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Der Weg zu alternativen Energien ist letztlich alternativlos
Foto: Amélie Kai

Wo ein Wille ist

27. März 2014

Deutschland ist nicht mehr der Primus in Sachen erneuerbare Energien – Thema 04/14 Energiewende

Gerne inszeniert sich Angela Merkel als Klimakanzlerin – der Klimaschutzindex 2014 hingegen zeigt einmal mehr, dass dies nur noch zur Faschingsmaskerade taugt. Deutschland fiel nicht nur erstmals aus den Top Ten heraus, sondern rangiert nunmehr auf Rang 19. Dänemark hingegen führt die Liste an. Wenn überhaupt, so dürfte sich wohl eher Helle Thorning-Schmidt als Klima-Ministerpräsidentin titulieren. Denn während die deutsche Regierung ihre Ambitionen im Klimaschutz immer weiter senkt, ihre Führungsrolle dadurch verloren und erfolgreich Reformen des Europäischen Emissionshandelssystems blockiert hat, erfreute das zwar BMW und in Folge die Konten der CDU, nicht jedoch die Experten von Germanwatch, jener Organisation, die den Klimaschutzindex erstellt. Sie kritisieren die deutsche Regierung dafür, die Entwicklung der eigenen Energiewende aufzuhalten.

Was also machen die Dänen anders oder besser? Ganz einfach: Ihre Ziele sind keine Worthülsen, sie werden in die Tat umgesetzt. „In nahezu jedem Sektor gelang es dem Land, seine Vorjahresergebnisse noch ein wenig zu verbessern“, so die Experten von Germanwatch.Und damit begannen sie schon früh. In den 1970er Jahren starteten die Dänen mit der kommerziellen Windkraft, heute beziehen sie daraus ein Fünftel ihrer Energie. Gemeinsam mit Schweden und Deutschland will man nun gar in der Ostsee das erste Offshore-Elektrizitätsnetz der Welt aufbauen. Der geplante Offshore-Windpark soll alle drei Länder versorgen. Seinen langen und dunklen Wintern zum Trotz ist Dänemark weltweit führend in großen solarthermischen Anlagen – die beiden größten solarthermischen Anlagen der Welt liegen hier, 18.300 beziehungsweise 15.000 Quadratmeter groß. Zum Vergleich: Die größte deutsche liegt im baden-württembergischen Crailsheim und misst 7.500 Quadratmeter. Weitere Anlagen sind in Dänemark in Planung oder im Bau. Mehr als sechzig Prozent der dänischen Haushalte werden mit Fernwärme beliefert. In Deutschland sind es 14. Bei Neubauten dürfen Dänen seit Anfang 2013 keine Gas- oder Ölheizung mehr einbauen. Bei Bestandsimmobilien gilt das Verbot ab 2016. Zur Finanzierung der dänischen Energiewende zahlen die Verbraucher seit Jahresbeginn 2013 eine „Versorgungssicherheitsgebühr“. Sie wird auf fast alle Brennstoffe fällig und steigt schrittweise bis 2020.

All dies ist Teil einer ehrgeizigen Strategie, durch die Dänemark sich bis 2050 gänzlich von fossilen Brennstoffen lossagen will. Eine volle Finanzierung ist zumindest bis 2020 gewährleistet, ohne die dänische Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden, und sie sorgt dafür, dass die dänischen Durchschnittshaushalte keine großen Extrarechnungen zu bezahlen haben. So wird ein dänischer Durchschnittshaushalt im Jahr 2020 für Öl, Gas oder Fernwärme ungefähr zirka 120 Euro mehr ausgeben müssen, ein Anstieg von vier bis fünf Prozent. Für Elektrizität werden die Extrakosten etwa 33 Euro betragen.

Kopenhagen nimmt dabei noch einmal eine Sonderrolle ein: Die Stadt will die Fahrradhauptstadt Europas werden und setzt dieses Ziel mit allen Mitteln um.

KLAUS BUNTE

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