
Blood & Sinners
USA 2025, Laufzeit: 131 Min., FSK 16
Regie: Ryan Coogler
Darsteller: Michael B. Jordan, Hailee Steinfeld, Jack O'Connell
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Horror - warum, wofür?
Matt513 (276), 15.02.2026
Nachdem der Film bisher weitgehend unter dem Radar flog, ist er spätestens seit Verkündigung seiner 16(!) Oscar-Nominierungen in aller Kinomunde. Nach neulicher Ansicht bin ich ob seiner widerstreitenden Aspekte gespalten.
Handwerklich ist große Kunst zu besichtigen. Coogler läßt seinen Film perfekt so wirken, als sei er vor Jahrzehnten entstanden. Nicht nur das Korn im Bild, wo letzteres zudem durch sparsames Licht stets viel Schatten birgt, auch die Kameraführung, wie Szenen in der Halbtotalen oder Charaktere mit viel Hintergrund gefilmt sind, ergeben diesen Effekt. Seine Handlung spielt um 1930. Die Sklaverei ist überwunden, aber der afroamerikanische Teil der Landbevölkerung fristet ein Leben in Abhängigkeit auf den Plantagen sowie in Bedrohung durch den KKK. Hartes Leben, durch harte Bilder in Szene gesetzt. Weitere lokale Authenzität gewinnt der Film durch den sehr gemessenen Gitarren-Soundtrack. Cooglers einfühlsame Regiearbeit schafft sehenswerte Einzelleistungen seines Ensembles.
Bis dahin ein herausragendes Historienstück Unpathetisch, trefflich, geradezu entspannt erzählt, trotz des ja deprimierenden Rahmens. Dann tauchen Aspekte wie Störfeuer auf und man fragt sich, warum.
Das gesamte, nennen wir's mal Horrorelement ist für die Erzählung entbehrlich. Die Botschaft seines Films hätte Coogler zunächst mal auch gut ohne 'rüber bekommen. Dann dazu selbst; ach wie erwähnt ist alles so gelungen und sehenswert und dann kann er das, was er ausdrücken will, nicht besser transportieren, als daß es in zwei Szenen direkt und aus dem Vollen gedrechselt ausgesprochen wird? Ein bißchen mehr cineastische Raffinesse, eine Prise Subtilität nicht möglich gewesen? Der Film verlor maßlos für mich dabei. Die Magie der zeitgenössischen Erzählung ist weg. Abrupt hängt der Eindruck des gestreckten Zeigefingers vor der Nase des Zuschauers im Hier und Jetzt. Schon wieder. Schade.
Gut, wie die Dinge sich bei der Academy die letzten Jahre entwickelt haben, ist bekannt und dann 16 Nominierungen auch erklärbar. Ob es im besonderen den Anleihen des Horrorgenres bedurfte, Coogler diese einfügte, damit sein Film für die Juroren aus der Masse an neuen Filmen irgendwie herausstach, sei dahingestellt. Es bleibt der Trost, daß dieser trotz allem als hochwertig gelten darf und falls er groß abräumt, dieses Prädikat ihn von den teils schauerlichen Machwerken abheben würde, die die Academy in den letzten Jahren hochjubelte.

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