
Eternity
USA 2025, Laufzeit: 114 Min., FSK 12
Regie: David Freyn
Darsteller: Elizabeth Olsen, Miles Teller, Callum Turner
Romantische Komödie
Die Qual der Wahl
„Eternity“ von David Freyne
Kaum eine Produktionsfirma hat sich in so kurzer Zeit einen so positiven Ruf erarbeitet wie das amerikanische Label A24. Schon wenige Jahre nach der Gründung 2012 verliehen ihm Filme wie „Moonlight“ (2016), „Lady Bird“ (2017), „The Florida Project“ (2017) und „Midsommar“ (2019) Kultstatus. Auch in den vergangenen beiden Jahren stand A24 hinter wegweisenden Filmen, die sowohl für Arthouse als auch Mainstream funktionieren, etwa mit „Everything Everywhere All at Once“ (2023) und „Der Brutalist“ (2024). Entsprechend hoch sind die Erwartungen.
„Eternity“, der neue Film des irischen Regisseurs David Freyne („Dating Amber“, 2020), passt mit seiner ausgefallenen Prämisse zunächst gut in den A24-Kanon: Joan (Elizabeth Olsen) kommt nach ihrem Tod ins Jenseits. Dort erwarten sie neben ihrer eigenen Jenseitskoordinatorin (Da’Vine Joy Randolph) auch ihre beiden Ehemänner: ihre früh verstorbene Jugendliebe Luke (Callum Turner) und ihr zweiter Partner aus 65 Jahren Ehe, Larry (Miles Teller). Theoretisch könnte Joan mit beiden die Ewigkeit verbringen, doch es wird schnell klar, dass deren männliche Egos das nicht zulassen. Also steht Joan vor der Qual der Wahl: Mit wem soll sie das ewige Leben verbringen?
Trotz des ausgefallenen Settings folgt „Eternity“ ganz klar dem vertrauten Rezept einer klassischen Romcom. Im Look erinnert der Film an vergangene Kino-Jahrzehnte: Die Gestaltung des Jenseits in körnigen Bildern mit gedeckten Farben verleihen dem Film eine nostalgische Note.
Insgesamt liefert „Eternity“ gute Unterhaltung: Die Charaktere sind nuanciert und liebevoll gezeichnet, der Humor sitzt durchweg – vor allem Da’Vine Joy Randolph brilliert in ihrer Rolle als Jenseitskoordinatorin. In einer Zeit, in der die Welt oft komplett aus den Fugen zu geraten scheint, liefert die Romcom genau das, was sich viele Menschen wünschen: Sicherheit und Verlässlichkeit. Am Ende wird alles gut: Joan trifft für sich eine klare Entscheidung.
Damit verschenkt der Film leider zugleich viel Potenzial: Gäbe es nicht ein Jenseits, in dem Joan mit beiden Partnern glücklich werden könnte – und gar nicht unbedingt im romantischen Sinne? Oder ein Jenseits, in dem sie sich am Ende für sich selbst entscheidet? Tatsächlich wägt „Eternity“ diese Möglichkeit kurz ab, nur um sie dann genauso schnell wieder zu verwerfen. Was macht das überhaupt mit uns, ewig leben zu müssen? Ist das wirklich besser als das ewige schwarze Nichts (das im Film ebenfalls kurz angesprochen wird)?
Leider ist der Film zu beschäftigt damit, dem männlichen Rivalitätskampf zwischen Luke und Larry Raum zu geben, um solche Fragen auszuloten. Das macht „Eternity“ am Ende zu bodenständiger, liebenswerter Unterhaltung – aber zu keinem neuen großen Wurf aus dem Hause A24.

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