
Exit 8
Japan 2025, Laufzeit: 95 Min., FSK 12
Regie: Genki Kawamura
Darsteller: Kazunari Ninomiya, Yamato Kôchi, Naru Asanuma
>> www.exit-8.de/de
Mein Film des Jahres
Kinogänger (4), 18.08.2026
Selten hat mich die Umsetzung einer neuen Idee so überzeugt, wie Exit 8.
Komplexe Probleme der in einer digitalen Filterblase gefangen Gesellschaft werden transponiert in ein Videospiel, um Anomalien von Normalität zu unterscheiden. Sind Kinder "normal" in einer funktionierenden Welt? Das wird in zahlreichen Spielschleifen wunderbar aufgedröselt .
Dabei stand die "Escher 8" von MC Escher Pate, der in Bildern paradoxe geometrische Verbindungen geschaffen hat. Filmisch umgesetzt bedeutet das, dass Bahnen durch reale und virtuelle Welten und zurück verlaufen und dabei sich virtuelle und reale Personen begegnen können und auch wieder trennen.
Unvereinbar, denn die virtuelle Welt folgt einer anderen Logik, wie die reale Welt. Virtuelle Normalität, in der die kleinste Abweichung eine Anomalie bedeutet gerät in Konfusion zu menschlichen Beziehungen, bei denen Abweichungen im Geschehen gerade Normalität ausmachen.
Ein spannender Film, hochgradig emotional, packend spielerisch, philosophisch und psychologisch anspruchsvoll und perfide in den Gedankengängen. Gefangen in einer Welt ohne Ausgang, da grüßt ganz deutlich das Murmeltier. Ansonsten ist der Film in jeglicher Hinsicht neu und eigenständig, ein japanisches hochwertiges Kinohighlight.
Ich habe ihn zweimal gesehen. Beim ersten mal die Spannung genossen und beim zweiten Mal nachgeschaut, was ich beim Ersten Mal übersehen hatte.

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