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City of God

City of God
Brasilien 2002, Laufzeit: 128 Min., FSK 16
Regie: Fernando Meirelles, Katia Lund
Darsteller: Matheus Nachtergaele, Seu Jorge, Alexandre Rodrigues, Leandro Firmino da Hora, Phelipe Haagensen, Jonathan Haagensen, Douglas Silva, Roberta Rodriguez Silvia

Meine Meinung zu diesem Film

Sehgewohnheit
CemileTS (134), 25.10.2009

...einige Filme brauchen für mich etwas länger um zu greifen.

Zwar gilt City Of God als kommerziell erfolgreich, dennoch vielmehr als Hype verstanden.

Als der Film in den Kinos anlief bezweifelte ich die Beständigkeit, heute muss ich mir zugestehen dass auf der grossen Leinwand mich die Informationsflut und die zügige Bildsprache einfach überfordert haben.

Nun sind meine Sehgewohnheiten und meine persönliche Tilgung von Informationsflut angepasst, angepasst durch die Werbung die uns umgibt, angepasst durch die Informationsgesellschaft.

Ich kann nun besser Selektieren, anstatt wegen Selbsterhaltung sofort abzuwehren.

Im Fernsehen läuft der Film gerade, und ich bin beeindruckt...gerade zur zeit, wo mich Haneckes "Das Weisse Band" beschäftigt und vor meinem inneren Auge abläuft.

Die Weitergabe und Selbtsverständlichkeit im Umgang mit Gewalt und Ohnmacht in einer Umgebung, die es nicht anders beigebracht bekommt.

Auf brasilianisch (ja, Brasilien hat das Portugiesisch bereichert) nennt man kind-kriminelle "Pivetes".

Ausgesprochen hat es den Klang von etwas das schnell, flink und erbarmungslos lächelnd mit einem Korkenzieher (schnelle Drehbewegung) auf Menschen einsticht, bevorzugt im Nierenbereich da Augenhöhe.

Und auf türkisch gibt es eine Verniedlichung "Firlama".

Ausgesprochen hat es den Klang von etwas dass auf einem Obst und Gemüsemarkt zunächst ruhig beständig nach einem rosigen Pfirsisch grapscht,

diesen flink umklammert und geschwind in der Menschenmenge verschwindet,

dabei in zick-zack form seinen Weg durch die Menge bannt stets bedacht die Menschen bei seiner Flucht nicht anzurempeln....

Muß man gesehen haben
Kinokeule (541), 02.01.2005

Vorab: Dieser Film zählt zu meinen Lieblingen im Jahr 2003. Derzeit läuft er auf Premiere, sodaß ich ihn mir nochmal anschauen konnte.

Von der ersten Minute an hat mich die Geschichte von Locke, Muscapet, Bene und den anderen aus den Slums von Rio wieder in Atem gehalten. Die einzelnen Handlungsstränge sind voller Leben und Spannung inszeniert und den Vergleich zu Tarantino finde ich passend und überhaupt nicht abwertend.

Wer von diesem Film nicht gepackt wird, sollte sich fragen, ob Film vielleicht das falsche Medium für ihn ist (5 Sterne).

packend
askajan (7), 12.09.2003

Dieser Film ist schlicht und einfach packend, wuchtig, ein SChlag in den Magen. Absolut sehenswert !

Sehr gut, aber sehr plakativ...
Marylou (161), 28.06.2003

war der film. Ob das gut oder schlecht ist, muß jeder für sich selbst entscheiden. Einer meiner Vorrednder sprach von "Tarantino"- genau das Gefühl hatte ich auch, und das hat mir den Film etwas vergällt. Die Ernsthaftigkeit des Themas wird für mich eben dadurch untergraben, das ganze kommt mir ein bischen zu stilisiert daher, zu, ja eben, tarantinomäßig. Klar gibt es schockierende Szenen, die unter die Haut gehen, aber alles in allem fand ich ihn nicht wirklich aufrüttelnd. Man hat nicht das Gefühl, ein Stück Realität Rio's serviert zu bekommen, an dem man beissen muß, sondern einen hervorragend erzählten, mit fantatstischen Bildern ausgestatteten Spielfilm. Aber richtig tragisch, beklemmend, einen tagenlang beschäftigend, das ist er (leider) nicht. Die Schauspieler sind übrigends wirklich klasse, und ich kann das Gejammer über die Synchronisation nicht verstehen, die war abslout unstörend. Nun, bildet Euch euer eigenes Urteil.
Großes Kino, aber kein großer Nachhall. Vielleicht muß ich ihn nochmal gucken?!

