Wie läuft’s im Tal? Schwankend, wäre eine treffende Antwort, zumindest was die neuen Schwebebahn-Waggons betrifft. Deren Pendelbewegung sei wesentlich stärker als zuvor, während die Warnhinweise diesbezüglich zu klein wären, klagte ein emeritierter Mathematik-Professor der Technischen Aufsichtsbehörde der Bezirksregierung Düsseldorf. Immerhin pendelt hier überhaupt noch was, denn in den Oster- und Sommerferien wird Wuppertals Bahnverkehr mal wieder von der Außenwelt abgeschnitten, weil erneut am Stellwerk geschraubt wird. Das dürfte die Pendelei deutlich ausbremsen.
Nicht nur temporär, sondern dauerhaft in der Mobilität eingeschränkt zu sein, ist für nicht behinderte Menschen kaum vorstellbar. Für unser Monatsthema FREMDKÖRPER schauen wir, wie es um Barrierefreiheit im Alltag bestellt ist und welche Rolle Menschen mit Behinderung in den Parteiprogrammen bei der kommenden Landtagswahl spielen. Außerdem stellen wir den lokalen Verein „Behindert, na und?“ mit eigenem Förderzentrum am Arrenberg vor und sprechen mit Karl-Josef Günther, Leiter der BSK-Landesvertretung Selbsthilfegruppe Körperbehinderter in NRW, der sich selbst als Bürger dritter Klasse fühlt.
Lesen Sie weitere Texte zum Thema auch in unseren Partnermedien choices (Schwerpunkt: Chancen und Risiken der Pränataldiagnostik; Interview mit Autorin und Journalistin Mareice Kaiser) & trailer (Schwerpunkt: Inklusion – gescheitert?; Interview mit Blogger und Autist Aleksander Knauerhase).
Die Illusion, dass alle Menschen gleich sind und gleiche Rechte haben, entlarvt der Schweizer Regisseur Elias Perring mit seiner Inszenierung ≈[UNGEFÄHR GLEICH] im Theater am Engelsgarten als hypothetisches Trugbild.
Um Gleichheit bemühen sollten wir uns trotzdem, so wie die Von der Heydt-Kunsthalle. Menschen mit Behinderung werden gebeten, sich vor ihrem Besuch im Museum anzumelden. Barrierefreier Zugang zur Retrospektive des Malers HOLMEAD ist dann problemlos möglich. Unsere Nahaufnahme zeigt Eberhard Kranemann, Mitbegründer der Elektroband KRAFTWERK.
Das Konzept von Gleichheit und elitäres Denken schiließen einander aus. Manchmal lassen Eliten sogar töten, dafür ist der Fall der Umweltaktivistin Berta Cáceres ein trauriges Beispiel. Der Wuppertaler Journalist Øle Schmidt und seine Kollegin Kathrin Zeiske waren für ihre Reportage vor Ort in Hondura und haben nachgeforscht. Mehr in unserer Rubrik Ungeschminkt.
Gegen Benachteiligung kämpft die schwarze Bürgerrechtsbewegung seit Jahrzehnten. Passend zu der international Aufmerksamkeit generierenden Black Lives Matter-Bewegung zeigt sich auch das moderne Black Cinema selbstbewusst. Ein Beispiel ist Barry Jenkins zart erzählte Außenseiter-Story MOONLIGHT, unser Film des Monats.
Gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfte auch Karl Marx. In „Der Junge Karl Marx“ spielt Stefan Konarske Wuppertals berühmtesten Sohn Friedrich Engels, wir treffen ihn zum Interview – also Konarske, nicht Engels. 150 Jahre nachdem „Das Kapital“ erschien, verelendet in JOSEF HADERS Regiedebüt „Wilde Maus“ nicht das Proletariat, sondern die Mittelschicht, symbolisiert durch einen arbeitslosen Musikkritiker. Mehr im Gespräch zum Film.
Den könnten übrigens auch diverse Werktätige verlieren, wenn sie dem Rat von OB Andreas Mucke folgen würden. Der empfiehlt den Mitarbeitern der Stadt, während der Stellwerk-bedingten Sperrung von zuhause zu arbeiten. Schön für die, die es sich leisten können.
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