Überall, wo Clowns vorkommen oder auftauchen, ist schnell Schluss mit lustig. Das war auch schon vor dem aus den USA rüber geschwappten Trend der Horror Clowns so. Von John Wayne Gacy will ich gar nicht anfangen, mit Filmen wie „Killer Clowns from Outer Space“, Stephen Kings Pennywise und Batmans Joker aufzuwachsen reicht schon, um angesichts der grimassierenden Rotnasen coulrophobische Schübe zu kriegen. Donald Trump ist übrigens kein Clown, sich ihn als nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten vorzustellen aber eine schaurige Aussicht.
Auch in Wuppertal haben die Clowns nun zugeschlagen. Also nicht direkt zugeschlagen, sondern nur in der Luisenstraße lässig an der Wand gelehnt, rumgelungert und durch bloße Präsenz die Passanten erschreckt. Dass sich unter den Masken ein 11- und ein 14-Jähriger versteckten, die sich auch noch freiwillig der Polizei stellten, macht die Mär vom bösen Clown eher albern, wenn auch nicht komischer. Ein Phänomen, was mit der am 11.11. beginnenden fünften Jahreszeit ein Ende haben könnte. Da machen sich die Karnevalsfans wieder als gar nicht mal so sexy Krankenschwestern/Hexen/Mietzekatzen und Cowboys/Piraten/Seemänner zum Narren.
Mit derlei geschlechtsspezifischen Kostümklischees sind wir schon fast im Monatsthema MÄNNERMACHT. Nach drei Frauenthemen in den letzten anderthalb Jahren (Frauenmenschen, Frauenleben und Frauenrecht) widmen wir uns im November den „neuen Vätern“ und sprechen dazu mit Autor JOCHEN KÖNIG, der in Berlin in einer ungewöhnlichen Familienkonstellation lebt und sich über die Krise des klassischen Männlichkeitsbegriffs freut.
Weitere Themenschwerpunkte finden sich in unseren Partnermedien choices (Männer & Gewalt) und trailer (Alte Klischees und neue Rollenbilder).
Von einem Mann im doppelten Sinne stammt auch der große Gesellschaftsroman BUDDENBROOKS. Stephan Müller inszeniert die Geschichte vom Niedergang einer Kaufmannsfamilie stilecht im Konzertsaal der Gesellschaft Concordia als schnuckelige Boulevardkomödie mit würdevollem Patriarchen in authentischem Ambiente.
Der Niedergang von Kulturen und die Erinnerung daran spielt auch bei der Ausstellung MNEMOSYNE im Skulpturenpark Waldfrieden eine Rolle. Die fiktiven, formal ausgefeilten Stadtmodelle, Collagen, Zeichnungen und Skulpturen des französischen Künstlerehepaares Anne und Patrick Poirier veranschaulichen dort die Zerbrechlichkeit der Geschichte. Mehr in unserer Rubrik kunst&gut.
Objekte und Ausstellungsorte zu atmosphärischen Rauminstallationen führt ANASTASIA PUSCH zusammen, die wir für unsere Nahaufnahme in ihrer aktuellen Installation „Space Invaders“ porträtiert haben.
Die kleinen Glücksmomente in irdischen Gefilden zeigt unser Film des Monats PATERSON. Jim Jarmuschs künstlerische Feier des Alltäglichen huldigt der Poesie und ist selbst ein Stück audiovisuelle Lyrik.
Das Träumerische und Introvertierte war es auch, was Schauspieler LOUIS HOFMANN an seiner Rolle in „Die Mitte der Welt“ reizte. Im Interview spricht er über die Herausforderung seiner schwulen Figur.
Reizvolles aus Literatur, Musik und Tanz wird vom 1.-12.11. in Wuppertal geboten, wenn das Festival KLEZCOLOURS die Facetten jüdischer Kultur an verschiedenen Spielorten präsentiert.
Auf einen Herbst ohne Killer Clowns und Horror-Hofnarren.
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