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Blade Runner 2049

Blade Runner 2049
USA 2017, Laufzeit: 163 Min., FSK 12
Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Ryan Gosling, Harrison Ford, Ana de Armas, Dave Bautista, Robin Wright, Jared Leto
>> www.bladerunnerfilm.de

Meine Meinung zu diesem Film

Das verlorene Paradies
woelffchen (535), 11.11.2017

Wie für viele Science-Fiction Filme, gilt auch hier: "Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies." Dieses Sequel oder Remake - wie immer man es nennen will - ist sicher ein hervorragender, bildgewaltiger und sehr unterhaltsamer Film - zwar mit einigen Längen, aber dafür auch wieder mit sehr dichten Sequenzen. Es ist die alte Story: Gut gegen Böse, materiell gegen immateriell, schön gegen häßlich, brutal gegen sanft usw. usw. Aber das Paradies bleibt trotz aller Versuche der transzendenten Umsetzung bzw. Realisierung im Film genau so wie in der Realität: Ein verlorenes. Mit filmischen Mitteln läßt es sich auch nicht realisieren, da muß man sich schon in den göttlichen Bereich begeben - dort kann es einem gelingen. Als Film - gleichwohl: Sehr sehenswert!

Guter SF-Thriller
Nick (38), 08.10.2017

Villeneuve nutzt die heutigen technischen Möglichkeiten virtuos und schafft einen atmosphärischen SF-Thriller, der trotz fast 3 Stunden Spielzeit recht kurzweilig ist. Das Geniale am ersten Blade Runner war, dass philosophische Fragen einfach und stringent über die Schauspieler und die Geschichte transportiert wurden. Dem zweiten Teil fehlt diese Direktheit der Story, er setzt mehr auf Action und die Kraft der Bilder, kommt somit an die Strahlkraft des Originals nicht heran, enttäuscht aber nur, wenn man zu hohe Erwartungen hatte.

Sofortiger Ruhestand für Harrison Ford!!
Matt513 (181), 07.10.2017

Bin nach den Vorabfilmchen, die die vielen Verweise zu Blade Runner von 1982 priesen, mit nullkommanull Erwartungen ins Kino gegangen. Die Befürchtung stand im Raum, dies würde ein weiteres Mal ein Abklatsch eines nicht zu reproduzierenden Meilensteins werden. Bewegt und schwer beeindruckt ging ich rund 3 Stunden später wieder.

Visuell und akustisch ist BR2 eine einzige Granate. Villeneuve hat sich mit Ansage als ausgezeichnete Wahl für den Regiesessel erwiesen. Meine obige Befürchtung sollte sich als weitestgehend unbegründet herausstellen. Trotz seines nüchternen, reduzierten Stils (u.a. Arrival, Prisoners) ist ihm gelungen, was lange Zeit als nicht machbar galt: eine Fortsetzung, welche stilistisch unverkennbar im selben Universum wie der Vorgänger spielt, ohne unweigerlich wie ein Abziehbild zu wirken. An einer derartigen Aufgabe sind namhafte Regisseure bei ähnlichen Projekten bereits grandios gescheitert. Daß sein Film dann besagte, leicht modulierte Referenzen aufweist (u.a. Charaktere ähnlich Pris und J.F. Sebastian, ein exotischer Straßenhändler mit Expertise für seltene Dinge, die flimmernden Wasserreflexionen, ein visionärer Konzernlenker mit Schöpferanspruch sowie Handicap an den Augen, ein Verfahren ähnlich dem Void-Kampff-Test, ein Pferd (vorher Einhorn) als Schlüssel zur Klärung einer wichtigen Frage), wäre da vielleicht gar nicht nötig gewesen. Die ersten Einstellungen sind fast synchron; ein großes Auge, der Flug über eine von Menschenhand versiegelte Landschaft – Villeneuve verläßt wohltuend schnell diesen allzu wohlfeilen Pfad, spielt im folgenden mit Licht und Schatten, so wie Scott es in seinen besten Zeiten vermochte, und entwickelt danach eine stimmige, eigene Ästhetik in epischem Format. Die Zeit ist nicht stehengeblieben, so auch nicht die Technik. Über den Dingen schwebt die Drohne, 3D-Virtual Reality ist tief im Privatleben angekommen. Im Gegensatz zu Deckard wohnt K allerdings in einer ziemlichen Scheißgegend, zumindest dem Publikum vor seiner Wohnungstür nach zu urteilen.

Die Story u.a. aus der Feder von Hampton Fancher, der bereits das erste Drehbuch mitschrieb, thematisiert in vielen Einzelmotiven einmal mehr den Grenzbereich zwischen natürlichem zu künstlich erschaffenem Leben; wie könnte es auch anders sein. Sie ist an manchen Stellen angenehm rätselhaft, allzu selbsterklärend wäre ja auch doof, ohne daß man jedoch mit Schulterzucken das Kino verlassen müßte. Eine Weile lang dachte ich, ich müßte ihn ein zweites Mal anschauen, doch am Ende war alles klar. Man muß manche Dinge einfach mal im Geiste parken im Vertrauen darauf, daß sie sich auflösen. Da läßt Arrival schön grüßen.

Was mich regelrecht gestört hat, war der Auftritt von Harrison Ford. Ab da wirkt dieser große Film plötzlich gewöhnlich. Bis dahin hat er auch so funktioniert. Schlagartig ist die Spannung weg. Er wirkt wie ein Fremdkörper. Muß man den Mann ständig hinterm Ofen hervorzerren? Herrgottnochmal, gönnt ihm doch endlich seinen Ruhestand. Schon dieser dubiose Auftritt in Episode 7 war doch sinnlos, von Indy 4 mal ganz zu schweigen (und Indy 5 *würg* soll ja auch noch über uns hereinbrechen). Das wirkt wie so ein Leckerli, damit die alten Fans auch alle brav ins Kino rennen, aber bringt den Film nicht voran. Wäre nicht nötig gewesen, sage ich, 'wäre der Film halt anders ausgegangen. Auch Rachel bzw. Sean Young hat einen Auftritt, einen sehr unwürdigen allerdings, wie ich finde.

Trotzdem - Villeneuve hat einen Riesen erschaffen. Blade Runner ist für immer unerreichbar, aber davon ab behaupte ich, dieser Film hier wird Bestand haben. Daß dies in diesen gesättigten Zeiten noch möglich ist, wo so vieles schon in Bilder gesetzt wurde, hätte ich nicht gedacht. Ein Fortsetzungsfilm, der seinen eigenen Schatten wirft, ist selten; siehe auch Das Imperium schlägt zurück. Diesen hier werden wir bei den Oscars wiedersehen. Ein großartiger Science-Fiction, sehr beeindruckend.

Vieles gut, aber trotzdem nur okay
otello7788 (532), 06.10.2017

Blade Runner 2049 schafft es, die Stimmung, den Look und die Atmosphäre des Vorgängers zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Es gibt großartige Szenen und Ideen. Herausragend die Gefährtin von "K" dem Blade Runner. Das waren die besten und intensivsten Szenen des neuen Films. Aber leider mit die einzigen, die den Geist und die Magie des Vorgängers transportieren konnten.
Das Drehbuch ist die grosse Schwäche des Films. Es ist einfach nicht stringent genug und viele Wendungen habe ich schlichtweg nicht verstanden. Auch ist es wohl der heutigen Zeit geschuldet, dass man einen sadistischen Charakter einbauen musste und recht sinnfreie Gewaltszenen.
Insgesamt ein zwiespältiges Filmerlebnis.

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