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Mystic River

Mystic River
USA 2003, Laufzeit: 137 Min., FSK 16
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon, Laurence Fishburne, Marcia Gay Harden, Laura Linney, Kevin Chapman, Tom Guiry, Emmy Rossum, Spencer Treat Clark, Andrew Mackin, Adam Nelson, Robert Wahlberg, Jenny O'Hara

Meine Meinung zu diesem Film

Actors' Movie
Raspa (369), 11.03.2009

Was einige Kritiker über die "Küchenpsychologie" des Films anmerken, ist nicht so ganz von der Hand zu weisen. Nun aber das große Aber: Es ist einfach aufregend, drei fabelhaften Schauspielern auf der Höhe ihrer Kunst zuzuschauen. Ich würde keinen der drei herausheben,denn das wäre ungerecht gegenüber den beiden anderen. Sicher, das Drehbuch ist insgesamt etwas zu konstruiert. Aber gilt das für viele große Dramen (Beispiel: Don Carlos) nicht auch? Ich fand den Film jedenfalls trotz einiger Fragwürdigkeiten sehr fesselnd und kann nicht begreifen, wie ihn einige Schreiber als "langweilig" bezeichnen können. Um das zu behaupten, muss man schon ziemlich borniert sein.

Eastwoods glanzvolle Kleinstadtgeschichte
Kinokeule (541), 11.04.2005

Filmemachen ist in erster Linie ein Handwerk. Wer das beherrscht darf sich seinen küstlerischen Ambition widmen. Clint Eastwood ist ein ausgezeichneter Filmhandwerker, wie übrigens auch Woody Allen. In endlosen Jahrzehnten hat er sich vollgesogen wie ein Schwamm und kann eigentlich gar keine schlechten Filme machen.

Mystic River ist ein wundervoll anzuschauender Film. Es macht einfach Spaß den tollen Schauspielern zuzusehen und der Entwicklung der Geschichte zu folgen. Für mich etwas zuviel Küchentisch-Psychologie, denn die Handlungsweise der Personen kann man schon recht früh durchschauen. Hier traut Eastwood wohl seinem Publikum nicht und erklärt die Hintergründe lieber noch mal.

Auch ein Film gegen Selbstjustiz (das von Dirty Harry!) und wie die Frauen einem das Leben versauen können (4 Sterne).

---> petersonx
deejay (111), 19.01.2005

Leider konnte ich das Ende nicht als offen erkennen, denn zu sehr steht der (besonders von seiner Frau) glorifizierte Sieger fest. Sein Leiden ist arg begrenzt und Fehler in der Selbstjustiz dürfen wohl aus Liebe oder Unterwürfigkeit verziehen werden. Der Cowboyrächer steckt noch drin, im Clint!

Fragwürdigkeit ist nicht gleichbedeutend mit Offenheit!

So individuell sind also persönliche Eindrücke - und die Kritiken hier.

Daher: Nichts für ungut!

www.einseitig.info

www.elektrischer-kommerz.de

Warum nicht
petersonx (1), 16.01.2005

Hallo liebe Leute, also ich fand den Film schon interessant. Es muß ja nicht jeder Film ein Happy End haben. Und Filme mit offenem Ende sind ja oft nicht die schlechtesten.... Sean Penn hat gut, aber ich finde Kevin Bacon diesmal noch besser gespielt. Leider habe ich den Film nur auf DVD und nicht im Kino sehen können. Dass Jimmy das Gesetz selbst in die Hand nimmt und dadurch diesen unsagbaren Mord begeht zeigt doch, wie falsch diese Entscheidung gewesen ist. Also ich sehe nicht den Ansatz der Verherrlichung von Selbstjustiz, eher das Gegenteil. Insgesamt ein Film, der nicht in eine der üblichen Schubladen paßt, und deshalb sicherlich ein Platz im Regal findet ;-) petersonx

fesselnd
Billy (5), 10.08.2004

Seit langem hat mich kein Film mehr so gefesselt wie Mystic River. Clint Eastwood erzeugt eine erdrückende Atmosphäre, die sich im Laufe des Films langsam und kontinuierlich steigert.

