertaler Angelegenheit mehr, es versteht sich vielmehr als Bergische Veranstaltung. Der Auftakt der vierten Ausgabe des innovativen Konzeptes findet wieder in Wuppertal, im Mirker Viertel statt. Die Versuchsanordnung ist dabei ebenso einfach wie erfrischend. Verschiedene Musiker, viele davon aus Wuppertal stammend oder dort ansässig, bespielen mit halbstündigen Sets verschiedene Locations im Viertel. Das musikalische Repertoire reicht von Klassik und Chormusik über Chanson, Jazz und Weltmusik bis hin zu Elektro, Pop und Indie. Kirchen, Clubs und Kulturorte öffnen ihre Türen denjenigen mit Festivalticket, bis alle Plätze besetzt sind. Durch die Kürze der Konzerte wird das Publikum eher zum Schlendern, als zum Verweilen animiert. Neben guter Musik können die Zuhörer so auch das Stadtviertel ein wenig besser kennenlernen. Um zwischen den verschiedenen Locations zu wechseln ist ausreichend Zeit. Ausdrücklich erwünscht ist auch, dass sich Anhänger der klassischen Musik in einer Jazzsession wiederfinden und ein Teenager sich plötzlich mit der Darbietung eines Chors konfrontiert sieht.
Bereits das eröffnende „Kreuzungskonzert“ um 18 Uhr basiert auf einer ungewöhnlichen Versuchsanordnung: An der Kreuzung Neue Nordstraße / Helmholtzstraße werden die Balkone und Erker den Initiatoren Justin Sebastian und Jacob Economou als Resonanzraum dienen. Mit anderen Musikern des diesjährigen Festivals erwartet die Zuschauer ein besonderer Auftakt.
Von dort können sie dann zu den weiteren Konzertorten ausschwärmen, die fußläufig erreichbar sind. Ob in Kirche, Schule, auf Kulturbühnen oder in der Utopiastadt rund um den Mirker Bahnhof – enormer Andrang wie 2013 wird erwartet.
Eines der Highlight wird das Soundkonzept „Chingachgook(s)“ bieten. Der amerikanische Künstler Ben Houge und der in Wuppertal lebende Justin Sebastian haben die improvisierte Klanginstallation von Laptop und Trompete ursprünglich für eine Performance in Shanghai entwickelt. Beim Viertelklangfestival führen sie diese um 20 Uhr in der Herz Jesu Kirche auf.
In der Hebebühne kann dann ab 21 Uhr einem exotischen Instrument gelauscht werden. Die Solistin Christine Högl beherrscht ihre keltische Harfe perfekt und entlockt ihr mystisch anmutende Töne. Zeitgleich könnte man auch in der Diakoniekirche den Wuppertaler Kammerphilharmonikern unter der Leitung von Werner Dickel lauschen.
Ab 22 Uhr erfüllt das Quartett Los Cuatro de la Sala mit purem, leidenschaftlichen Tango, gespielt auf Akkordeon, Klarinette, Kontrabass und Gitarre, die Utopiastadt. In der Herz Jesu Kirche entführt der deutsch-türkische Musiker Murat Cakmaz das Publikum parallel mit seinem Ensemble und orientalischen Klängen in die Welt der Sufi-Musik und des Sematanzes.
Alternativen bieten dann ab 23 Uhr z.B. im Klub die Indie-Beats der Idiotlights oder der Sound von Young States in der Realschule Neue Friedrichstraße, während Stanke ohne Strom mit einem Unplugged-Konzert im Café Ada das Viertelklang-Festival ab Mitternacht beschließen wird.
Weitere Ausgaben des Viertelklangfestivals mit individuellem Programm finden am 13.9. in Remscheid-Lüttringhausen und am 27.9. in Solingen-Gräfrath statt.
4. Viertelklang-Festival | Sa 30.8. ab 18 Uhr | diverse Orte im Mirker Viertel, Wuppertal | www.wuppertal.de/microsite/viertelklang-2014/
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