vorurteile voll verstärkt
zwisi (38), 27.06.2003

bis auf die unsäglichen szenen, die mit der wackelnden freihandtechnik aufgenommen wurden ein gut erzählter film. schokierend brutales leben außerhalb unserer vollkasko arschnachtraggesellschaft. dabei toll der angewandte taratino-stil des zeitlichen versatzes einzelner episoden und der gerne gesehene perspektivewechsel.
aber, was wollte der film tatsächlich erzählen? nachher begann ich zu überlegen, meine tochter wieder aus dem schülerautausch mit einer schule in rio de janeiro herauszunehmen (ist nicht passiert). vielleicht ist die einzige aussage tatsächlich die: euch, in der ersten welt, geht es so gut, genießt es so lange es geht und hört mit der jammerei auf. das leben endet schneller als du denkst.

ach ja die gewalt...
gufi (18), 30.05.2003

die alte diskussion: soll man gewalthafte und erschreckende geschichten im film durch weniger gewalt zugänglicher machen oder soll man genau dieses schrecken genau so darstellen? city of god jedenfalls falls die zweite variante. starker tobak an manchen stellen weil sehr erschuetternd und mitreissend gefilmt. wackelige kamera, schnelle schnitte, absolut echte figuren, das alles macht den film hervorragend. aber eben nchts für schwache nerven! ++++

Aus der Sicht der Waffe
mr. kurtzman (168), 25.05.2003

Ohne Frage ein ganz eindrucksvoller Film in Sachen Bild- und Schnitttechnik. Nach drei Tagen ist bei mir leider nicht viel haften geblieben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Personen im Film auf mich lückenhaft erzählt und dadurch pauschal wirkten. Junge Gangster im Tarantino-Stil schiessen um sich herum und es passieren im 10 Minutentakt tragische Geschichten, die mich im Laufe der Zeit, entschuldigt mich, kalt lassen. Gut möglich, dass es beabsichtigt war alles ganz nüchtern zu zeigen. Damit es mir nicht ständig wie ein ?Räuber-und-Gendarm-Spiel? vorkam, wäre es schön gewesen, wenn die Regisseure wichtigen Hauptpersonen mehr Interesse hätten schenken können und anderen dafür weniger. Ich dachte die Fototätigkeit, die erst am Ende an Bedeutung gewann, würde der Story mehr an Gewicht verleihen.Wenn ich im Abspann Walter Salles als Produzenten lese, dann erinnere ich mich gerne an seinem Film ?Central do Brasil?. Kam mir halt so vor, als wollten die Macher diesmal auf Teufel komm raus die Aufmerksamkeit auf sich reissen und endlich mal Geld verdienen. Nach der Lautstärke des Films zu beurteilen... ja, doch.

Zu eindimensional
Dr. Tom (57), 24.05.2003

Kamera und Schnitt sind bemerkenswert, ja großartig. Aber die Story? Bitte, Leute: Geballer, Bandenkriege, endlose Gewalt, soziales Elend, und das Ganze ohne die geringste Entwicklung, ein uninspiriertes Abspulen der immerselben Leier, irgendwann ödet das alles nur noch. Erst gegen Ende, als der Erzähler seine Lust am Photographieren entdeckt, kommt etwas Poesie und Ruhe in den Film, man registriert es fast mit Überraschng... leider zu spät. Nö, muss nicht sein.

Meisterwerk
calvin (27), 21.05.2003

Im Mai endlich der erste Film, der der beste des Jahres werden könnte. Großartig im Schnitt, im Tempo und in den Bildern. Zur Synchronisation: gibt es überhaupt ein Argument FÜR diese Technik? Meiner Meinung nach sollten alle Filme im OmU gezeigt werden, damit die Personen ihre Stimme behalten. Viele Peinlichkeiten blieben uns erspart ... Zum Film hat Rita alles gesagt. Großartig!

versaubeutelte Synchronisationsarbeit
andrej (30), 18.05.2003

Ich schliesse mich allen positiven Beschreibungen dieses schoenen, wichtigen und innovativen Films an, aber ... diese deutsche Synchronisation - grausig gesprochen, technisch dilletantisch und echt stoerend.
Sie hat mir diesen Film ueber weite Strecken versaut und ihn fuer lange Zeit (vielleicht erbarmt sich ja irgendwann nochmal jemand) in synchronisierter Form ungeniessbar gemacht, hoffentlich sind wenigstens die Untertitel auf der zukuenftigen DVD in adaequater Qualitaet zum Rest des Filmes.

ansehen!
hotratz (16), 18.05.2003

ein muss, ein filmisches meisterwerk, die arbeit mit kameraperspektive, farbe und schnitt ist perfekt gewählt zur story, ach ja, lange nicht mehr so funkige musik im kino gehört.