Was sollte das?
deejay (111), 12.07.2004

Kurz nach dem Sehen hätte ich eine lange und vom Ärger bestimmte Abhandlung schreiben können. Doch im Nachhinein stellt sich nur noch die eine Frage: "Was sollte das?"

Die Geschichte, hausbacken erzählt, wäre einen mitreißenden Film mit interessanten Konflikten wert gewesen. Wäre, wenn er einen Regisseur bekommen hätte, der an Geschichten interessiert ist. So plätscherte es mit vielen hätte, wenn und aber dahin. Mittelklasse, die kaum zur Diskussion lohnt.

Doch im zutiefst negativem Sinne aufregend war das Ende. Wir, die wir diesen Film gemeinsam sahen, schauten uns nur mit riesigen Fragezeichen in den Gesichtern an. Was sollte diese absonderliche Gewaltverherrlichung, ich meine die Glorifizierung des kleinen mafiaähnlichen Bosses durch dessen Frau? Was sollte dieser seltsame Blickkontakt zwischen ihm und dem Polizisten am Ende?
Welche Moral steckte dahinter oder impliziert allein die Frage danauch schon zuviel in den Film? Doch wenn es um eine Moral geht, ist es die, die besagt, daß man ruhig und ohne spätere Gewissensbisse einen Präventivkrieg führen darf, auch wenn sich die Begründung später als Irrtum erweist? Ein Mann muß eben tun, was ein Mann tun muß und macht sich allein damit zum Gewinner - zumindest bei seiner ergebenen Frau? Kann diese Moral nur in Amerika verstanden werden oder war es allein ein marketingorientierter Dreh Eastwoods, in diesen biederen Film mit der Schlußwendung eine Portion Mystik hineinzuprügeln, damit über ihn diskutiert wird und sich der Titel erklärt?

So blieb ein Film der verschwendeten Zeit übrig und Fragen, deren Beantwortung mich inzwischen auch nicht mehr interessiert. Dieses in vielen Kritiken als offen bezeichnete Ende, war leider nur ein Marketingkniff. Genug! Man könnte eine stinkende Luftblase zum Platzen bringen.

www.einseitig.info

Müßig River
Jim Bob (5), 01.07.2004

Es gibt Filme, die einfach aufgrund ihrer Schauspieler gesehen werden. Oft werden einem Überraschungen bereitet - manchmal nicht so angenehme. So war es auch dieses Mal - nicht so angenehme! Nach den ersten 20 Minuten war klar, dass die Basis der Geschichte nur als Einleitung diente. Von Fortführung oder gar Vertiefung konnte kaum die Rede sein! Alles wurde doch sehr oberflächlich gehalten.

Hinzu kamen die weiblichen Figuren: Psychofrauen. Die eine telefonierte, ohne zu sprechen, die nächste dachte, ihr Mann habe das Opfer ermordet und die andere glaubte, ihr Ehemann sei der König der Stadt. Naja!

Ansprechend war dann doch etwas. Spielorte und deren Details - sehr schön. Leider führte dies nicht für mich dazu, dass sich eine gewisse Stimmung aufbaute.

Ach, Herr Eastwood, eventuell könnten mir ein paar Ihrer Gedanken dazu verhelfen, Ihren Film zu verstehen.

Mr. Sean Penn hat mich nicht enttäuscht. Doch konnte mir dies den Film auch nicht mehr retten.

Und eines ist gewiss! Es macht keinen Spass, unbefriedigt das Kino zu verlassen. Gut, wenn man dann nicht alleine ist!

