Jin-Roh
Japan 1999, Laufzeit: 98 Min.
Regie: Hiroyuki Okiura
Nichts für zarte Gemüter
asrael (6), 05.09.2005
Vor dem Hintergrund einer Polit-Intrige in einem Polizei-Staat lernen sich ein Elite-Polizist und eine (sogenannte) Terroristin kennen. Es entwickelt sich eine zarte Freundschaft, die damit ja eigentlich schon zur Hoffnungslosigkeit verdammt ist. Und doch wagen sie sie. Bis zur eigentlich unvermeidlichen Konsequenz: Sie wird von seinen Kollegen getötet. Dabei offenbart sich die ganze Perversion der politischen Intrige, in der beide kaum mehr als Marionetten waren: Sie mußte nicht sterben, weil sie Terroristin war (ob das stimmt, spielt für die Drahtzieher auch garkeine Rolle), sondern wurde ermordet, weil sie als Überlebende von einer anderen Partei (im Staatsapparat) hätte gefunden und ausgenutzt werden können.
Ein sehr intensiver, deprimierender Film. Der Protagonist erduldet seine Rolle ohne jammern. Und doch leidet man mit ihm. Und man bemitleidet ihn - zumindest zum Schluß, wo bei der Ermordung seiner Freundin klar wird, daß er doch ganz zur Wolfsbrigade gehört: er vergießt keine Träne. Bis dahin konnte man noch hoffen, daß das Trauma, die Schwester seiner Freundin in einer Bombenexplosion unmittelbar vor sich sterben zu sehen, ihn wachgerüttelt hätte.
Daß es ein Zeichentrickfilm ist, wundert einen - gerade wegen der Thematik - erstmal, aber es gibt auch ein paar extrem brutale Szenen, die zu zeigen man sich im Realfilm vielleicht garnicht getraut hätte: die "Einfachheit" von Zeichnungen kaschiert doch einige der häßlichen Details.

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