Wer sich Wuppertal besonders verbunden fühlt, kann derzeit einen echten Schnapper machen. Noch bis zum 13.11. können Interessenten per Mail bei den Stadtwerken einen der 21 zum Verkauf stehenden Waggons der Schwebebahn erwerben, die ab November nach 40 Jahren treuem Dienst gegen moderne Modelle ausgetauscht werden. Und das zu einem Spott und Schrottpreis von läppischen 5000 € !
Der Transport der Metallkolosse bis in den heimischen Vorgarten kostet nochmal dezente 2000 €. Wer das finanziell wuppt, kann – nach Errichtung eines Betonfundaments, das die Bestimmungen der zuvor einzuholenden Baugenehmigung erfüllt – seiner Phantasie bei der Umnutzung freien Lauf lassen. Und was kann man nicht alles mit einem 24 Meter langen Metall-Vehikel anstellen! Ja... was genau denn eigentlich?
Wie wir unser Geld besser anlegen können, darum geht es auch in unserem Monatsthema GEMEINWOHL. Wir fragen nach alternativen Wirtschaftsmodellen und schauen auf Banken, die nicht der Devise „höher, schneller, weiter“ nachjagen, sondern ökologisch und nachhaltig mit unserem Geld umgehen. Hierzu sprechen wir auch mit Politikwissenschaftler und Bankbetriebswirt Christof Lützel.
Vielleicht noch ein bisschen prominenter als die Schwebebahn, wenn auch weniger bekannt als Tuffy, dürfte Friedrich Engels sein. In ENGELS & FRIENDS geht es um das Leben des Lebemanns: Sekt in der Hand, Geld in der Tasche, Sozialismus im Hirn – das THEATER AM ENGELSGARTEN bietet mit Michael Wallners dramatischer Collage eine schicke Gesellschaftsstudie.
Um die Repräsentation der Gesellschaft geht es auch AXEL LIEBER, der mittels seiner Skulpturen die Dinge dem vertrauten Zugriff entzieht und sie verfremdet. Zu begutachten in seiner aktuellen Schau SOLLBRUCHSTELLEN in der Galerie Hengesbach.
Wie Engels ist auch Eduard Freiherr von der Heydt (1882-1964) in Wuppertal aufgewachsen. Was er jahrzehntelang mit einem gutem Riecher zusammengetragen hat, ist Kunst von Weltrang, die das Von der Heydt-Museum mit WELTKUNST nun als neu aufbereitete Sammlung zeigt.
Und wem das Angebot vor Ort nicht reicht, der kann der gewohnten Umgebung temporär ins Kino entfliehen. Unser Film des Monats EL CLUB des chilenischen Regisseurs Pablo Larraín ist eine scharfe Betrachtung von Moralfragen in der Kirche. Mit THORSTEN MERTEN, der für Andreas Dresen auch schon mal einen Tumor mimte, sprechen wir über Schauspielerei als Plan B und seinen neuen Film „Alki Alki“.
Lokalkolorit gibt es auch wieder auf der Doppelseite „talwaerts im engels-Exil“. Diesmal geht es um erfolgreiche Wuppertaler Familienunternehmen, die eines gemeinsam haben: Sie sind der Heimat treu geblieben.
Wuppertal ist auch die Wahlheimat der Künstlerin ALICJA DARSKI, der wir in unserer neuen Rubrik „Nahaufname“ ein ganzseitiges Fotoportrait widmen (im E-Paper auf S. 30).
Ob übers Tal schweben oder mittendurch – eine Reise ist Wuppertal immer wert – bald auch in neuen Schwebebahnwagen.
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