Jim Bob

Mystic Mist,
Onatop (60), 11.06.2004

Eastwoods Drama hängt sich an einer Kindesmisshandlung auf und zieht den Vorfall über Jahrzehnte ungelöst ins Epische, um ihn dann in einen Mordfall einfließen zu lassen. Das klingt nicht nur konstruiert. Die ?Lösung? ist dann schnell vorhersehbar, was dem Film für mich den Todesstoß versetzte und ihn 137 Minuten lang langweilig machte.

Das Drehbuch lässt das Missbrauchs-Opfer schweigend ergrauen und rettet sich damit (geschickt) in unreflektierte Oberflächlichkeit. Der Film möchte dabei prahlen mit psychologischem Scharfsinn, windet sich aber nur entlang bescheidener Ergüsse hollywoodscher Hobbypsychologen.

Denen entsprangen dann wohl auch die verwobenen Beziehungsgeflechte: Die Frauen der Männer bleiben vordergründig im Hintergrund, um sich nachher als handlungsbestimmend und schuldig zu entlarven, was vor allem bei Annabeth mit plötzlichen Lady-Macbeth-Allüren aufgesetzt wirkt und unnötig ist. Die Frauen haben an sich alle was psychopathisches. Warum?

Der Plot vertieft Nebensächlichkeiten und berührt das Wesentliche laienhaft. Dazu gesellen sich zahlreiche Rahmenhandlungen, die unnötig verwirren (sollen?) und den Film noch länger machen.

Die finale Parallelmontage erinnert an DER PATE, wie auch die Darstellung Sean Penns, den ich abgöttisch verehre und dem ich hier auch nichts vorwerfen möchte. Den Oscar hatte der Schnuckel schließlich längst verdient.

Ein Versuch war es wert, mehr aber auch nicht.
eagleburger (2), 16.01.2004

Durch zum Teil recht gute Rezensionen zum Kinobesuch angeregt, habe ich die 137 Minuten Filmlänge über mich ergehen lassen.

Das Thema ist überaus interessant.Die Ausführung gelang jedoch überhaupt nicht. Der Film war oberflächlich, zerhackt und streckenweise einfach nur langweilig.

Die zwischenmenschlichen Probleme blitzten manchmal auf. Allerdings wurde die Oberfläche nie verlassen. So kam das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Jimmy und seiner Ehefrau (bedingt durch sein besonderes Verhältnis zu seiner Tochter) nie wirkich zum Vorschein. Wie schön hätte man das darstellen können.

Die Hauptfigur Dave ließ Eastwood nur selten den Schmerz zeigen, den sie erlitten hat. Gerade das Verhältnis von Dave zu seinem Sohn wurde meiner Meinung nach äußerst schwach dargestellt. Hier wäre Tiefgang wünschenswert gewesen.

Die stumme "Nicht"Konversation zwischen Sean und seiner Frau wirkte auf mich albern und schien nur den Zweck zu besitzen, auch dem dritten Protagonisten des Werkes ein "Problem" aufzuhalsen.

Wie schon gesagt, bei mir machte sich Langeweile breit, nicht nur durch die völlig oberflächliche Darstellung der Protagonisten, sondern auch durch eine streckenweise schreckliche Vorhersehbarkeit des Handlungsstrangs. Als Jimmy vor dem leblosen Leib seiner Tochter mit ihrem Kleid in seiner Hand stand, wartete man förmlich darauf, dass er dieses Kleid endlich auf ihr ablegt.

Den Schluss empfand ich dann nur noch als peinliche Hommage an Hollywoodschinken. Man lasse ein paar Hauptfiguren glücklich aussehen und ein paar andere als Verlierer dastehen.

Fazit: Der einzige Grund, sich diesen Film anzusehen, ist die respektable Leistung von Sean Penn (wieder einmal). Ansonsten ist das ein Film voller Enttäuschungen.