Schnitte wie Schüsse
Rita (21), 17.05.2003

Im Kino muss ich bei Gewaltszenen meist Augen und Ohren zuhalten. Doch obwohl das Hauptthema dieses Filmes Gewalt ist, konnte ich mich ihm schwer entziehen, denn die gezeigten Gewaltszenen sind nicht Effekt heischend. Manchmal duckt sich die Kamera weg, zeigt das Gesicht des Schützen, oder nur den Lauf der Pistole ? die dann auf den Betrachter gerichtet ist. Die Gewalt wird auch nicht verherrlicht, es wird ihr Sog beschrieben, der fast alle Hauptdarsteller in den Abgrund reißt. Nur zwei schaffen es auszubrechen: der eine findet zu Gott, der andere ist der Erzähler, der mit seinem Fotoapparat später im Bandenkrieg einen fast neutralen Beobachter-Status einnimmt. Aus dem Off erzählt er die Geschichte von der Eskalation der Gewalt und ihrer Protagonisten. Dabei wird zum Beispiel eine Szene aus dem Blickwinkel verschiedener Personen mehrfach wiederholt, um die Geschichte eines Bandenmitglieds aufzugreifen. Dieser Perspektivwechsel ist formal und ästhetisch genial gemacht und verdeutlicht zugleich die Mehrdeutigkeit der Realität.

Weder Fisch noch Fleisch
woelffchen (594), 12.05.2003

"City of God" möchte ich mit 'weder Fisch noch Fleisch' bezeichnen und er hat mich letztenendes enttäuscht. Dieser Fim ist weder ein Spielfilm im klassischen Sinne noch ein reiner Dokumentarfilm. Die Vermischung dieser beiden Bereiche mit einer überbordend langen und in ihrer Grundstruktur verwirrenden und sich wiederholenden Geschichte fängt für meinen Geschmack spätestens nach 30 Min. an zu ermüden. Es gibt keine Ruhepausen, und das gleich zu Beginn einsetzende hohe Tempo wird über die gesamte Filmlänge von 130 Min. durchzuhalten versucht. Die grundsätzliche Problematik wird durch die Vielzahl der agierenden Personen, der häufig wechselnden Schauplätze und den ebenso vielfältigen Inhalten verwässert und ist in ihrer Aussage dann nicht mehr überzeugend. Diesen Inhalt beispielhaft mit wenigen Personen und einer übersichtlichen Geschichte dargestellt wäre m.E. überzeugender gewesen, aber dann wären die Schauspieler und das ganze Drum und Dran einer Filmproduktion mehr in den Mittelpunkt gerückt - und das ist dann nicht mehr so einfach, weil dann Professionalität gefragt ist. Auch für "City of God" gilt, und dies in ganz besonderer Weise, die These: weniger wäre mehr gewesen.

Fulminant
otello7788 (554), 09.05.2003

Vorschlusslorbeeren gab es reichlich, Lobpreisungen in jeder Zeitung. Oft bricht ein Film unter einer derart hohen Erwartung zusammen. City of God ist allerdings ein solch fulminantes Stück Kino, daß ihm so etwas nichts anhaben kann. Die aufgebrochene Erzählstruktur, das Übereinandergreifen der Zeit- und Erzählebenen und die Zusammenführung in einer zentralen Szene ist meisterhaft gelungen. Trotz einer Unzahl von Namen, Geschehen und Beziehungen kann man der Handlung mühelos folgen, findet Zugang zu einer Welt, wo man sein (junges) Leben durch das versehentliche Anrempeln der falschen Person verlieren kann.
Hier wurde etwas Eigenständiges, Kraftvolles und Neues geschaffen, was man in der Form noch nicht gesehen hat. Hunderprozentige Empfehlung, einer der besten Filme des Jahres!
Einziger kleiner Makel: Die Synchronisation war besch...!

Gewalt im Samba-Rhythmus
Colonia (683), 09.05.2003

Eingetaucht in den Rhythmus des Films, in eine Flut aus Gewalt und Gegengewalt, ertappe ich mich dabei, dass mich das keineswegs abstößt, sondern ganz eigenartig gefangen nimmt. Und ich frage mich: Darf ein Film das? Nein, er verherrlicht die Gewalt nicht, aber er verurteilt sie ebenso wenig. Sie ist einfach da, präsenter Bestandteil aller Bewohner der Favela "City of God", Normalität. Dutzende Menschen müssen im Verlauf des Films ihr Leben lassen, oft ganz beiläufig. Niemanden scheint das zu stören, niemanden schmerzt das. Aus Kleinkriminellen werden Mörder, die Jüngeren lernen von den Älteren, es wird aufgerüstet und am Ende überzieht ein brutaler Bandenkrieg die ganze Stadt, bis wiederum die Jüngeren die Älteren ablösen und eine noch brutalere Gang, die keinerlei Moralbegriffe mehr mit auf den Lebensweg bekommen hat, die Macht übernimmt.

Der Film erzählt unglaublich viele Einzelgeschichten, manchmal verwirrend, doch am Ende findet alles wieder zusammen. Hie und da hätte etwas weggelassen werden können, ein paar Namen weniger hätten nicht geschadet. 30 Minuten weniger wären auch völlig ausreichend gewesen. Und doch bin ich versucht, "City of God" als ein Meisterwerk zu rühmen, weil es etwas Neues ist auf der Hollywood-dominierten Hochglanzleinwand, gut gemacht, toll gespielt (trotz oder gerade wegen der Laiendarsteller), faszinierend erzählt. Und erschreckend realistisch.

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