Früher war es ein Genuss, morgens die Wohnungstür zu öffnen und die druckfrische Zeitung in den Händen zu halten. Als Frühstückslektüre war sie unverzichtbar. War sie nicht da, fehlte etwas wie sonst nur Brot oder Butter. Sie bot Kontemplation, Gemütlichkeit und Information. Sie knisterte und roch nach Papier und Druckerschwärze. Sie verstellte den Blick auf manch übelgelaunte Mitbewohner. Sind jene Zeiten vorbei? Der moderne Frühstücker schaut auf ein Touchscreen, wischt und tippt, ist so Teil des digitalen Dorfes. Wer dagegen anmeckert, gilt als senil. Und tatsächlich, der Blick auf die erste Seite einer aktuellen Tageszeitung verwirrt. Habe ich das nicht gestern schon alles gelesen? Halte ich vielleicht die Zeitung von gestern in den Händen? Der Geschwindigkeit digitaler Medien, die uns nicht nur am Computer, sondern auch am Smartphone, an U-Bahnhöfen und an Werbetafeln mit den Breaking News versorgen, kann das gedruckte Papier nichts entgegensetzen. Skandale, Rücktritte, Katastrophen und Kriege finden in der Zeitung immer erst einen Tag später statt. Insofern wirken die ersten Seiten der Tageszeitung so anachronistisch, als wollte man mit einer Droschke von Berlin nach Paris fahren.

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Kuratorin Nana Tazuke-Steiniger über die Ausstellung „Asia Pop“ im NRW-Forum Düsseldorf – Sammlung 09/26
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Genau diese Freiheit braucht die Kunst
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