Der Abgrund Hollywoods
RDLA (6), 19.12.2003

Mystic River handelt von Trauer, Schmerz, Verzweiflung, Hass, dem Lösen bzw. Nicht-Lösen von Problem und der Frage, was wäre gewesen wenn jemand anderen in den Wagen gestiegen wäre. Diese Frage führt zum Beginn des Films als drei Jungen, Jimmy (Sean Penn), Sean (Kevin Bacon) und Dave (Timm Robbins), im Alter von ca. zehn Jahren von einem vermeintlichen Polizisten beim Spielen unterbrochen werden. Dieser lockt Dave in seinen Wagen. Dave wird daraufhin vier Tage festgehalten und missbraucht bis es ihm gelingt zu fliehen.
Die eigentlich Handlung des Films spielt 25 Jahre später. Dave ist mittlerweile verheiratet und hat einen Sohn. Von den Erlebnissen als Kind hat er sich nie erholt und wirkt ziemlich verstört. Sean scheint das beste Schicksal erwischt zu haben. Er arbeitet als Polizist, doch hinter der Fassade stecken auch Probleme, in diesem Fall sein Eheproblem. Jimmy erging es kaum besser als Dave. Als Kleinganove wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. In dieser Zeit starb seine erste Frau an Krebs. Nun wurde seine älteste Tochter aus erster Ehe ermordet.
Jimmy reagiert heftig darauf und schwankt zwischen Trauer, Wut und Verzweiflung. Sean fällt der Fall zu und muss sich wieder mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Kontakt herrscht zwischen den ehemaligen Freunden schon lange keiner mehr. Doch auch Dave wird mit in die Sacher verstrickt und immer mehr gerät Dave in die Rolle des Tatverdächtigen. Er verstrickt sich in Lügen und es scheint festzustehen, dass er schuldig ist.
Vor allem in den Figuren Daves und Jimmys zeigt sich die Thematik des Films. Dafür sind Tim Robbins und Sean Penn wie geschaffen. Selten guckte Robbins derart verstört und Penns Mimik wechselt die Gefühle im Sekundentakt. Die Übergänge zwischen Trauer, Verzweiflung und Hass sind fließend. Welch eine Gefühlswelt muss so ein Schauspieler schon durchlebt haben? Unterstützt wird diese grandiose Vorstellung der Darsteller, ebenfalls der Nebendarsteller, durch die dunkle Inszenierung. Eastwood verzichtet auf jegliche grelle Farben und setzt vor allem auf dreckige Farben. Dazu kommt eine traurige Musik, die die Gefühle noch hervorhebt.
Trotzdem ist Trauer, Verlust und das Wälzen der Problem nicht alles. Denn das Ende regt zu weiterem Nachdenken an. So ist am Ende jedes Problem für den Zuschauer unwichtig, denn die einzige Frage, die man sich stellt ist: Existiert noch etwas wie Gerechtigkeit? Das Ende ist dabei nie vorauszusehen und der Film endet auch nicht mit der Auflösung des Mordes an Jimmys Tochter. Eastwood geht noch einen Schritt weiter und festigt die Rollen noch, er pervertiert sie nahezu. So gibt es in diese bei den ehemaligen Freunden keinen Gewinner, sondern nur Verlierer. Das Lösen eines Problems führt noch lange nicht dazu, dass sich ein anderes löst. Vielmehr führt das Lösen eines Problems dazu, dass sich ein anderes auftut. Selten wurde dies in einem Film derart schonungslos aufgedeckt.
So ist Clint Eastwood zehn Jahre nach Unforgiven ? Erbarmungslos ein weiterer Abgesang gelungen. Hat er 1992 nur den Western zu Grabe getragen, nimmt er dieses Mal das gesamte Hollywood Kino mit, zumindest in Teilen.

Identifikation unmöglich
Sharly (2), 14.12.2003

Der wohl größte Erfolgsfaktor für einen Film, gerade wenn er ohne aufwendige Special Effects auskommen und durch die Story an sich fesseln will, ist die Identifikation mit den Hauptfiguren. Da hatte es der geneigte Zuschauer nicht gerade leicht.

Jimmy, der scheinbar brav gewordene Ex-Gauner, dessen Tochter ermordet wurde, nachdem er doch schon seine erste Frau zu früh verloren hat (wie er lang und breit in Anwesenheit seiner zweiten Frau erklärt), scheint dazu wunderbar geeignet - solange bis man erfährt, dass er der Mörder eines weiteren Familienvaters ist. Immerhin schickt er jeden Monat 500,- Dollar an die zurückgebliebene Familie (mit dem schwer traumatisierten Jüngsten) - doch ob ihn das jetzt wieder zum Sympathieträger werden lässt? Spätestens, als er seinem "Freund" Dave, von dem wir zu dem Zeitpunkt schon lange wissen, dass er unschuldig ist, erst verspricht, ihn am Leben zu lassen, um dann auf ihn einzustechen, sinkt der Identifikationsfaktor rapide unter Null.

Auch in Dave, dem armen missbrauchten Junge, dessen Leben nun von Grund auf versaut ist, möchte man sich nicht wiedererkennen. Schwach und unsicher stolpert er durch sein Leben. So schwach, dass man sich fragt, wie er es geschafft hat, überhaupt eine Frau anzusprechen, geschweige denn, ein Kind mit ihr zu zeugen. So kommt dann seine einzige starke Szene (er müpft den Polizisten gegenüber auf, nachdem sie ihn schon mehrere Stunden lang in der Mangel hatten) auch zu plötzlich und unglaubwürdig daher. Man fragt sich, ob er plötzlich von einem rebellischen Geist heimgesucht wurde und möchte diesen anflehen, doch in ihm zu bleiben, um die nachfolgenden Szenen erträglicher zu machen.

Bleibt noch Sean. Der einzige der Dreiergruppe, der es in seinem Leben zu etwas gebracht hat. Bis auf die Kleinigkeit, dass seine Frau ihn verlassen hat und ihn nun mit Anrufen quält, während denen sie ihn, konsequent bis zum "Happy End" (wenigstens für diese beiden), anschweigt. Sean wäre die einzige Figur, in die man sich ohne größere Schwierigkeiten einfühlen hätte können und Kevin Bacon liefert auch wirklich eine wundervolle Performance ab. Dummerweise kommt aber ausgerechnet diese Figur, während der, unglaublich langsam vergehenden, 137 Minuten, zu kurz.

Wunderbar auch die Dialoge: "Jimmy." "Sean." "Jimmy." "Sean." ...

Dass der Film es nicht geschafft hatte, die Zuschauer zu fesseln, ließ sich spätestens in der Szene beim Leichenbestatter feststellen, einem der (vielen) tragischen Höhepunkte. Jimmy sieht seine tote Tochter aufgebahrt und einem Witzbold fiel nur die wundervoll frisierte Lockenpracht der Leiche auf. "Tolle Frisur!" rief er und sorgte damit für den Höhepunkt des Abends für das gequälte Publikum. Ein herzliches "Danke" dafür an dieser Stelle!

Am Ende,
otello7788 (554), 10.12.2003

mit der verlogenen Ansprache von Annabeth, bricht Eastwood Erzählgewohnheiten. Wir sind es so gewohnt, daß am Ende eine Botschaft vermittelt wird, daß wir unser Hirn völlig ausschalten. Deshalb ärgert Gutzi sich auch so. Eastwood stört das gewohnte Filmempfinden. Ich fand diesen Bruch genial. In diesem Film gibt es kein richtiges Hell/Dunkel, Gut/Böse!

Ärgerliches Ende
gutzi (182), 10.12.2003

Wie kann man einen wirklich guten Film, der durch seine fesselnde Story, seine ruhige Erzählweise, seine interessanten Figuren und guten Schauspieler (allen voran Tim Robbins) besticht, mit einem so beschissenen Ende versehen? Die Ansprache von Annabeth an Jimmy war ja geradezu unerträglich. Und auch danach wird keine Konsequenz gezogen.
So begeistert ich während des Films war, so sehr ärgere ich mich jetzt noch über diesen Unsinn zum Schluß!

Danke, Clint Eastwood!
pequod (1), 03.12.2003

Ein großartiger Film mit grandioser schauspielerischer Leistung, spannender Story und ruhigem Erzähltempo. Selbst wenn das Ende vielleicht etwas unbefriedigend bleibt, kann ich diesen Film nur wärmstens empfehlen.

Einer ist immer der Loser
juggernaut (162), 01.12.2003

...und manche Leute kommen offenbar mit dem Loser-Gen zur Welt, werden geradezu ?natürliche? Opfer, und wenn sie dann irgendwann einmal gewaltsam und tragisch auf der Strecke bleiben, ist das eben auch irgendwie unabwendbares Schicksal. So könnte man, leicht böswillig, den fragwürdigen Schluss dieses Films (und die seltsame finale Ansprache Laura Linneys an Sean Penn) deuten. Denn Dave, der traumatisierte, als Kind geschändete Mann, trägt eigentlich nur noch eine leblose Hülle durch die Gegend, wirkt wie ein Untoter ? das machen sowohl das Drehbuch wie auch Tim Robbins? Darstellung überdeutlich klar. Wobei Robbins? Leistung noch am meisten zu würdigen ist: Er spielt den immer verstört und abwesend wirkenden Dave mit sparsamer Gestik und Mimik, schleppendem Gang und hängenden Schultern schon überzeugend. Sean Penn habe ich dagegen schon besser gesehen (was aber wahrscheinlich daran liegt, dass die entsprechenden Filme im Ganzen und die von ihm verkörperten Figuren besser konzipiert waren). Und Kevin Bacon & Laurence Fishburne geben ein Ermittlerduo, wie man es von vielen anderen Thrillern her kennt, ohne große Überraschungen und auch ohne wirklich scharfe persönliche Konturen. Zu loben ist sicherlich die Kameraarbeit, das Spiel mit Licht und (vor allem) Schatten, das in manchen kunstvoll ausgefeilten Einstellungen zur Geltung kommt. Das Drehbuch dagegen bleibt einiges schuldig. Der Film ist zwar durchaus spannend, obwohl (oder gerade weil) er in verhaltenem Tempo daherkommt, aber am Schluss wirkt er unnötig hektisch und überstürzt. So hinterlässt ?Mystic River? insgesamt einen sehr zwiespältigen Eindruck.

Bemerkenswert am Rande: Der knorrige alte Republikaner Eastwood hielt an seinen Stars und bekennenden Irakkriegsgegnern Tim Robbins und Sean Penn fest und lobte erst jüngst noch einmal in Interviews ausdrücklich ihre schauspielerischen Leistungen. Wenn man bedenkt, mit welch üblen Methoden gegen Leute wie Robbins und Penn in den USA Stimmung gemacht wird, ist das nicht gerade wenig.

Klassisches großes Kino
otello7788 (554), 28.11.2003

Die Qualität der letzten Eastwood Filme fand ich nicht so überragend, aber hier hat der große Mann nochmals ein Meisterwerk geliefert. Der Film strahlt eine enorme Ruhe aus und verläßt sich vollkommen auf sein sehr gutes Drehbuch und seine herausragenden Darsteller (Sean Penn ist ergreifend und Tim Robbins tritt völlig hinter seine Rolle).

Unspektakulär erzählt, großartig gefilmt (was kann man mit wenig Licht zaubern...) entfaltet der Film eine Suggestionskraft, der man sich kaum zu entziehen vermag. Alles andere als ein Hollywoodfilm, aber deshalb um vieles wertvoller.

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